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Erbschaft, Zugewinnausgleich, Pflichtteil

| 08.02.2015 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Der Vater ist seit 1983 verheiratet ohne Ehevertrag. Er hat drei Kinder, davon 1 Kind aus der aktuellen Ehe und 2 aus einer vorherigen Ehe.

Die Eheleute besitzen je zur Hälfte ein Haus im Wert von 360.000 Euro und haben getrennte Konten mit den folgenden Guthaben:

- 280.000 Euro auf dem Konto des Vaters
- 24.000 Euro auf dem Konto der Ehefrau

Das gesamte Vermögen in Höhe von 664.000 Euro stammt aus dem Einkommen des Vaters. Voreheliches Vermögen war nicht vorhanden.

Konkrete Fragen für den Fall dass der Vater verstirbt:

1. In welcher Höhe ist der Zugewinnausgleich anzusetzen?

2. Wie hoch ist der gesetzliche Erbteil
- der Ehefrau?
- des gemeinsamen Kindes?
- der beiden Kinder aus erster Ehe?

31. Wie hoch wäre ggf. der Pflichtteil
- der Ehefrau?
- des gemeinsamen Kindes?
- der beiden Kinder aus erster Ehe?

Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer anwaltlichen Erstberatung möchte ich Ihnen Ihre Anfrage auf Grundlage der angegebenen Informationen und Darstellungen wie folgt beantworten:

1) Entscheidende Frage ist, was noch alles in den Nachlass des Vaters fällt. Unproblematisch trifft dieses beim hälftigen Hausgrundstück (180.000 EUR) und dem Bankkonto (280.000 EUR) zu. Auch wenn das Vermögen der Ehefrau (hälftiges Hausgrundstück 180.000 EUR und Bankkonto 24.000 EUR) aus Mitteln des Vaters herrührt und faktisch er ihr die Beträge lebzeitig (grundsätzlich schenkungsteuerpflichtig, aber noch unterhalb des Freibetrags) geschenkt hat, zählen diese Vermögenspositionen zur Ehefrau. Demnach beträgt der Nachlass des Vaters lediglich 460.000 EUR.

Nach einem konkret durchzuführender Zugewinn ausgleich (Scheidung oder Tod, ggf. auch durch Güterstandsschaukel) wird das Anfangsvermögen mit dem Endvermögen der Ehegatten miteinander verglichen. Derjenige, der mehr hinzuverdient hat (gewisse Sachen bleiben dabei außer Ansatz, bspw. Erbschaften), muss die Hälfte abgeben. Für die lebzeitige Schenkung des Hauses dürfte jedoch nach § 1380 BGB eine Anrechnung durchzuführen sein. Bezüglich des Bankvermögens, dem ja sicher mehrere sukzessive Schenkungen zugrunde lagen, würde ich bei einer streitigen Auseinandersetzung den Anwendungsbereich der Anrechnung eher verneinen. Demnach:

Endbestand Vater 460.000 EUR zzgl. Ausgleichung 180.000 EUR (640.000 EUR) abzgl. Anfangsbestand Vater 0 EUR = Zugewinn Vater 640.000 EUR. Endbestand Mutter 204.000 EUR abzgl. Ausgleichung 180.000 EUR (20.000 EUR) abzgl. Anfangsbestand Mutter 0 EUR = Zugewinn Mutter 20.000 EUR. Differenz 620.000 EUR, davon ½= 310.000 EUR abzgl. Vorausempfang 180.000 EUR = Zugewinnanspruch Mutter 130.000 EUR


2) Die Erbquoten sind bei gesetzlicher Erbfolge:
Ehefrau zu 1/2 (230.000 EUR)
Kinder jeweils 1/6-tel (eheliche und nichteheliche bzw. aus früheren Ehen stammende Kinder werden gleichbehandelt) (76.666,66 EUR)


3) Der schuldrechtliche Pflichtteilsanspruch entspricht bei
der Ehefrau 1/8-tel (41.250 EUR) plus konkreten Zugewinn (hier 130.000 EUR) (zusammen: 171.250 EUR),
bei den Kindern – wenn Die Mutter nicht ausschlägt – jeweils zu 1/12-tel (38.333,33 EUR) des jeweiligen Nachlasswertes.

Schlägt die Mutter das Erbe aus und macht Pflichtteils und Zugewinnanspruch geltend, so ist der Zugewinnanspruch eine Nachlassforderung und der Pflichtteil für die restlichen drei Kinder (gesetzliche Erbquote dann jeweils 1/3-tel) von Nachlass abzuziehen. Ihre Erbteil entspräche dann jeweils (288.750 EUR / 3 =) 96.250 EUR.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Dies gilt jedoch nicht für neue oder nun neu aufgetretene Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Spies, LL.M.
Rechtsanwalt in Düsseldorf

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2015 | 22:04

Das hat ja super geklappt mit der schnellen Antwort. Vielen Dank!

Eine Nachfrage hätte ich noch:

Wenn das Erbe 460.000 € umfasst und die gesetzliche Erbquote der Ehefrau 1/2 ist, also 230.000 Euro, ist der Zugewinnausgleich darin bereits enthalten? Oder bekommt die Ehefrau 130.000 € Zugewinnausgleich und dann noch 230.000 € vom Erbe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2015 | 22:09

Die Ehefrau muss sich entscheiden:
Entweder wird Sie Erbe, dann bekommt Sie pauschal einen erhöhten Erbteil von 1/2 (also 230.000 EUR. Diese pauschale Summe soll bereits den Zugewinn ausgleichen, ohne dass eine tatsächliche Berechnung durchgeführt werden muss.
Oder Sie schlägt das Erbe aus und erhält dann den Pflichtteil (41.250 EUR) und den Zugewinnausgleich (130.000 EUR).

Bewertung des Fragestellers 10.02.2015 | 08:18

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FRAGESTELLER 10.02.2015 5/5,0
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