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Erbrechtsfrage - vom Bruder geerbt?

| 04.09.2008 21:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Folgender Sachverhalt:

Im März 1986 verstarb einer meiner Brüder bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall im Alter von 33 Jahren. Er war nicht verheiratet, keine Kinder. Mein Bruder hatte kein Vermögen.

1989 verstarb unsere Mutter, 1991 unser Vater im Alter von 82 Jahren. Wie auch immer hinterließ mein Vater nennenswerte Schulden, die gerade eben durch eine kleine Immobilie abgedeckt waren. Drei meiner Brüder, wovon einer zwischenzeitlich im März 2008 verstorben ist, schlugen das Erbe aus. Ein vierter Bruder nahm das Erbe an, verkaufte alles, anrrangierte sich mit den Gläubigern meines Vaters und behielt noch etwas übrig, was er verjubelte.

Der diesjährig verstorbene Bruder hinterließ außer Schulden ebenfalls nichts. Alle drei noch lebenden Brüder sind für die Beerdigungskosten aufgekommen. Im Übrigen wurde von allen drei Brüdern nebst deren Kindern ebenfalls das Erbe am Nachlass des als zweites verstorbenen Bruders ausgeschlagen.

Nun recheriert eine namenhafte Lebensversicherung bei mir im Rahmen der Nachforschung wegen der Auszahlung eines mir noch unbekannten Betrages. Offenbar hatte mein erst (bei einem Unfall) gestorbener Bruder dort eine Versicherung abgeschlossen. Die Versicherung teilt mit, dass dort als Begünstigtem eingetragen sei "mein Vater".

Von dieser Versicherung wusste niemand etwas, selbst mein verstorbener Vater offenbar nichts, denn sonst hätte er sie wegen seiner Schulden gezogen.

Die Papiere sind untergegangen. Auch der Versicherungsschein.

Ist es nun so, dass mein Vater unwissentlich im Jahr 1986 meinen erst gestorbenen Bruder um den Versicherungsbetrag beerbte und als der Vater verstarb, dieses unwissentliche Erbe auf den erbannehmenden Bruder des Vaters übergegangen ist?

Oder ist es so, dass der Vater das Erbe des erst gestorbenen Bruders nicht antrat - jedenfalls die Auszahlung des Versicherungsbetrages nicht verlangte - immerhin waren zwischen den Todesfällen fünf Jahre vergangen und wäre schlussendlich der jetzt zur Disposition stehende Versicherungsbetrag zwischen den noch drei lebenden Brüder aufzuteilen?

Das Erbe des durch den Unfall verstorbenen Bruders wurde von den lebenden Brüdern nicht ausgeschlagen.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes zusammenfassend wie folgt:

Zunächst ist einmal festzustellen, dass die Versicherungssumme nicht zur Erbmasse des verstorbenen Bruders gehörte. Dadurch, dass der Vater als Begünstigter angegeben wurde, hat er durch den Todesfall des Bruders einen Anspruch erworben, der völlig unabhängig vom Erbrecht existiert. Das heißt, der Vater hat die Versicherungssumme aufgrund des Todesfalls und dem entsprechenden Versicherungsfall erworben, nicht jedoch aufgrund eines Erbrechts.

Obgleich der Vater diesen Anspruch nicht geltend gemacht hat, gehörte dieser Anspruch aber nunmehr zu seinem Vermögen.

Da nicht nur bestehendes Vermögen, sondern auch Ansprüche vererbbar sind, hat der Bruder, der das Erbe angenommen hat, meiner Rechtsauffassung nach auch den Anspruch auf die Versicherungssumme geerbt.

Somit hat dieser nunmehr einen entsprechenden Auszahlungsanspruch. Jedoch bleibt - von diesen grundsätzlichen Ausführungen abgesehen - einiges offen, wie zum Beispiel die vertraglichen Regelungen hinsichtlich der Geltendmachung des Anspruchs, der Übertragbarkeit und der Verjährung. Für den betreffenden Bruder wäre es daher sicher angebracht, die Angelegenheit bzw. die Unterlagen anwaltlich prüfen zu lassen und sich - ggf. über einen Anwalt - mit der Versicherung auseinanderzusetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt

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