Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbrechtsfolge


| 26.12.2009 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
ich habe die starke Vermutung, dass meine Mutter bei einem Erbe, das ihr aus meiner Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zusteht, gezielt übergangen worden ist. Der Sachverhalt:

Der inzwischen verstorbene Ehemann (mein Stiefvater) meiner Mutter hatte zwei Geschwister: Einen Bruder und eine Schwester.

Beide sind inzwischen ebenfalls verstorben.

Der Bruder meines Stiefvaters hatte einen Sohn, der weder eine Ehefrau noch irgendwelche Abkömmlinge hatte. Dieser Sohn ist vor einem halben Jahr verstorben. Meine Mutter hat von seinem Tod nur durch Zufall erfahren.

Das Erbe, ein Haus im Werte von circa 200.000,- -300.000,- Euro, haben jetzt die beiden Söhne der Schwester meines Stiefvaters zu gleichen Teilen erhalten. Da der Verstorbene Alkoholiker war und sich zu Tode getrunken hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass er ein Testament zugunsten seiner Cousins gemacht hat.

Da die Schwester meines Stiefvaters geheiratet hat, tragen die Söhne nicht den Familiennamen des kürzlich Verstorbenen. Meine Mutter hingegen hat den Namen der Ursprungsfamilie.

Steht meiner Mutter dieses Erbe zu? Falls ja, steht es ihr in vollem Umfang zu oder zu einem Anteil?
Vielen Dank vorab für die Beantwortung meiner Frage. Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen
akarus

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn der Erblasser, also Ihr Stiefvater, kein Testament errichtet hat und wenn es keine anderweitige letztwillige Verfügung gibt, ist nach seinem Tod gesetzliche Erbfolge eingetreten.

Neben Ihrer Mutter waren gleichzeitig gesetzliche Erben der zweiten Ordnung, nämlich dessen Bruder und dessen Schwester, vorhanden. Gem. § 1931 Abs.1 BGB ist Ihre Mutter damit zu 1/2 Erbin geworden.

Wenn die Eheleute (also Ihre Mutter und Ihr Stiefvater) im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, wird die Erbquote des überlebenden Ehegatten um 1/4 erhöht; vgl. § 1371 BGB. Dies bedeutet, daß der überlebende Ehegatte einer Ehe, für die zum Zeitpunkt des Erbfalles der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft galt, neben gesetzlichen Erben der zweiten Ordnung 3/4 des Nachlasses erhält.

Ihre Mutter ist damit zu 3/4 Erbin ihres Ehemannes geworden.

Dem Ehegatten stehen darüber hinaus der eheliche Hausrat und die Hochzeitsgeschenke vorab zu (sog. Voraus; vgl. § 1932 BGB).


2.

Um Ansprüche geltend zu machen, rate ich Ihrer Mutter dringend, einen Rechtsanwalt aufzusuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2009 | 01:39

Sehr geehrter Herr Raab,

es handelt sich um das Erbe des Sohnes des Bruders meines Stiefvaters. Mein Stiefvater war folglich der Onkel des Verstorbenen, bzw. der Verstorbene war der Neffe meines Stiefvaters.

Die Personen, die das Erbe jetzt erhalten sind die Cousins des Verstorbenen, da der Verstorbene weder Ehefrau noch Kinder hatte. Entspricht diese Erbfolge der gesetzlichen Erbfolge? Und warum erhält meine Mutter überhaupt nichts aus der Erbmasse, obwohl sie den gleichen Nachnamen wie der Verstorbene hat - im Gegensatz zu den Cousins? Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir diese Frage noch beantworten könnten.
Einen guten Rutsch in das Jahr 2010!
Barbara Annette Schmidt

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2009 | 11:31

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Wenn, wie in dem hier geschilderten Fall, die gesetzliche Erbfolge gilt, weil keine letztwillige Verfügung (Testament, Erbvertrag) des Erblassers vorliegt, ist auf das Verwandtschaftsverhältnis abzustellen.

Verwandte im Sinne des Erbrechts sind nur solche Personen, die gemeinsame Vorfahren (Eltern, Großeltern) haben.

Der Erblasser, also der Alkoholiker, war der Sohn des Bruders Ihres Stiefvaters. Hier besteht ein Verwandtschaftsverhältnis. Das gilt ebenso bezüglich der Erben, also der beiden Söhne der Schwester des Stiefvaters. Dagegen besteht zwischen dem Erblasser und Ihrer Mutter kein Verwandtschaftsverhältnis, mit der Folge, daß Ihre Mutter nicht (Mit)erbin nach dem Tod des Alkoholikers geworden ist.

Auf den Familiennamen kommt es im Erbrecht nicht an.

Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können und wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 27.12.2009 | 16:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

bei der nochmaligen Prüfung des Sachverhalts ist mir Folgendes aufgefallen:

Sprechen Sie mit Ihrer Anfrage den Nachlaß des Sohnes des Bruders des vorverstorbenen Stiefvaters an? In diesem Fall hätten Sie nämlich keinen Erbanspruch. Sie wären dann nicht (Mit)erbin geworden.

Teilen Sie vielleicht kurz mit, in welchem Sinne Ihre Fragestellung gemeint ist, da sich daraus unterschiedliche rechtliche Konsequenzen ergeben.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 31.12.2009 | 18:27


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle und umfassende Beantwortung meiner Frage, auch meiner Anschlussfrage. Gerne wieder und einen guten Rutsch ins Jahr 2010!"
FRAGESTELLER 31.12.2009 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER