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Erbrecht/Erbmasse

30.05.2011 13:09 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo,
meine Mutter (Güterstand Zugewinngemeinschaft) ist vor gut einem Jahr verstorben, ein Testament existiert nicht.Ihr gehörte eine Immobilie, die sie ihrem Ehemann überschrieben hat. Diese ist 5 Monate vor ihrem Tod verkauft worden. Gehört der Erlös zur Erbmasse?? Der Ehemann verweigert bis zu heutigen Tage trotz mehrfacher Aufforderung eine Aufstellung über das zur Erbmasse gehörende Vermögen. Kontoauszüge gibt es nur ab dem Todestag meiner Mutter. Sollte man das jetzt einklagen und wer trägt die Kosten?
Bitte um entsprechende Auskunft.
MfG

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Fragen anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworten:

Zunächst einige grundsätzliche Ausführungen zum besseren Verständnis. Sofern kein Testament vorliegt, gilt die gesetzliche Erbfolge nach der bei Zugewinngemeinschaft der Ehegatte grundsätzlich zu 50% Erbe wird, die restlichen 50% werden dann auf vorhandene Kinder aufegeteilt. Nach Ihren Angaben gehe ich davon aus, dass Sie das einzige Kind sind, so dass Sie zu 50% ebenfalls Erbin geworden sind, sollten noch weitere Kinder vorhanden sein, ändert sich nur die Erbquote, an der Tatsache, dass Sie Miterbin geworden sind und damit Teil der Erbengemeinschaft mit dem Ehemann Ihrer Mutter und ggf. weiteren Kindern, ändert sich nichts.

Das Erbe geht grundsätzlich von alleine mit dem Tod des Erblassers auf die Erben über. Die Erbengemeinschaft ist eine auf Auseinandersetzung gerichtete Gesamthandsgemeinschaft, d.h. vereinfacht, dass Sie mit 50% an dem gesamten Nachlass beteiligt sind. Eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann aber grundsätzlich nur einvernehmlich zwischen allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft erfolgen, nur wenn dies gescheitert ist folgt die gerichtliche Auseinandersetzungsklage und ggf. Teilungsversteigerungen von nicht teilbaren Vermögensgegenständen.

Zum Nachlass selbst gehört grundsätzlich nur das Vermögen welches im Todeszeitpunkt dem Erblasser zugestanden hat. Die Erbengemeinschaft ist damit nur Eigentümer der Vermögenspositionen geworden, die der Mutter zugestanden haben. Hier ist zunächst herauszufinden aus was dieser Nachlass bestanden hat und wo er sich befindet, ggf. sind Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Bei diesen Tätigkeiten lassen Sie sich optimalerweise von einem Rechtsanwalt beraten und vertreten, da die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft, insbesondere wenn ein Mitglied nicht kooperativ ist, zu den schwierigsten Rechtsmaterien gehört.

Obiges bedeutet, dass alles Vermögensgegenstände noch bis zum Todeszeitpunkt aus dem Vermögen des Erblassers ausscheiden können, bspw. durch Verkauf, wobei dann der Erlös in das Vermögen des Erblassers tritt.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat Ihre Mutter aber die Immobilie an den Ehemann verschenkt und dieser hat es dann verkauft. In diesem Fall gehört der Erlös dann in das Vermögen des Ehemannes und ist dann nicht Teil des Nachlasses, hierzu sollten aber die Details und wenn möglich die Verträge die den Übetragungen zugrunde lagen gesichtet werden.

Unabhängig von der Frage, ob der Erlös in den Nachlass gehört, könnte sich aber ein Pflichtteilsergänzungsanspruch ergeben. Dieser Anspruch nach §2325 BGB soll verhindern, dass zu Lebzeiten das Pflichtteilsrecht ausgehöhlt wird. Ihnen als Erbe steht dieser Anspruch nur dann zu, wenn Ihr Anteil an dem Nachlass als Erbe insgesamt weniger ist, als Ihr Pflichtteilsanspruch.
Der Pflichtteilsanspruch beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, in Ihrem Fall somit 25%. Nach §2325 werden Schenkungen zu Lebzeiten bei der Berechnnung des Pflichtteilsanspruches miteinbezogen. Sollten nun also bei Zusammenrechnung des Nachlasses und des Wertes des Grundstückes, 25% dieses Wertes mehr wert sein als Ihr 50%-iger Anteil an dem verbliebenen Nachlass, so stände Ihnen ein Pflichtteilsergänzungsanspruch in dieser Höhe zu.

Wie Sie sehen ist die Sache sehr komplex, gleiches gilt für etwaige Auskunftspflichten des Ehemannes Ihrer Mutter Ihnen gegenüber, die notfalls ebenso gerichtlich geltend gemacht werden müssten.
Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, die Abwicklung dieser Erbsache in versierte Hände zu legen, gerne stehe auch ich Ihnen hierfür zur Verfügung. Gerne können Sie per E-Mail unter Haberbosch@erbfall.eu oder telefonisch Kontakt zu mir aufnehmen und ich kann Ihnen unverbindlich die voraussichtlich entstehenden Kosten mitteilen.

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