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Erbrecht und Erbfolge

30.09.2013 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


17:06

Bevor ich zur eigentlichen Frage komme, möchte ich zuerst den Sachverhalt bzw. die Vorgeschichte schildern:
Ein Ehepaar mit zwei Söhnen baut ein Haus, beide Ehepartner sind zu gleichen Teilen Eigentümer des Objekts. Nun verstirbt der Ehemann und hinterlässt seiner Frau seinen Hausanteil, den sie wie folgt aufteilt: sie selbst bekommt vom 50% Anteil des Verstorbenen 33,3% und lässt beide Kinder zu jeweils 33,3% im Grundbuch als Miteigentümer (und spätere Erben) eintragen.

Nun verstirbt einer der Söhne noch vor der Mutter und seine Tochter übernimmt als Erbin die Anteile ihres Vaters und lässt die 33% ohne Wissen der späteren Erblasserin auf Ihren Namen im Grundbuch eintragen.

Und nun die Frage: Wenn nun die Mutter beider Söhne verstirbt, erbt der verbliebene Sohn die gesamten Anteile der Mutter oder erhöht sich der Anteil der Enkelin automatisch auf 50% weil sie in der Erbfolge durch den Tod des Vaters (Sohnes) an dessen Stelle in der Erbfolge "aufgestiegen" ist und es entsteht eine Patt-Situation zwischen Sohn und Enkelin der Erblasserin von 50/50 ?

Es gibt bisher keinen Letzten Willen oder Testament und somit bezieht sich die Frage auf die gesetzliche Erbfolge.

Eingrenzung vom Fragesteller
30.09.2013 | 14:26
30.09.2013 | 15:39

Antwort

von


(630)
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52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
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Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Bis auf die von Ihnen genannten Prozentwerte, scheint alles richtig gelaufen zu sein.

Nach § 1924 Abs. 1 BGB sind gesetzliche Erben der ersten Ordnung die Abkömmlinge des Erblassers. Eltern werden also grundsätzlich von ihren Kindern beerbt. Die Eltern des Erblassers gehören zur zweiten Ordnung gesetzlicher Erben (§ 1925 BGB ).
Der Ehegatte des Erblassers erbt nach § 1931 BGB neben Verwandten ersten Grades zu einem Viertel.

Nicht ganz klar ist Ihre Schilderung hinsichtlich der Verteilung von Anteilen auf die Söhne des Erblassers. Richtiger Weise würden diese im Falle der Gütertrennung zwischen den Eheleuten zu gleichen Teilen neben dem überlebenden Ehegatten, als zu je ein Drittel der vom Erblasser hinterlassenen Hälfte, erben, also zu je einem Sechstel.
Der Mutter würde somit immer noch ihre Hälfte und das weitere ererbte eine Sechstel am Grundstück zustehen. Den beiden Söhnen hingegen je nur ein Sechstel am gesamten Grundstück.

Nun zu Ihrer eigentlichen Frage, ja die Abkömmlinge eines Abkömmlings des Erblassers treten an dessen Stelle. § 1924 Abs. 3 BGB stellt dieses Szenario zwar in etwas anderer Weise dar, jedoch ist damit gemeint, dass aus der Sicht der Mutter deren Enkel ihr Erbe antreten, soweit deren Sohn bereits verstorben ist.

Die 4/6 des auf die Mutter entfallenden Grundstücks werden insoweit gemäß deren Anteile gleichmäßig auf die Erben verteilt. Anstelle Ihres Bruders würden dessen Abkömmlinge treten. Aus erbrechtlicher Sicht wäre dies auch das Ergebnis für den Fall, dass Ihr Bruder nach Ihrer Mutter versterben würde. Seine Kinder, hier Tochter, ist Erbin seiner Hinterlassenschaft, seines gesamten positiven und negativen Vermögens.

Aus steuerrechtlicher Sicht hat jedoch die Tochter hier einen kleinen Nachteil bei der Beerbung der Großmutter, denn nach § 16 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG kann sie nur noch einen Freibetrag in Höhe von 200.000 Euro geltend machen. Hingegen Sie als Kind der Erblasserin würden einen Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro inne haben.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Rückfrage vom Fragesteller 30.09.2013 | 15:55

Die Sechstel-Regelung ist mir etwas unklar. Auch war nicht von Gütertrennung die Rede. Die Eltern lebten in einer Zugewinngemeinschaft. Die Drittelung der Anteile des verstorbenen Vaters war von der Mutter so gewünscht. Nach ihrem Ableben sollten sich die Söhne das Haus (heutiger Wert etwa 60 - 70.000 EUR) dann teilen.

Wird also kein letzer Wille hinterlegt, dann teilen sich nun Sohn und Enkelin das Haus?

Von der Logik her hätte ich es verstanden, wenn die Enkelin die bisherigen Anteile ihres Vaters erbt, aber nicht dessen Erbansprüche auf ggf. zukünftige Hinterlassenschaften.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.09.2013 | 17:06

Sehr geehrter Fragesteller,

gern nehme ich auch zu Ihren weiteren Äußerungen Stellung.

§ 1924 Abs. 3 BGB bestimmt dazu, dass an die Stelle eines zur Zeit des Erbfalles nicht mehr lebenden Abkömmlings die durch diesen mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge treten.

Ihnen selbst steht durch das Ableben Ihres Bruders kein höherer Erbteil zu. Der Erbteil Ihres Bruders würde insoweit auf Sie fallen, als dass Ihr Bruder keine Abkömmlinge hätte oder diese bereits verstorben wären.

Ich danke für den zusätzlichen Hinweise, dass Ihre Eltern in der ehelichen Zugewinngemeinschaft lebten. Damit ändern sich die Erbteile wie folgt.

Ihre Mutter würde zu Ihrer Hälfte ein weiteres Viertel hinzu erlangen, und die beiden Söhne erbten je ein Achtel des gesamten Grundstücks.
1/8 +1/8 = 1/4 +1/4 = 1/2 +1/2 = 1

Die o.g. Sechstel Regelung würde sich insoweit wie folgt darstellen...
1 - 1/2 = 1/2 /3 = 1/6 ; Anteil M 1/2 +1/6 =4/6 = 2/3 + 1/6 (Anteil S1) +1/6 (Anteil S2 bzw. E) =1

Die Drittelung Ihrer Mutter stellt rechtlich soweit diese die gesetzlichen Erbteile überstieg eine Schenkung dar, welche mit Eintragung der jeweiligen Erwerber in das Grundbuch Rechtsgültigkeit erlangte.

>Wird also kein letzter Wille hinterlegt, dann teilen sich nun Sohn und Enkelin das Haus?

Ja, so ist es.
Wird jedoch durch Testament die Enkelin von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, steht Ihr insoweit ein Pflichtteilsrecht gegen den Erben zu. Die Höhe des Pflichtteils entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbes (§ 2303 BGB ).

MI freundlichen Grüßen
RA Wehle /Aachen


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