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Erbrecht speziell

22.02.2015 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Hinterlässt ein Erblasser weder Ehegatten noch eigene Nachkommen, so erben bei gesetzlicher Erbfolge die Eltern bzw. deren Nachkommen als gesetzliche Erben zweiter Ordnung im Sinne des § 1925 BGB. Die Erbteile schon verstorbener Geschwister des Erblassers teilen sich dabei deren lebende Kinder.

(t = tot)
M (t) verh mit J (t)
(Info: J starb vor M)

M(t) bring Kinder A(t) und B(t) mit in die Ehe. M(t) und J(t) haben zusammen Kinder F(t), G(t) und H.

A(t) hat Kind C und D. B(t) hat Kind E(t).


G ist kürzlich verstorben, hinterlässt Erbe, es gibt kein Testament. Wer von C, D und H erbt welchen Teil?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:


Zunächst setze ich bei meiner Antwort voraus, dass G weder einen Ehegatten noch eigene Nachkommen hinterlässt.

Wenn das so ist, dann ergibt sich folgende Erbfolge:
H erbt zur Hälfte, C und D erben jeweils zu einem Viertel.

Alle drei Erben sind als sogenannte Abkömmlinge der schon verstorbenen Eltern M und J gesetzliche Erben zweiter Ordnung im Sinne des § 1925 BGB. Zudem gilt hier die Erbfolge nach Stämmen im Sinne des § 1924 Abs. 3 BGB: Diese hat zur Folge, dass C und D an die Stelle des/der schon verstorbenen A treten und deren/dessen Erbteil bekommen. Würde A nämlich noch leben, dann würde er/sie zur Hälfte neben H erben. So aber teilen sich die Kinder D und C diesen Teil des Nachlasses jeweils zur Hälfte.

Es spielt dabei keine Rolle, dass A von M mit in die Ehe gebracht wurde und deswegen A, C und D mit J gar nicht verwandt sind. Entscheidend ist der gemeinsame Elternteil M.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 22.02.2015 | 13:25

Hr RA Winkler, danke für die Info.

Zur Sicherheit noch die Frage: es ist hier auch unerheblich, dass H noch drei lebende Kinder hat?

Viele Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.02.2015 | 15:52

Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:


Dass H noch drei lebende Kinder hat ist unerheblich.

Dies ergibt sich aus § 1924 Abs.2 BGB. Dieser bestimmt dass lebende Abkömmlinge (hier: H) ihre Nachkommen (hier: die drei Kinder) von der Erbfolge ausschließen. Das ist Teil der schon angesprochenen Erbfolge nach Stämmen. Weil H zur Zeit des Erbfalls selber noch lebt ist es unerheblich, ob er/sie selbst noch lebende Kinder hat.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

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