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Erbrecht in 2 Ehe

| 11.05.2013 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag.

Unsere Situation stellt sich wie folgt dar:
Meine Frau und ich sind seit 10 Jahren verheiratet. Ich habe drei leibliche Kinder aus einer früheren Ehe. Meine Frau hat ein Kind aus früherer Beziehung (ohne Ehe). Wir haben keine gemeinsamen Kinder. Alle 4 Kinder sind inzwischen volljährig.

Wir habe in unserer Ehe keine Vereinbarungen getroffen (also gilt wohl die Zugewinngemeinschaft). Auch existiert kein Testament. All unsere Anschaffungen (Hausrat, Auto, Sparguthaben) wurden während der Ehe erwirtschaftet. Es ist kein Wohneigentum vorhanden. Unsere Kontenführung haben wir schon immer getrennt, bis auf ein gemeinsames Sparkonto. Das bedeutet, dass die jeweiligen Guthaben (fast) klar zugeordnet werden können. Die angesparten Guthaben gehören meiner Frau zu 70 und mir zu 30%.

Meine Fragen sind:
Was geschieht erbrechtlich beim Tod meiner Frau bzw. bei meinem Tod (insbesondere Hausrat und Auto)?
Werden die Sparguthaben einfach zusammengerechnet?
Wie würde der Erbfall bei unserem gleichzeitigen Ableben (Unfall) aussehen?
Was kann ich tun, damit meine Kinder bei meinem Tod nur ihren Pflichtteil bekommen?
Ist ein Berliner Testament für uns sinnvoll?

Sehr geehrter Ratsuchender,

die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Angaben.

Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung nicht ersetzen kann.

Unter berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie Folgt:

Zunächst vorab:

Wenn kein Testament vorhanden ist und ein Ehegatte verstirbt, dass heisst, der Güterstand der Zugewinngemeinschaft wird durch Tod beendet, erhöht sich der gesetzliche Erbteil des überlebeden Ehegatten pauschaul um 1/4 der Erbschaft - Danach ergibt sich folgender Anteil, neben Erben der ersten Ordnung (hier der Kinder des jeweiligen Ehegatten),

mithin 1/2.

Jeder Ehepartner erbt somit zunächst 1/2 von Vermögen des Verstorbenen, da grds. die Vermögen (in der Ehe) getrennt bleiben. Erst durch Tod wird der Ausgleich geschaffen.

Die Kinder des jeweileigen Verstorbenen erben dann den "Rest", nach Kopfteilen.



Was geschieht erbrechtlich beim Tod meiner Frau bzw. bei meinem Tod (insbesondere Hausrat und Auto)?


Hausrat:

Der überlebende Ehegatte als gesetzlicher Erbe hat zunächst einen Anspruch auf den sog. Voraus.

Darunter sind die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände gemeint. Neben den Erben der 1. Ordnung (Kinder) allerdings nur in dem Maße, als der überlebende die Haushaltsgegenstände zur Führung eines angemessenen Haushalts benötigt.

Dieser Voraus ist jedoch wie ein Vermächtnis zu behandeln und ist somit ein Anspruch (schuldrechtlicher) gegen die übrigen Erben auf Übereignung.



Auto:

Hier kommt es darauf an, wer Eigentümer des Fahrzeuges ist.

Wären z.B. Sie Eigentümer und versterben zuerst, würde das Auto, bzw. der Wert, in die Erbmasse fallen und nach oben genannten Grundsätzen - nach Quoten - aufgeteilt.

Wären Sie Eigentümer und Ihre Frau versirbt zuerst, würde ihr Kind nicht "von dem Auto" erben, da Ihre Frau nicht Eigentümerin ist und das Auto nicht ihren Vermögen zugeordnet wird.


Werden die Sparguthaben einfach zusammengerechnet?

Da sie (bis auf ein Sparbuch) getrennte Konten haben, würden diese auch separat berücksichtigt. Würden Sie zuerst versterben, würden Ihre Frau und Ihre drei Kinder (nach der gesetzlichen Erbfolge) je nach ihren Anteilen erben (s.o).

Verstirbt Ihre Frau zuerst, würden Sie und das leibliche Kind Ihrer Frau (nach der gesetzlichen Erbfolge) je nach ihren Anteilen Erben.

Das gemeinsame Sparbuch wird je zur Hälfte berücksichtigt. Versterben Sie zuerst, würden Ihre Kinder an Ihrer "Hälfte" des gemeinsamen Sparguthabens, neben Ihrer Frau, mit der entsprechenden Erbquote bedacht.


Wie würde der Erbfall bei unserem gleichzeitigen Ableben (Unfall) aussehen?

Auch hier gilt grds. das oben gesagte. Mit der Ausnahme, dass bei gleichzeitigen versterben lediglich die jeweiligen Kinder, von Ihnen und Ihrer Frau, das jeweilige Vermögen des vertorbenen Elternteils erben.

Ihre Kinder würden Ihr Geldvermögen erben, das Kind Ihrer Frau, ihr Vermögen. Das gemeinsame Sparbuch je zur Hälfte, verteilt nach Kopfteilen. Das gleiche gilt für den gemeinsamen Hausrat.

Eine güterrechtliche Auseinandersetzung findet bei gleichzeitigen Versterben nicht mehr statt und kann somit auch nicht mehr vererbt werden.

Folge daraus ist, dass jeder Ehegatte mit seinem kompletten Vermögen von seinen gesetzlichen Erben, in Ihrem Fall die leiblichen Kinder, beerbt wird.


Was kann ich tun, damit meine Kinder bei meinem Tod nur ihren Pflichtteil bekommen?

Sie müssten ein Testament errichten, und entweder Ihre Kinder ausdrücklich enterben, oder Ihre Frau zur Alleinerben einsetzen.


Ist ein Berliner Testament für uns sinnvoll?

Ein Berliner Testament ist ein gemeinschaftliches Testament, in dem sich die Ehegatten gegenseitig, und meistens auch einen Dritten (z.B. die Kinder) zu Erben des Überlebenden einsetzen.

Darin wird meist entweder Vor- und Nacherbfolge, bzw. Voll- und Schlusserbfolge bestimmt. Es soll also geregelt werden, dass zunächst die Kinder faktisch enterbt werden und der Ehepartner zunächst "Alles" bekommt, aber die Kinder dann letzentlich "Alles" vom zuletzt versterbenden Elternteil erben.

Wenn Sie jedoch wollen, dass Ihre Kinder lediglich den Pflichtteil bekommen, dann wäre die oben genannte Konstuktion entbehrlich.


Es besteht auch die Möglichkeit ein gemeinschaftliches Testament mit Ihrer Frau zu errichten, ohne Kinder zu berücksichtigen.


Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt, durchaus zu einer anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Pothmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.05.2013 | 18:17

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Stellungnahme vom Anwalt:
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