Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbrecht >evtl.Vollmachtsmissbrauch, Auskunftspflicht des Bevollmächtigten?,Regress?

25.04.2016 23:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Rechtsanwältin/ sehr geehrter Rechtsanwalt,
.
meine einzige Schwester S. teilte mir Ende März dieses Jahres 2016 mit, dass ihr bestimmte Buchungen auf dem Sparbuch und Girokonto unseres am xx.04.2014 verstorbenen Großvaters mütterlicherseits, Herrn L., aufgefallen wären. Sie hätte die Auszüge selbst erst Mitte 2015 nach zähem Schriftverkehr mit der Sparkasse C, bei der unsere Großeltern Ihre Konten führten, erhalten. Nach Durchsicht dieser Unterlagen musste ich feststellen, dass seit dem Tod meiner Großmutter Frau L. im August 2011 in Summe rund 117.500€ von den beiden Konten unserer Großeltern abgebucht wurden [bis auf eine Ausnahme unbar] zugunsten unserer Eltern Ra. und T. Überweisungen waren unsere am 01.02.2012 verstorbene Mutter Ra. und unser Vater T.
.
Mir erscheint hier zunächst wesentlich, dass unsere Großeltern sich mit mir als Scan vorliegendem, handgeschriebenem Testament vom aus dem Jahr 1996 gegenseitig zu „alleinigen Erben ihres gesamten Nachlasses" eingesetzt haben. Weiters lautet es dort: „Nach unserem Ableben soll unsere Tochter Ra., geb. xx.xx.1956 alleiniger Erbe sein. Ersatzerben sind unsere beiden Enkel Ro, geb. xx.xx.1979, und S., geb. xx.xx.1981." Tatsächlich aber wurde das Sparbuch unserer Großeltern nach dem Tod unserer Oma aufgelöst am xx.10.2011 und von dort das gesamte Guthaben i. H. v. 49.595,40€ an unsere Mutter überwiesen. Am xx.10.2011 wurden vom Girokonto unserer Großeltern 25.000,-€ an unsere Mutter als „Erbe" überwiesen. Am xx.10.2011 erfolgte eine Abbuchung über 15.000,-€ von der man auf dem Auszug nicht sehen kann wo sie hingegangen ist (laut meiner Schwester hätte unser Vater ihr gesagt dieser letztgenannte Betrag wäre auch als „Erbe" an unsere Mutter gegangen). Ob unser Großvater vorgenannte Überweisungen selbst oder unsere Mutter als Bevollmächtigte diese Überweisungen bzw. Auszahlungen vorgenommen hat wissen wir nicht. An unseren Vater wurden im Zeitraum xx.10.2011 bis xx.06.2014 dreizehn Mal in der Höhe verschiedene Beträge für „Auslagen" bzw. „Aufwand" überwiesen – in Summe rund 28.000,-€; darunter auch die Kosten für den Grabstein unserer Mutter/ seiner Ehefrau, die er allein beerbt hat. Meine Schwester und ich waren nach dem Tod unseres Großvaters seine alleinigen Erben zu jeweils ½ (entsprechender Erbschein des Amtsgerichts H. vom xx.01.2015 liegt mir vor als Scan).
.
Auf den Sachverhalt von meine Schwester angesprochen im Juni 2015 antwortete ihr unser Vater nach ihrer Aussage sinngemäß, dass hätte alles so seine Richtigkeit. Er sendete Ihr dann eine Email mit der Mitteilung, dass meine Mutter mit unserem Opa auf der Sparkasse gewesen wäre um das „Erbe" zu übertragen und er darüber nichts weiter wisse. Bezüglich seiner „Auslagen" bzw. „Aufwände" hing er seiner Email eine handschriftliche, einseitige formlose Übersicht an, auf der Ausgaben belegt sein sollen – oft steht dort aber einfach ein Datum, der Betrag und dahinter „bar". Mündlich teilte unser Vater meiner Schwester mit, er hätte sich jeden Besuch bei unserem Großvater mit 50€ und jeden in diesem Zusammenhang gefahrenen Kilometer mit 0,3€ vergütet. Unsere Mutter war durch meinen Großvater mit umfassender notarieller Vollmacht vom xx.01.2007 ausgestattet; unseren Vater/ seinen Schwiegersohn bevollmächtigte unser Opa umfassend notariell am xx.11.2011 (nach dem Tod unserer Oma, die ja nicht mehr wie vorher für Ihn sorgen konnte). Ich gehe davon aus, dass eine weit überwiegende Anzahl der fraglichen Kontobewegungen von unserem Vater selbst ausgelöst wurden.
.
Mein Großvater war stark depressiv und verließ die Wohnung nach dem Tod meiner Großmutter nur noch sehr selten zu Arztbesuchen. Er wollte sich selbst nicht um Geldangelegenheiten kümmern, da er damit nicht vertraut war. Vermutlich haben das unsere Eltern ausgenutzt in dem sich meine Mutter das sog. „Erbe" ausgezahlt hat (viel mehr als Ihr als Pflichtteil zugestanden hätte, Alleinerbe war schließlich mein Großvater/ ihr Vater). Unser Opa kann m. E. auch nicht so hohe Ausgaben verursacht haben wie sie sich unser Vater ausgezahlt hat.
.
Eine Frage ist, ob meine Schwester und ich neben den uns im Rahmen der Auflösung des Girokontos unseres Großvaters als Erbe ausgezahlten Beträgen von jeweils 2.100,-€ noch Ansprüche geltend machen können (Verjährung/ Verwirkung), insbesondere gegen unseren Vater, und in welcher Höhe wir diese geltend machen könnten. Von unserer Mutter haben wir nichts geerbt, da sich unsere Eltern gegenseitig als Alleinerben eingesetzt hatten. Das gemeinsame Einfamilienhaus in C., das unsere Großeltern seinerzeit in den 1990er Jahren schenkungsweise mit 80.000,-DM mitfinanziert hatten, und die Bankguthaben unserer Mutter hat somit allein mein Vater erhalten. Unser Vater gab mir anlässlich der Geburt meines Sohnes Tim im Jahr 2012 lediglich 10.000€ in bar; meiner Schwester schenkte er das gebrauchte Mittelklasseauto meiner Mutter. Wir sorgen uns, dass von den Vermögenswerten unseres Vaters (Jahrgang 1954) im Erbfall nicht viel für meine Schwester und mich übrig bleiben wird, da er in seinen Gewerbebetrieb seit einiger Zeit Zuschüsse zahlt und seit dem Tod unserer Mutter mehrere Monate im Jahr als Urlaub bei seiner neuen Freundin (weniger als halb so alt wie er und somit jünger als seine beiden Kinder) auf den Philippinen verbringt. Er denkt ernsthaft darüber nach sie zu heiraten und nach Deutschland zu bringen. Man kann nur vermuten, was das für Auswirkungen auf sein Testament haben kann/ wird – er darf als überlebender Ehegatte Änderungen an dem gemeinschaftlichen Testament unserer Eltern vornehmen.
.
Wir sehen ein, dass unser Vater durch die tatsächliche Betreuung unseres Großvaters einen gewissen zeitlichen Aufwand hatte (für Besuche mit Übergabe von kleinen Taschengeldbeträgen, Kauf von Instantkaffee etc.) und dass meine Schwester und ich unseren Großvater in Sachsen aufgrund der jeweiligen räumlichen Entfernung unserer jeweiligen Wohnsitze in Hessen bzw. Brandenburg leider nur selten besuchen konnten. Wir würden in einen ersten Schritt jedoch gern Rechenschaft über die fraglichen Kontobewegungen haben, da der tatsächliche Aufwand bzw. die tatsächlichen Auslagen aus unserer Sicht nicht so hoch gewesen sein können wie sie sich unser Vater vermutlich selbst überwiesen hat. Im nächsten Schritt würden wir dann zu viel in Anspruch genommene Beträge gern erstattet bekommen.
.
1) Es wäre zu klären, welche Rechte meine Schwester und ich hier haben/ wie die Rechtslage ist.
.
2) Wie sollen wir uns verhalten?
.
3) a) Können wir Beträge zurückfordern? b) In welcher Höhe können wir Beträge zurückfordern?
.
Bitte unterfüttern Sie Ihre Einschätzung/ Ausführungen mit Quellen (Fundstellen im Gesetz, Rechtsprechung, vielleicht auch Literatur etc.)


Einsatz editiert am 26.04.2016 12:44:16

Einsatz editiert am 26.04.2016 20:14:37

Einsatz editiert am 26.04.2016 21:10:48

Einsatz editiert am 27.04.2016 12:17:14

Einsatz editiert am 27.04.2016 12:46:08

Einsatz editiert am 27.04.2016 17:10:43

Einsatz editiert am 27.04.2016 21:10:33

Einsatz editiert am 27.04.2016 21:21:41

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern nehme ich zu Ihren Fragen wie folgt Stellung:

Als Vorsorgebevollmächtigter des Großvaters ist der Stiefvater Ihnen gegenüber zur Rechenschaft über seine Verfügungen über das Vermögen des Großvaters verpflichtet (§ 666 BGB ). Sollte sich hierbei herausstellen, dass Vermögen des Großvaters veruntreut wurde, wäre der Stiefvater regresspflichtig, also Rückzahlung des Geldes in den Nachlass. Oftmals wird der Beweis von Untreue jedoch schwierig, zumal dann, wann sich der Vater auf Schenkung beruft und der Großvater nicht nachweisbar geschäftsunfähig war.

Auch hat der Stiefvater natürlich nicht für Untreue einzustehen, welche möglicherweise anderen Vorsorgebevollmächtigte oder Dritten vor seiner Bevollmächtigung vorzuwerfen wäre. Gleiches gilt für seine rechenschaftspflich, welche sich auf die Zeit seiner Vorsorgebevollmächtigung beschränkt.

Sollte der Großvater Teile seines Vermögens zu Lebzeiten an den Stiefvater oder Dritte verschenkt haben, könnten Ihnen Pflichtteilsergänzungsansprüche zustehen (§ 2325 BGB ). Dieses betrifft jedoch nur Schenkungen innerhalb von 10 Jahren vor dem Ableben des Großvaters. Zudem veringert sich der Pflichtteilsergänzungsanspruch mit jedem Jahr, welche die Schenkung vor dem Ableben zurückliegt.

Die Berechnung konkreter Regressbeträge oder Pflichtteilsergänzungsforderungen ist hier im Rahmen einer Erstberatung und bei nur rudimentären Kenntnissen des Sachverhaltes leider nicht möglich. Bitte beauftragen Sie zur abschliessenden Prüfung einen rechtsanwalt. Auch ich stehe hierzu gern zur Verfügung.

Generell empfehle ich, hier nicht ohne anwaltlichen Beistand gegen den Stiefvater vorzugehen. Die Sach- und Rechtslage ist ebenso kompliziert, wie die Ermittlung des Umfanges eventueller Forderungen Ihrerseits.

Beachten Sie bitte auch den Lauf von Verjährungsfristen. ihre Ansprüche verjähren innerhalb von 3 Jahren, wobei der Lauf der Verjährung spätestens mit Kenntnis vom Ableben des Großvaters bzw. der Untreuehandlungen seitens des Stiefvaters beginnt.

Ich hohhe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick verschafft zu haben. Sollte ich nicht auf alle Fragen zu Ihrer Zufriedenheit eingegangen sein, so bitte ich um Nachsicht und darum, mich über die Nachfragefunktion zu kontaktieren. Ich werde dann gern weitergehend auf den von Ihnen geschilderten Fall eingehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89198 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Rechtsanwältin Frau Dr. Scheibeler hat meine Fragen zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet. Ich empfehle sie deshalb jederzeit gern weiter. Vielen Dank nochmals Frau Dr. Scheibeler. Mit freundlichen Grüßen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr präzise, ausführlich und mit einem guten Rat vesehende Antwort. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Beratung! ...
FRAGESTELLER