Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbrecht: erst Wohnrecht, dann gesetzliche Erbfolge, geht das?

30.07.2014 20:19 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Unsere Eltern wollen ein Testament verfassen um ihr Zweifamilienhaus nach dem Ableben beider zu vererben (Berliner Testament).
Wir sind vier leibliche Nachkommen und alle haben bereits selbst Kinder. Es soll grundsätzlich die gesetzliche Erbfolge gelten, jedoch sind wir vier uns einig, dass zwei Geschwister im Erbfall zuerst ein Wohnrecht auf Lebenszeit gegen Instandhaltung des Hauses und die Übernahme der Nebenkosten erhalten sollen. Nach dem Ableben eines dieser wohnrecht haltenden Geschwister soll dieser Teil vermietet werden und der Erlös unter den restlichen dann noch lebenden gesetzlichen Erben ohne Wohnrecht geteilt werden. Nach Ableben des zweiten wohnrecht haltenden Geschwisters soll das Zweifamilienhaus in die originale gesetzliche Erfolge zurückfallen, also an alle vier Geschwister bzw deren Kinder.
Wie ist so was zu realisieren?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Dieses Ziel mittels Testament zu erreichen, wird relativ schwierig. Problematisch ist hier, dass zunächst zu Gunsten der zwei Geschwister mit lebenslangen, nicht übertragbaren Wohnrecht ein Vermächtnis errichtet werden muss. Hierdurch werden diese beide Geschwister enterbt, so dass ggf. ein Pflichtteilsanspruch bestehen kann. Wenn eines der Geschwister mit Wohnrecht verstirbt, erlöscht das Wohnrecht. Somit sind die Erben frei, die Wohnung zu verwerten (vermieten). Sterben beide Geschwister mit Wohnrecht, bleiben als Erben zunächst die beiden Geschwister ohne Wohnrecht bestehen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Auseinandersetzung des Erbes faktisch nicht möglich. Die Einsetzung der jeweiligen Nachkommen ist das nächste Problem. Eine direkte Nacherbschaft ist ausgeschlossen, da hier nur ein Vermächtnis für die zwei Geschwister mit Wohnrecht in Betracht kommt und diese nicht Erben werden. Theoretisch wäre aber eine Teilnacherbschaft zu Lasten der beiden überlebenden Erben möglich. Eine Nacherbschaft wird aber nach 30 Jahren unwirksam (§ 2109 BGB), so dass auch diese Option nicht Ihren Interesse gerecht wird. Auch würde durch die Nacherbschaft weitgehende Pflichten und Beschränkungen der Erben begründet. Bis zum Nacherblassfall könnte die Erbengemeinschaft nicht aufgelöst werden.

Daher schlage ich Ihnen vor, diese Regelung in einem notariellen Erbvertrag zwischen sämtliche Parteien des Vertrages zu regeln.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.07.2014 | 08:36

Danke für die Antwort. Wir zwei nicht wohnberechtigte Kinder sind uns der Nachteile bewusst und nehmen diese gerne in Kauf. Die Absicht ist unsere Geschwister lebenslang zu versorgen ohne dabei ultimativ unsere Kinder schlechter zu stellen als in der gesetzlichen Erbfolge vorgesehen.
Die vorgeschlagene Lösung eines notariellen Erbvertrags klingt allerdings kompliziert und teuer. Könnte das Ganze einfacher und günstiger gelöst werden wenn die gesetzliche Erbfolge unter der Kondition beibehalten wird dass das unentgeltliche Wohnrecht zwischen den Kindern per Vertrag separat geregelt wird? Wenn ja, könnten Sie das übernehmen? Kosten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.07.2014 | 08:52

Die Regelung eines lebenslangen Wohnrecht muss leider notariell beurkundet werden. Dies folgt aus dem Umstand, dass dieses Recht in das Grundbuch eingetragen werden muss.

Aufgrund der mir nunmehr bekannten Interessen kann ich aber folgende Lösungsmöglichkeit Ihnen vorschlagen.

1. Es wird ein Berliner Testament errichtet.
2. In dem Berliner Testament wird die gesetzliche Erbfolge bestimmt.
3. Als Vermächtnis wird ein höchst persönliches Wohnrecht für die beiden Geschwister nach dem Tod des letzten Elternteils eingeräumt.
4. Die Auflösung der Erbgemeinschaft wird solange ausgeschlossen, bis sämtliche Wohnrechte erlöschen sind.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70866 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr kompetent , sachlich und schnell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre sehr freundliche und kompetente Antwort. Ich weiß jetzt Bescheid und werde entsprechend handeln. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER