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Erbrecht des Enkels (verstorbener Vater) mit Testament der Großeltern


| 05.06.2014 17:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ivo Glemser


Zusammenfassung: Durch die Annahme eines Kindes ("Adoption") wird ein umfassendes gesetzliches Verwandtschaftsverhältnis zu dem Annehmenden und auch zu dessen Verwandten begründet. Dies gilt auch hinsichtlich der gesetzlichen Erbfolge.


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Folgenden möchte ich Ihnen gerne einen Sachverhalt schildern und hierzu aufkommende Fragen äußern. Ich hoffe Sie können mir bei der Lösung helfen.

Der Vater war vor seinem Tod mit der Mutter verheiratet, der (einzige) Sohn ist leiblicher Sohn der Mutter und nach Minderjährigemrecht adoptierter Sohn des Vaters. Der Vater ist verstorben.
Der Vater hat einen Bruder, die Eltern der beiden leben noch und haben ein Testament folgenden Inhalts notariell beurkundigen lassen (bereits mehrere Jahre alt und vor Tod der o.g. Person beglaubigt):

Wir, die Ehegatten, setzen uns hiermit zu alleinigen Erben ein. Der überlebende Ehegatte ist unbeschränkter Erbe.
Für den Fall des gemeinschaftlichen Todes von uns ordnen wir hiermit Testamentsvollstreckung an. [...] Die Testamentsvollstreckung ist für den Fall angeordnet, dass wir, die Eheleute, vor Eintritt des 22. Geburtstages des jüngsten der beiden Söhne versterben. [...]

Somit haben die Eltern des Vaters und Großeltern des Sohnes scheinbar verfügt, dass im Fall des Todes eines Ehegatten der andere Ehegatte unbeschränkter Erbe wird. Die Testamentsvollstreckung dürfte wegfallen, da der jüngste Sohn das 22. Lebensjahr bereits seit geraumer Zeit vollendet hat.

Insofern stellt sich mir nun folgende Frage (vorausgesetzt, ein Großelternteil verstirbt zuerst; daraufhin wird der zweite Großelternteil Alleinerbe und verstirbt daraufhin auch):

Geht das Erbe vom letzten Großelternteil hälftig auf den Bruder und die Nachkommen des verstorbenen Vaters (Ehefrau, adoptierter Sohn) über oder haben die Nachkommen des Vaters keinen Erbrechtsanspruch?
Wie sähe die Erbrechtslage bei gleichzeitigem Versterben der Großeltern aus?

In Hoffnung auf eine Antwort und vielem Dank verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Geht das Erbe vom letzten Großelternteil hälftig auf den Bruder und die Nachkommen des verstorbenen Vaters (Ehefrau, adoptierter Sohn) über oder haben die Nachkommen des Vaters keinen Erbrechtsanspruch?

Für die Beantwortung dieser Frage ist in einem ersten Schritt das gemeinschaftliche Testament heranzuziehen. Die Großeltern könnten diese Frage bereits im Testament geregelt haben.

Ist diese Frage im Testament nicht geregelt oder / und ist der überlebende Großelternteil frei darin, wieder beliebig zu testieren, so ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob der überlebende Großelternteil eine (weitere) Verfügung von Todes wegen nach dem Tod des Erstversterbenden errichtet hat.

Ist bei Versterben des Längerlebenden überhaupt keine letztwillige Verfügung vorhanden, welche die Erbfolge nach dem Längerlebenden regelt, so gelangt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung:

Gesetzliche Erben erster Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers, § 1924 I BGB. Dies bedeutet in Ihrem Fall, dass grundsätzlich die beiden Brüder Erben werden. Da ein Bruder, nämlich der Vater, nicht mehr lebt, tritt an dessen Stelle der Sohn, § 1924 III BGB. Dies gilt aufgrund des Grundsatzes der Volladoption gem. § 1754 BGB auch bei der vorgehenden Annahme des Sohnes als Kind des Vaters („Minderjährigenadoption"). Sind nur der Bruder und der Sohn als nächste Abkömmlinge vorhanden, so erben diese jeweils zu ½. Der Mutter steht kein gesetzliches Erbrecht zu.

Wie sähe die Erbrechtslage bei gleichzeitigem Versterben der Großeltern aus?

Bei gleichzeitigem Versterben der Großeltern wäre dieselbe Prüfung durchzuführen wie zuvor, der zweite Prüfungsschritt würde dabei natürlich entfallen. Die Prüfung wäre deshalb dieselbe, weil zumindest die von Ihnen zitierte Regelung betreffend ein mögliches gleichzeitiges Versterben sich auf die Anordnung von Testamentsvollstreckung beschränkt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 05.06.2014 | 19:08

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

erst einmal vielen Dank für die schnelle, hilfreiche und ausführliche Antwort. Meine Nachfrage richtet sich nunmehr dahingehend, ob ich ihre Aussagen richtig verstanden habe:

Das Testament sieht keine Regelung hinsichtlich der von mir gestellten Frage vor.
In einem nächsten Schritt würde also das gesamte Vermögen durch das Testament auf den Längerlebenden übergehen und das Testament hat seinen Zweck erfüllt (andere Regelungen als die von mir dargestellten enthält das Testament meines Verständnisses nach nicht).
Errichtet der Längerlebende nunmehr kein neues Testament, tritt die von Ihnen erläuterte gesetzliche Erbfolge ein.

Kann man diese Zusammenfassung so stehen lassen?

Vielen Dank nochmals für die nette und hilfreiche Antwort. Auch diesmal verbleibe ich

mit freundlichem Gruß.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2014 | 19:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Zusammenfassung ist korrekt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Ivo Glemser

Bewertung des Fragestellers 05.06.2014 | 19:10


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FRAGESTELLER 05.06.2014 4,8/5.0
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