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Erbrecht, Testament, Hinterbliebenen.

17.07.2018 11:43 |
Preis: 50,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Sehr geehrten Damen und Herren,

ich bin 23 Jahre junger(44) als mein man der jetzt 67 Jahre alt ist, wir können uns schon seit 3 Jahren und sind seit 2 Monaten verheiratet.
Mein man hat eine gesetzliche und eine private Rente. Wie sieht das mit der Versorgung wen meinem man was passiert? Das heißt wen der sterben sollte. Wie viel Zeit muss vergehen damit die Rente von meinem Man erben kann. Ich muss dazu sagen dass ich selbst Geld verdiene. Ich bin Selbständig als Kleinunternehmer und mein Umsatz liegt unter 17500€ im Jahr.

Mein Man hat keine eigene Kinder, ich habe 2 eigene Kinder. Meinen Man gehört ein Haus mit Grundstück, außer dem gibt es mehrere Baugrundstücke die lehr stehen, Mehrere Häuser die vermietet sind und mehrere Felder die an jemanden gepachtet sind, die wieder rum gehören meinen Man und seinen Bruder (62), als Gemeinschaft . Der Bruder hat zwei eigene Kinder also mein man hat 2 Neffen.

Wie sieht die Rechtslage hierzu? Nach dem Tot erbe ich alles was meinem Man gehört und die Hälfte von dem was meinem Man und seinem Bruder gehört? Was muss mein Man machen damit ich das erben kann?
Wenn mein Man ein Testament hinterlässt dass sein Eigentum mach dem Tot mir gehört, das heisst auch die Hälfte von den Gemeinschaftlichen Eigentum? Haben seine Neffen das Recht auch was zur erben?
Können seine Neffen, das Testament anfechten? Hat der Bruder und seine Söhne, das recht das Eigentum von meinen Man zur übernähmen?

Welche Möglichkeiten haben die und wenn ja wie kann ich nicht davor schützen?

Was ist wenn, mein Man in der Zeit wo wir verheiratet sind, ein Testamen schreibt dass, alles seine Neffen erben? Kann ich das Testamen anfechten?

Und wenn er kein Testamen hinterlässt, wie sieht dann die Rechtslage?

Kann ich nach Ihrer Antwort weitere Fragen stellen?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Ratsuchende,

lassen Sie mich Ihre Fragen - ausgehend von Ihren Angaben und vorbehaltlich der Prüfung aller Umstände - wie folgt beantworten.

1)
„Mein man hat eine gesetzliche und eine private Rente. Wie sieht das mit der Versorgung wen meinem man was passiert? Das heißt wen der sterben sollte. Wie viel Zeit muss vergehen damit die Rente von meinem Man erben kann. Ich muss dazu sagen dass ich selbst Geld verdiene."

-Bezüglich der gesetzlichen Rente gilt § 46 SGB VI:

Abs. 1: „Witwen [...], die nicht wieder geheiratet haben, haben nach dem Tod des versicherten Ehegatten Anspruch auf kleine Witwenrente [...], wenn der versicherte Ehegatte die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. Der Anspruch besteht längstens für 24 Kalendermonate nach Ablauf des Monats, in dem der Versicherte verstorben ist. "

Gemäß § 46 Abs. 2a, 1. Halbsatz SGB VI besteht in der Regel ein Anspruch auf Witwenrente nur, „wenn die Ehe nicht mindestens ein Jahr gedauert hat."

Die Ehe darf nicht zu dem Zweck geschlossen worden sein, „einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung zu begründen."

> Im Rechtssinne erben Sie nicht die Rente Ihres Ehepartners. Sie erhalten eine kleine Witwenrente für die Dauer von 2 Jahren, die letztlich 25 % der Altersrente Ihres Ehepartners beträgt (§ 67 Nr. 5 SGB VI).
Verstirbt Ihr Mann, wenn Sie mindestens 45* Jahre alt sind, erhalten Sie eine große Witwenrente (55% der Rente Ihres Mannes) (§ 46 Abs. 2, § 67 Nr. 6 SGB VI). Das konkrete Mindestalter hängt vom Todesjahr ab (§ 242a Abs. 5 SGB VI). Lesen Sie dies in der dortigen Tabelle nach.

In den ersten drei vollen Monaten beträgt die Witwenrente 100 % der Altersrente.

-Bezüglich der privaten Rente müssen Sie in den Vertrag sehen, was dort im Falle des Todes geregelt ist.

Hier sind Hinterbliebenenrente oder die Weiterzahlung für die garantierte Rentenzeit möglich.

2)
„Wie sieht die Rechtslage hierzu? Nach dem Tot erbe ich alles was meinem Man gehört und die Hälfte von dem was meinem Man und seinem Bruder gehört? Was muss mein Man machen damit ich das erben kann?"
„Welche Möglichkeiten haben die und wenn ja wie kann ich nicht davor schützen? "

Sie als Ehepartner Erben nach den gesetzlichen Vorschriften neben den Erben zweiter Ordnung (Abkömmlinge seiner Eltern) gemäß § 1931 Abs. 1 S. 1 BGB 50 %, im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft ein weiteres Viertel (§ 1931 Abs. 3, § 1371 Abs. 1 BGB), d.h. insgesamt ¾ des Vermögens Ihres Mannes und damit auch ¾ dessen, was Ihrem Mann und dessen Bruder gemeinsam gehört. Der Bruder erbt ¼.

Damit Sie alles erben, kann er Sie als Alleinerbin einsetzen, z.B. durch ein Testament.

3.
„Wenn mein Man ein Testament hinterlässt dass sein Eigentum mach dem Tot mir gehört, das heisst auch die Hälfte von den Gemeinschaftlichen Eigentum? Haben seine Neffen das Recht auch was zur erben? "

Wenn Sie testamentarische Alleinerbin sind, erben sein Bruder oder die Neffen nichts.

Diese haben auch keinen Pflichtteilsanspruch, da ein solcher nur für Abkömmlinge und den Ehegatten besteht (§ 2303 BGB).

4.
"Können seine Neffen, das Testament anfechten? Hat der Bruder und seine Söhne, das recht das Eigentum von meinen Man zur übernähmen?"

Testamente können angefochten werden. Dafür bedarf es aber eines Grundes, z.B. Irrtum und Täuschung (§ 2078 BGB). Das ist hier nicht ersichtlich.

Ein Anfechtungsrecht nach § 2079 BGB besteht schon deshalb nicht, weil Bruder/Neffen gerade keine Pflichtteilsberechtigten sind.

> Bruder und Söhne haben kein Recht, das Eigentum Ihres Mannes zu übernehmen.

5.
„Was ist wenn, mein Man in der Zeit wo wir verheiratet sind, ein Testament schreibt dass, alles seine Neffen erben? Kann ich das Testamen anfechten? Und wenn er kein Testamen hinterlässt, wie sieht dann die Rechtslage?"

Wenn Ihr Mann Sie enterbt, haben Sie einen Pflichtteilsanspruch, d.h. nur einen Anspruch in Geld, in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbes.

Eine Anfechtung kommt unter den Voraussetzungen der §§ 2078 und 2079 BGB in Betracht.

Ohne Testament gilt das unter 2. Geschriebene.


> Mittels eines Erbvertrages (notariell) oder eines gemeinschaftlichen Testamentes können Sie sich absichern.

Diesbezüglich sollten Sie die Hilfe eines Rechtsanwaltes / einer Rechtsanwältin für Erbrecht in Anspruch nehmen oder gleich einen Notar aufsuchen.


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Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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