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Erbrecht/ Schulden nach dem Tod


| 22.01.2018 14:06 |
Preis: 61,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Ich bin 20 Jahre alt und im 2. Lehrjahr als Anlagenmechaniker tätig. Leider habe ich Krebs und schon Chemotherapie etc. Hinter mir die nicht wirklich geholfen haben. Jetzt habe ich 2000€ Euro Schulden durch Arzt kosten etc. Ich habe auch nicht mehr viel Zeit laut den Ärzten, wie sieht es aus nach meinem Tod? Wer erbt zuerst? Geschwister oder Eltern? Und was kann ich tun das die die Schulden nicht übernehmen müssen/ davor geschützt sind? Kann ich Gegenstände vor meinem Tod bedenkenlos verschenken?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Dass Sie sich schon in einem so jungen Alter ernsthaft über Erbrecht Gedanken machen müssen, tut mir sehr leid.

Ihre Eltern würde Sie hier insoweit gesetzlich beerben, so Sie keine Kinder haben. Diesen stünden hier auch Pflichtteilsrechte zu, so Sie diese per Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen würden.

Ein Erbe könnte hier wenig gegen Ihre zu Lebzeiten verübten unentgeltlichen Verfügungen unternehmen, außer etwaige Pflichtteilsberechtigte könnten hier einen sogenannten Pflichtteilsergänzungsanspruch und ein dazugehöriges Auskunftsrecht gegen den Erben bzw. den Beschenkten geltend machen.

So Ihre Eltern das Erbe ausschlagen würde in der gesetzlichen Erbfolge Ihre Geschwister an der Reihe sein zu Erben berufen zu werden.

Der Erbe kann sich vor einem überschuldeten Nachlass entweder durch Ausschlagung oder die Beantragung einer Nachlassinsolvenz schützen.
Bei einer Ausschlagung, die nur innerhalb der 6-Wochenfrist ab Kenntnis des Erbanfalls, vor dem zuständigen Nachlassgericht oder einem Notar erklärt werden kann, wird man nicht Erbe, jedoch treten die nächsten Verwandten nunmehr in die Erbenposition ein und haben ihrerseits ein Recht das Erbe auszuschlagen.
Bei einer Nachlassinsolvenz, so diese berechtigt ist, haftet allein der Nachlass für die Verbindlichkeiten des Nachlasses (also Ihre eventuell hinterlassenen Schulden). So dieser nicht zu Befriedigung der Nachlassgläubiger ausreicht, gehen diese leer aus.

Schenkungen können in diesem Fall für eine rückwirkende Zeit bis zu 10 Jahren angefochten werden, damit eben die Nachlassgläubiger hier noch Befriedigungsmasse erhalten können.

Eine Schenkung ist rechtlich erst wirksam, wenn das Geschenk in den Verfügungsbereich des Beschenkten gelangt und Sie, als Schenker nicht mehr über das Geschenk verfügen können. (oder Sie haben einen notariellen Schenkungsvertrag geschlossen!!!)


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen



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