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Erbrecht - Pflichtteil

| 22.10.2014 17:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Anfrage bezieht sich auf das Thema Erbrecht. Genauer gesagt um den Pflichtteilsanspruch.
Folgende Fakten liegen vor.

Erstversterbende (Vater) - verstorben vor mehreren Jahren.
Er hinterlässt Ehefrau und 4 Kinder. Damaliger Einheitswert 19.000 DM.

Vor kurzem verstirbt die Ehefrau (Mutter).
Übrig bleiben 4 Kinder. Es gibt ein Testament, in dem der jüngste Sohn als Alleinerbe aufgeführt ist.
Gesetzliche Erbteil wurde mit 80000€ ermittelt.

Wie hoch ist der Pflichtteil jedes einzelnen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre aufgeworfenen Fragen anhand des hier dargestellten Sachverhalts.

In Bezug auf den erstverstobenen Vater ist der Sachverhalt nicht ganz eindeutig. Soweit hier kein entsprechendes Testament vorlag, sind sowohl die Mutter als auch die 4 Kinder des Erblassers zur gesamten Hand Erben des Vaters (Erblasser) über dessen Vermögen (Nachlass) geworden.
Aus dem Sachverhalt kann insoweit nicht entnommen werden, ob der nunmehr festgestellte Nachlass in Höhe von 80.000 Euro, den gesamten oder Teile des oben bezeichneten Gesamthandseigentum umfasst oder nicht.

Gesetzt dem der aktuell festgestellte Nachlass in Höhe von 80.000 Euro ist als das ausschließlich alleinige Vermögen der verstorbenen Mutter anzusehen, dann ist für die Pflichtteilsberechnung die Verteilung des gesetzlichen Erbes heranzuziehen.

Danach würden alle 4 Kinder (Abkömmlinge) zu gleichen Teilen Erben der Erblasserin sein, also zu 1/4. Nach § 2303 Abs. 1 S. 2 BGB besteht der Pflichtteil in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils, vorliegend als zu 1/8.

Die 3 älteren Geschwister des Alleinerben, haben daher je einen schuldrechtlichen Anspruch in Höhe von 10.000 Euro gegen diesen. Der Anspruch unterliegt der regelmäßigen Verjährung von 3 Jahren, wobei die Verjährung mit dem Ende des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist.

Ich hoffe Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2014 | 18:16

Sehr geehrter Herr Wehle,

vielen herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Im Grundbuchamt wurden nach dem Erstversterbenden die Kinder mit je 1/16 vermerkt. Damaliger Einheitswert wie angegeben 19.000DM.
Ist dies verjährt ? Oder wird das bei der Berechnung jetzt mit berücksichtigt.
Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.10.2014 | 21:15

Sehr geehrte Ratsuchende,

nein, hier kann nichts verjähren. Die 4 Kinder des Vaters sind neben deren Mutter Erben geworden. Der damalgie gesetzliche Erbteil der Mutter berug 1/2 und die andere Hälfte wurde unter den Kindern aufgeteilt, so dass der Erbteil eines jeden Kindes 1/8 betrug.
Nach Ihren Angaben bestand offensichtlich gemeinschaftliches Eigentum an dem Grundstück der Eltern, so dass hier das 1/2 des Grundstückes als Nachlass nach dem Vater angenommen werden darf.

Dieses Erbteil der Kinder besteht nach wie vor fort und wird auch nicht durch die testamentarische Verfügung der Mutter zugunsten des Jüngsten beeinflusst. Insoweit sind die drei nicht berücksichtigten Kinder je zu 1/16 Gesamthandseigentümer an dem fraglichen Grundstück zusammen mit dem Alleinerben.

Der damalige Einheitswert ist für jegliche Berechnungen hinsichtlich des Pflichtteils ohne Belang. Der Wert des Grundstücks bemisst sich vielmehr nach objektiven Gesichtspunkten, wie dem Marktwert. Dieser kann auf verschiedene Weisen ermittelt werden. Nun kann ich in Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht entnehmen, ob die genannten 80.000 Euro der Gesamtwert der Immobilie darstellt oder aber den reinen Wert der alleinigen Erbschaft.

Hinsichtlich letzterem würde sich die o.g. Berechnung des Pflichtteils nicht ändern. Im anderen Fall wären die anteiligen Eigentumsanteile herauszurechnen und entsprechend in Abzug zu bringen. Hier wäre ein Pflichtteilsanspruch (1/8) in Höhe von 8.125 Euro für die 3 enterbten Geschwister.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 24.10.2014 | 01:09

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