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Erbrecht, Nießbrauch, Immobilie, Pflichtteil, Hausstand

| 19.11.2012 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



fällt für die Berechnung des Pflichtteilanspruches auch der Hausstand (Hausrat, Inventar) oder nur die Immobilie unter den Nießbrauchvorbehalt. Der Nießbrauch ist im Vertrag nur allgemein formuliert: " ...das lebenslängliche Nießbrauchsrecht in der mir gehörigen ideellen Miteigentumshälfte an dem Grundbesitz"
vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Nießbrauch an einem Grundstück ist das Recht, die Nutzungen aus der Immobilie zu ziehen. Der Umfang des Nießbrauchs bei einer Immobilie umfasst auf jeden Fall die wesentlichen Bestandteile des Objektes. Das sind alle Dinge, welche mit dem Objekt fest verbunden sind, z.B. Fenster, Dach, fest eingebaute Heizungsanlage oder Türen.

Sofern keine andere Regelung getroffen wird, wie es in Ihrem Fall ist, erstreckt sich der Nießbrauch auch auf das Zubehör (§ 1031 BGB). Umfasst ist sämtliches Zubehör, welches zum Zeitpunkt der Bestellung des Nießbrauchs im Eigentum des Grundstückseigentümers, welcher den Nießbrauch eingeräumt hat, stand. Ein Beispiel:

Die wertvolle Kücheneinrichtung wird vom Nießbrauch umfasst, wenn die Kücheneinrichtung zum Zeitpunkt der Bestellung des Nießbrauches vorhanden war. Wird die Küche zu einem späteren Zeitpunkt gekauft, dann wird sie grundsätzlich nicht vom Nießbrauch umfasst. Hier müsste entweder der Eigentümer ausdrücklich erklären, dass auch die neue Küche vom Nießbrauch umfasst sein soll. Sind bereits 10 Jahre seit dem Kauf der Küche vergangen, kann allerdings aufgrund "Ersitzung" ebenfalls ein Nießbrauch begründet worden sein.

Sie sehen, es kommt hier sehr auf den Einzelfall darauf an. Für jeden Hausratgegenstand müsste deshalb gesondert geprüft werden, ob dieser vom Nießbrauch umfasst ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen. Bei Rückfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragemöglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Herrmann
Rechtsanwältin

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin Ramona Herrmann, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 19.11.2012 | 21:53

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