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Erbrecht: Berliner Testament; Nachträgliche Anordnung Testamentsvollstreckung

| 25.02.2019 10:43 |
Preis: 48,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


1996 wurde von mir und meinem Gatten ein notarielles "Berliner Testament" erstellt.
Wir haben uns gegenseitig als Alleinerben eingesetzt.
Unsere vier Kinder sind zu gleichen Teilen Schlusserben.
Mein Ehegatte ist zwischenzeitlich vorverstorben.
Eines meiner Kinder (Erbe) verträgt sich nicht mehr mit den anderen Kindern (übrige Erben) und hat sämtlichen Kontakt mit mir und den übrigen Erben abgebrochen.
Ich möchte im Sinne einer friedlichen Auseinandersetzung unter meinen Erben Testamentsvollstreckung anordnen.

Das Berliner Testament aus dem Jahr 1996 hat folgende das Thema betreffende Formulierungen:

"...

§ 3 Zweiter Erbfall:
...
Der Überlebende von uns darf nach dem Tode des Erstversterbenden von uns diese Erbeinsetzung beliebig abändern, sofern er dabei keine anderen Personen als unsere gemeinschaftlichen Abkömmlinge (Kinder und Enkelkinder) bedenkt. Bei Ausübung des Änderungsvorbehalts durch den Überlebenden sollen die Verfügungen des Verstorbenen nicht gem. § 2270 Abs. 1 BGB in Wegfall kommen.


§ 4 Pflichtteilsklausel:
...
3. Der Überlebende von uns ist jedoch berechtigt, die Enterbung eines Abkömmlings nach §4 dieses Testaments jederzeit zu widerrufen und zwar auch bezüglich einzelner betroffener Abkömmlinge.

Im Rahmen der Freistellung entfällt auch die Wechselbezüglichkeit der Verfügungen.

§ 5 Bindung und Anfechtungsverzicht:
Sämtliche in diesem Testament enthaltenen Verfügungen sind wechselbezüglich, soweit nichts anderes bestimmt ist und soweit gesetzlich zulässig.
..."

Lassen es obige Formulierungen aus dem Testament zu, dass ich eine rechtswirksame Testamentsvollstreckung anordnen kann?
Wenn ja, wie (Form, Inhalt) kann ich das machen?

Besten Dank für Ihre Bemühungen!


25.02.2019 | 12:23

Antwort

von


(655)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da die Bindungswirkung in Ihrem "Berliner Testament" insoweit aufgehoben ist, als dass sie als Überlebende die Erbeinsetzung abändern dürfen, solange keine anderen Personen als Erben eingesetzt werden, können sie nachträglich eine Testamentsvollstreckung anordnen. Dies wäre ebenfalls als notarielle Urkunde - etwa wie folgt- zu machen.

Zitat:
Ich ordne Testamentsvollstreckung an. Zum
Testamentsvollstrecker bestimme ich Herrn / Frau . . . . . . mit der Aufgabe,
den Nachlass unter den Miterben auseinanderzusetzen.

Im Folgenden müssten Sie dann die Person des Testamentsvollstreckers benennen und die Art und Weise der Auseinandersetzung des Nachlasses regeln. Je genauer die Regelungen erfolgen, desto geringer wird das Streitpotential der Erbengemeinschaft sein.

Inhaltlich kann ich Ihnen hier mangels Kenntnis der Details zum Nachlass keine Vorschläge machen. Hier wird Sie der beurkundende Notar sicherlich weiter beraten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 26.02.2019 | 10:22

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre schnelle und eindeutige Antwort.
Eine Frage habe ich noch:

Kann die rechtswirksame Anordnung der Testamentsvollstreckung in meinem Fall auch privatschriftlich (handschriftlich) erfolgen oder ist notarielle Beurkundung erforderlich?

Besten Dank für Ihre Antwort!

Freundliche Grüße


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.02.2019 | 10:39

Guten Tag,

die Ergänzung kann auch privatschriftlich ( eigenhändig geschrieben und unterschrieben !) erfolgen.
Da hier keine bindende wechselbezügliche Verfügung betroffen ist, kann die Änderung erfolgen und dies in beiden möglichen Formen der Testamentserrichtung.

Um Irritationen zu vermeiden, sollten Sie dabei auf das notarielle Testament Bezug nehmen.

Bewertung des Fragestellers 26.02.2019 | 10:58

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.02.2019
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