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Erbrecht Berliner Testament


12.01.2018 21:28 |
Preis: 40,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg



Mein Vater ist diese Woche verstorben. Alles lief auf seinen Namen, außer ein Zweifamilienhaus, was er zu Lebzeiten meiner Mutter vermacht hat. Meine Eltern hatten einen Landwirtschaftlichen Hof mit ca. 15 Hektar gutem Ackerland. Sie haben ein Berliner Testament gemacht, wo mein Vater meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt hat. Ich habe zwei Geschwister, wobei mein Bruder zum Teil schon sein Erbe bekommen hat und meine Schwester erbt das Zweifamilienhaus was meine Mutter auf den Namen hat. Der Bäuerliche Hof mit dem Land läuft jetzt noch auf den Namen meines Vaters. Meine Mutter müsste das auf den Namen bekommen. Deswegen meine Fragen....

- Wie läuft das im Falle eines Berliner Testaments ab?
- Wie kann ich meine Mutter vor Klagen der Geschwister auf Erbrecht schützen?
- was muß meine Mutter allgemein beachten bei Tod des Ehepartners außer Versicherungen und Witwenrente?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Eine spezielle Spielart des gemeinschaftlichen Testaments ist das sogenannte Berliner Testament. Danach erbt der länger lebende Ehegatte oder Partner zunächst alles. Erst nach dessen Tod erben etwa die Kinder.

Das wird häufig in solchen Fällen als Vor- und Nacherbschaft geregelt.

Der Erblasser kann auf diese Weise einen Erben bestimmen, der aber erst Erbe (Nacherbe) wird, nachdem zunächst eine andere Person (Vorerbe) geerbt hat (§ 2100 BGB). Der Vorerbe ist ein "Erbe auf Zeit". Im Gegensatz zur Erbengemeinschaft erben sie nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt hintereinander. Der Nacherbe hat ein Anwartschaftsrecht auf die Nacherbschaft.

Das Berliner Testament setzt dabei regelmäßig voraus, dass die Kinder als auch nach der gesetzlichen Regelung berechtigten Erben auf den Pflichtanteil verzichten. Sie werden zu Schlusserben nach dem Ableben des zweiten Elternteils und beerben diesen.

2.
Man müsste eben nachsehen, ob der Pflichtsteilsverzicht hier im Testament steht.
Können Sie mir dazu etwas im Rahmen der kostenlos möglichen Nachfragefunktion mitteilen? Vielen Dank im Voraus.

3.
Auch hier müsste ich von Ihnen das wissen, was ich zur Antwort zu Ziffer 2. geschrieben habe. Vielen Dank für ihr Verständnis.

Zudem gilt nach Höfeordnung (HöfeO) hier im vorliegenden Fall, wozu Sie mir bitte ebenfalls Auskunft erteilen mögen:

§ 1 Begriff des Hofes
(1) Hof im Sinne dieses Gesetzes ist eine im Gebiet der Länder Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein belegene land- oder forstwirtschaftliche Besitzung mit einer zu ihrer Bewirtschaftung geeigneten Hofstelle, die im Alleineigentum einer natürlichen Person oder im gemeinschaftlichen Eigentum von Ehegatten (Ehegattenhof) steht oder zum Gesamtgut einer fortgesetzten Gütergemeinschaft gehört, sofern sie einen Wirtschaftswert von mindestens 10.000 Euro hat. […]."

Kommt das hier in Betracht? Denn dadurch könnte sich einiges in Bezug auf Ihre Fragestellung und die diesbezügliche Antwort ändern.
Auch hier bitte ich also um weitere Auskunft, bevor ich Ihnen abschließend antworten. Vielen Dank.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2018 | 22:29

Also im Testament was meine Eltern Handschriftlich aufgesetzt haben und beim Amtsgericht hinterlegt haben, steht nichts von einem Pflichtteilsverzicht. Dort wird auschließlich zum ersten meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt und wir Kinder als Schlußerben. Bei dem Hof handelt es sich um einen Landwirtschaftlichen Hof wo Milchviehbetrieb und Schweinemast betrieben wurde mit 15 Hektar gutem Ackerland als Eigentum. Was muß meine Mutter jetzt beachten? Wie kann sie sich schützen vor evtl. Kindern die Erbrecht beantragen und was ist jetzt im Sterbefall meines Vaters zu beachten? Entschuldigen Sie bitte das ich nicht mehr einsetzten konnte an Honorar, aber ich bin ein armer Student und mehr war einfach nicht möglich. Sie waren sicher auch mal früher in der Situation und ich hoffe trotzdem eine gute Antwort zu bekommen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.01.2018 | 07:53

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Dann können Sie als Kinder Ihren Pflichtteil geltend machen, sobald ein Elternteil versterben sollte, vgl. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 2303 Pflichtteilsberechtigte; Höhe des Pflichtteils

"(1) Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.
(2) Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu, wenn sie durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Die Vorschrift des § 1371 [Erhöhung des Pflichtteils um ein Viertel bei Zugewinngemeinschaft der Ehe] bleibt unberührt."

Das ist also zu berücksichtigen.

Die Verjährung für den Pflichtteil beträgt drei Jahre.

Die Pflichtteilsberechrigten haben folgende Möglichkeiten:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 2314 Auskunftspflicht des Erben

"(1) Ist der Pflichtteilsberechtigte nicht Erbe, so hat ihm der Erbe auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen. Der Pflichtteilsberechtigte kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des ihm nach § 260 vorzulegenden Verzeichnisses der Nachlassgegenstände zugezogen und dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird. Er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird.
(2) Die Kosten fallen dem Nachlass zur Last."

Danach ginge es um die Bestimmung des Nachlasses und des Pflichtteils an sich.

Das mit der Höfeordnung müsste unbedingt noch geprüft werden, was seriös und adäquat leider nur gesondert geht, vielen Dank für Ihr Verständnis.

Da geht es dann um eine Ausgleichung und zudem um eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft.

Das kann und sollte hier am besten vor einem Notar erfolgen, der die Interessen aller Parteien zu berücksichtigen hat, wodurch auch Ihre Mutter am besten geschützt wäre.

Sie können auch gerne bei weiteren Bedarf eine ebenfalls kostengünstige Direktanfrage an mich hier stellen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen Daniel Hesterberg Rechtsanwalt


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