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Erbrecht: Auflösung der Erbengemeinschaft, Verkauf des Hauses, Vater dement

| 30.07.2019 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Immobilienverkauf bei Geschäftsunfähigkeit ist möglich, jedoch nur mit einem rechtlichen Betreuer.

Guten Tag!
Mein Vater ist stark dement und im Altenheim. Er ist deutlich verwirrt und kann nicht mehr schreiben. Ich habe eine Vollmacht für medizinische Fragen.. Ansonsten besteht keine gesetzliche Betreuung.
Nun möchte der Bruder meines Vaters deren Elternhaus komplett erwerben (den zweiten Teil hinzu kaufen) und dies über den Weg der Teilungszwangsversteigerung machen.
Ich habe folgende Fragen:
Wäre eine Teilungszwangsversteigerung möglich, ohne, dass mein Vater eine Betreuung hat?
Ich könnte ja ggf. mitbieten und den Preis hochtreiben und so dafür sorgen, dass mein Vater einen angemessenen Anteil bekommt.
Gibt es eine andere Möglichkeit, z.B. eine Betreuung nur für den Verkauf des Hauses, d.h. nur in Bezug darauf und nur für 2-3 Monate zu beantragen?
Wenn es diese Möglichkeit gäbe, kann man dann nicht einfach zum Notar gehen und das Haus an den Bruder verkaufen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen. Herzliche Grüße

31.07.2019 | 11:13

Antwort

von


(217)
Marktstätte 32
78462 Konstanz
Tel: 07531 - 808 798
Tel: : 07751 - 802 604
Web: http://www.kanzlei-plewe.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Bruder Ihres Vaters kann jederzeit die Teilungsversteigerung beantragen, wenn er Miteigentümer des Objekts ist. Einen solchen Weg geht man allerdings üblicherweise nur, wenn man keine anderweitige Einigung findet, wenn also z.B. ein Miteigentümer den Verkauf blockiert oder wenn man sich über den Kaufpreis oder die Person des Käufers nicht einig wird.

Selbstverständlich ist auch ein direkter Verkauf an Ihren Onkel möglich. Dazu müsste das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer für den Aufgabenkreis „Verkauf des Hauses" einsetzen. Grundsätzlich ist es zwar möglich, dass die Betreuung nur für diesen eingeschränkten Aufgabenkreis angeordnet wird und dadurch naturgemäß auch nur für eine Übergangszeit, weil sich die Sache dann durch Verkauf erledigt hätte. Allerdings wird das Betreuungsgericht dies zum Anlass nehmen, zu prüfen, ob Ihr Vater auch für die übrigen Aufgabenkreise (dann ohne zeitliche Beschränkung) eine rechtliche Betreuung benötigt. Ich halte es für überwiegend wahrscheinlich, dass Ihr Vater dann für sämtliche Aufgabenbereiche eine Betreuung erhält. Dies ist auch sinnvoll, denn wenn die zu Ihren Gunsten bestehende Vollmacht nur medizinische Fragen umfasst, ist es erforderlich, dass jemand für die übrigen Aufgabenbereiche handlungsfähig ist. Dies betrifft insbesondere die Vermögenssorge, Umgang mit Behörden etc. , denn mit Ihrer Vollmacht können Sie vermutlich nicht einmal einen Heimvertrag abschließen oder Abrechnungen mit Versicherungen etc. vornehmen. Insofern könnten Sie beim Betreuungsgericht eine Betreuungsanregung vorbringen und anregen, dass für Ihren Vater ein Betreuer für die übrigen Aufgabenbereiche bestellt wird. Sie können sich selbst als Betreuer anbieten. Wenn aus Sicht des Betreuungsgerichts keine Gründe entgegenstehen, können Sie als Betreuer eingesetzt werden. Wenn der Verkauf des Hausanteils an Ihren Onkel ansteht, sollte man dem Betreuungsgericht dies konkret mitteilen und die weiteren Schritte mit dem Betreuungsgericht abstimmen, denn im Falle eines Immobilienverkaufs muss das Betreuungsgericht dem Verkauf zustimmen.

Das Betreuungsgericht wird eine Zustimmung zum Verkauf nur dann erteilen, wenn dargelegt wird, dass dieser Verkauf notwendig bzw. sinnvoll ist. Als Argument kann man die ansonsten anstehende Teilungsversteigerung vorbringen, die möglicherweise einen geringeren Erlös erbringen könnte.
Der Kaufvertrag muss dann vom Gericht genehmigt werden. Hierzu empfiehlt es sich, die Einzelheiten des Kaufvertrages mit dem Betreuungsgericht abzustimmen.

Sollten Sie und Ihr Onkel sich also handelseinig werden und sollte das Betreuungsgericht Sie als Betreuer einsetzen und dem beabsichtigten Verkauf zu den entsprechenden Konditionen zustimmen, können Sie die Versteigerung vermeiden und den Verkauf direkt durch Kaufvertrag erledigen.

Falls jedoch Ihr Onkel darauf spekuliert, durch die Teilungsversteigerung günstig an das Objekt zukommen, und deshalb mit einem direkten Verkauf nicht einverstanden ist, können Sie dies nicht verhindern. In diesem Fall sollte wohl für Ihren Vater ein Betreuer bestellt werden, damit dieser die Rechte Ihres Vaters im Versteigerungsverfahren wahrnehmen kann. Das klappt allerdings nur, wenn das Betreuungsgericht davon Kenntnis erlangt.

Selbst verständlich können Sie in eigener Person und auf eigene Kosten bei einer Versteigerung mitsteigern. Allerdings tragen Sie dabei das Risiko, dass Ihr Onkel irgendwann aussteigt und nicht mehr mitbietet. Wenn Sie dann das höchste Gebot abgegeben hätten, hätten Sie dann das Objekt ersteigert (und zwar das gesamte Objekt, nicht nur den Anteil Ihres Vaters) und müssten den entsprechenden Betrag aufbringen. Sie müssten sich überlegen, ob dies in Ihrem Interesse liegt und ob Sie dieses Risiko eingehen möchten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Karin Plewe
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht

Rückfrage vom Fragesteller 31.07.2019 | 13:25

Guten Tag und herzlichen Dank für Ihre kompetente und klare Antwort. Eine kurze Frage habe ich noch:
Falls mein Onkel auf eine Teilungszwangsversteigerung besteht, welchen Sinn hat es, dass mein Vater hier Unterstützung durch einen Betreuer bekommt? Er könnte die Versteigerung ohnehin nicht verhindern und auf den Verkaufspreis hätte er keinen Einfluss.
Zum Hintergrund: Ich hätte ungerne fremde Menschen, die sich um die Belange des Alltags für meinen Vater kümmern. Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, ob ich die Betreuung übernehmen möchte. Zur Zeit ist alles gut für meinen Vater geregelt - eben bis auf den Hausverkauf.

Herzliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.07.2019 | 19:47

Sehr geehrter Fragesteller,

ein Beteiligter in einer Teilungsversteigerung hat gewisse Rechte, die er wahrnehmen kann. Es mag schon sein, dass es im konkreten Fall nichts bringen würde. Sie können die Sache auch einfach laufen lassen und abwarten, ob von irgendeiner Seite her jemand das Betreuungsgericht informiert.
Andererseits frage ich mich, wer die finanziellen Angelegenheiten Ihres Vaters regelt, denn abgesehen vom alltäglichen Finanzbedarf müsste dann auch jemand den Versteigerungserlös für Ihren Vater verwalten. Ich wundere mich auch, dass aus dem Heim bislang noch niemand eine Betreuung angeregt hat, denn auch das Heim benötigt eigentlich einen geschäftsfähigen Ansprechpartner.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage damit zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Freundliche Grüße
Karin Plewe

Bewertung des Fragestellers 02.08.2019 | 21:05

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