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Erbrecht, Anspruch an Adoptivgeschwister, II.


| 24.11.2013 13:33 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Mutter hat in 2. Ehe, drei Kinder des angeheirateten Ehemannes adoptiert.
Aus dieser 2. Ehe entstand ein weiteres Kind.
Ich selbst wurde von dem 2. Ehemann meiner Mutter nicht adoptiert.
Welche erbrechtlichen Ansprüche ergeben sich für mich, wenn eines der unverheirateten adoptierten Kinder verstirbt?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ob und inwieweit Sie erbrechtlich durch den Tod eines der adoptierten Kinder betroffen sind, hängt von zunächst davon ab, ob die Kinder als minderjährige oder als volljährige angenommen worden sind.

Gem. § 1754 BGB erlangen minderjährig angenommen Kinder die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes. In diesem Fall würde zwischen Ihnen und den drei adoptierten Kindern (sofern alle minderjährig waren) verwandschaftliche Verhältnisse bestehen und sie könnten grundsätzlich nach einem der adoptierten Kinder, dann im Rechtssinne Geschwister, Erbe 2. Ordnung werden.

Gem. § 1770 BGB erlangen volljährig adoptierte Kinder nur verwandschaftliche Verhältnisse zu dem annehmenden Elternteil. Also würde zwischen Ihnen und den adoptierten Kindern kein verwandschaftliches Verhältnis entstehen. Sie könnten zwar grundsätzlich erben, allerdings nur durch letztwillige Verfügung des Verstorbenen.

Weiterhin ist zu untersuchen, ob der verstorbene ein Testament verfasst hat. Ist dies nicht der Fall gilt die gesetzliche Erbfolge:

1. Gemäß § 1922, 1923, 1924 I BGB sind Sie zusammen mit den drei adoptierten Kindern und dem gemeinschaftlichem Kind jeweils Erben zu 1/5 nach Ihrer Mutter.

2. Sie sind in keinem Fall Erbe nach dem 2. Ehemann Ihrer Mutter.

3. Leben beide Elternteile (Ihre Mutter oder der leibliche Vater) oder ist nur ein Elternteil vorverstorben, dann sind diese gemäß § 1925 I BGB Erben 2. Ordnung des Verstorbenen. Die Eltern schließen gemäß §§ 1925 II, 1930 BGB die Geschwister des Verstorbenen von der Erbfolge aus, sofern sie beide leben. Ansonsten treten an die Stelle des verstorbenen Elternteils die Abkömmlinge des verstorbenen Elternteils. Sie würden also nur in dem Fall erben, wenn Ihre Mutter vor dem adoptierten Kind gestorben ist.

4. Sind beide Elternteile bereits vorverstorben und keine eigenen Abkömmlinge vorhanden, dann erben gemäß § 1925 I BGB die Abkömmlinge der Eltern des Erblassers. Lag eine minderjährigen Adoption vor, dann erben Sie 1/4 des Nachlasses des Verstorbenen, denn gemäß § 1754 handelt es sich dann um eine Volladoption mit Bildung verwandschaftlicher Verhältnisse. Lag eine volljährigen Adoption vor, dann treten nicht die Abkömmlinge der Eltern an die Stelle der Eltern. Gemäß § 1770 BGB existieren keine verwandschaftlichen Beziehungen zu allen (in diesem Fall Sie) Abkömmlingen. Deshalb kann der Grundsatz der Representation im Erbrecht nicht eingehalten werden. An die Stelle der Abkömmlinge treten dann die (leiblichen) Eltern des Verstorbenen, denn die verwandschaftlichen Verhältnisse bleiben gem. § 1770 BGB zu diesen bestehen. Insofern ist also die überlebende leibliche Mutter Erbin. Sofern diese ebenfalls bereits verstorben sein sollte, treten an die Stelle der leiblichen Mutter die Abkömmlinge der leiblichen Mutter, § 1924 I BGB. Sie werden also in der gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt.


Obige Ausführungen gelten nur bei einer Adoption nach dem 1.1.1977. Fand die Adoption vorher statt, kann eventuell bis zum 31.12.1977 gegenüber dem Amtsgericht Berlin-Schöneberg durch Annehmenden, Adoptierten oder einem leiblichen Elternteil erklärt worden sein, dass trotz des Vorliegens einer minderjährigen Adoption die neuen Vorschriften der volljährigen Adoption gelten sollen. Hierzu kann ich aufgrund der Sachverhaltsschilderung keine Ausführungen machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tim Droese, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2013 | 20:18

Die Adoption fand vor dem 1.1.1977 unter Minderjährigen statt.
Wohnort im Kreis Neuss/Rheinland.
Welche Vorschrift wird wahrscheinlich wirksam sein?
Wird bei Vorhandensein eines Testaments eine Pflichtteilregelung
Berücksichtigung finden müssen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2013 | 20:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Anwendbare Vorschriften für Adoptionen unter minderjährigen vor dem 1.1.1977 sind gem. Art. 12 §§ 1-8 AdoptionsG die zum Zeitpunkt des Erbfalls geltenden Vorschriften des BGB. Mithin § 1754 BGB (das Kind erlangt die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes) i.V.m. §§ 1922,1923, 1925 I BGB (gesetzliche Erbfolge).

Ihre zweite Nachfrage ist nicht Bestandteil der Ursprungsfrage, mithin eine weitere Frage, die gemäß den Bestimmungen dieser Plattform nicht vom Ursprünglichen Auftrag gedeckt ist. Zur Pflichtteilsregleung deshalb nur soviel: sofern nicht wirksam entzogen, ist der Pflichtteil immer zu beachten. Die Pflichtteilsberechtigten finden Sie im § 2303 BGB.

Mit freundlichen Grüßen

Tim Droese
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 26.11.2013 | 18:40


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