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Erbrecht, Überschriebenes Grundstück im letztgültigen Testament nicht erwähnt

18.01.2014 18:52 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Die nachträgliche Anordnung der Anrechnung eines Vorempfanges (etwa eines Geschenkes) durch die Erblasser im Testament ist möglich. Allerdings muss dem Beschenkten und dabei mindestens der Pflichtteil verbleiben.

1989 bekam ich von meinen Eltern ein Grundstück zur Bebauung überschrieben. 2004 wurden die restlichen Immobilien auf mich und meine 2 Geschwister überschrieben.
Im ersten Testament von 2001 steht, dass ich den Wert meines Grundstücks - Zeitwert zum Todestag - zum allgemeinen Erbe anrechnen lassen muß. Der Wertausgleich der unterschiedlich wertigen Objekte ist seit 2004 geregelt. Das Testament wurde bis 2006 noch mehrmals geändert bzw. ergänzt. Im letztgültigen wird nur noch auf den Überlassungsvertrag von 2004 Bezug genommen, indem bei mir nur noch das 2004 überschriebene Objekt aufgeführt wird.
Das Testament von 2006 wurde vom Nachlassgericht als gültig und die vorrangegangenen als ungültig erklärt.

Frage kann mein 1989 überschriebenes Grundstück mit berechnet werden? Ist es ein Teil des Erbes?

Vielen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer Erstberatung beantworten möchte:


"Ist es ein Teil des Erbes?"

Teil des Erbes – sprich des Nachlasses – ist all das, was der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes besaß. Gegenstände, welche er vorher verschenkt hat, sind kein Nachlassbestandteil. Das gilt auch für die an die Kinder, unter anderem an Sie, verschenkten Grundstücke.


"Frage kann mein 1989 überschriebenes Grundstück mit berechnet werden?"

Das kann man leider aufgrund Ihrer wenigen Angaben nicht abschließend beantworten. Es spricht aber vieles dafür, dass das Grundstück aufgrund der fehlenden Erwähnung im Testament nicht auf den Erbteil anzurechnen ist.

Bei der Anrechnung von sogenannten Vorempfängen (also zu Lebzeiten übertragenen Gegenständen) muss man zunächst zwischen der Anrechnung auf den Erbteil und derjenigen auf den Pflichtteil unterscheiden.

Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass nach dem letzten Testament von 2006 alle Kinder erben, sprich im Testament auf die ein oder andere Weise mit bedacht sind. In diesem Fall sprechen wir über eine Anrechnung auf den Erbteil.

Eine unbegrenzte Anrechnung der überschriebenen Grundstücke gäbe es gemäß § 2050 Abs.3 BGB nur dann wenn dies VOR der Schenkung, spätestens aber zusammen mit dieser, vom Erblasser den Beschenkten so mitgeteilt worden wäre.

Eine spätere Verfügung der Anrechnung im Testament (wie hier wohl geschehen) ist grundsätzlich auch möglich. Allerdings kann durch diese spätere Verfügung im Testament gemäß § 2316 Abs.3 BGB der Pflichtteil des Anrechnungspflichtigen (hier also unter Umständen Sie) nicht angestastet werden. Im Klartext: Gegebenenfalls müsste Ihnen also auch bei Anrechnung des geschenkten Grundstücks mindestens der Pflichtteil am Nachlass verbleiben.

Wohl noch wichtiger in Ihrem Fall: die Anrechnungsanordnung muss in einem gültigen Testament festgelegt werden. Wenn der Erblasser dies in früheren Testamenten getan hat, im letzten - und letztlich gültigen - jedoch nicht mehr, dann kann man zu der Auffassung kommen, dass das 1989 übertragenen Grundstück NICHT von der Anrechnung betroffen sein soll. Es kann sich aber auch aus dem Testament ergeben dass der Erblasser dies (stillschweigend) doch gewollt hat. Dies ist eine Frage der Testamentsauslegung, welche nur nach gründlicher Durchsicht aller Schriftstücke, vor allem aller fraglichen Testamente, beantwortet werden kann.

Wie gesagt: wenn das betreffende Grundstück in gültigen Testament von 2006 nicht bei der Anrechnung erwähnt ist, dann spricht viel dafür dass auch nicht angerechnet werden muss. Ich schließe aber ausdrücklich nicht aus, dass man durch Auslegung des Testaments auch zu einer anderen Auffassung kommt.

Sie werden also hier nicht darum herumkommen, alle fraglichen Schriftstücke eingehend prüfen zu lassen, wenn Sie eine verbindliche Antwort möchten. Im Bedarfsfalle stehe ich gern dafür zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Lars Winkler, Rechtsanwalt

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