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Erbrecht, Schenkung in Darlehen gewandelt und in Privatinsolvenz untergegangen

| 28.09.2020 18:20 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Wir sind eine Erbengemeinschaft von vier Erben. Einer der Erben hat zu Lebzeiten des Erblassers eine Schenkung von 50.000 EUR erhalten und wurde für einen Hauserwerb eingesetzt. Diese Schenkung ist laut Testament erwähnt und zu berücksichtigen. Nun eröffnet uns der Beschenkte, dass noch zu Lebzeiten des Erblassers die Schenkung kurz vor seiner Privatinsolvenz in ein Darlehen gewandelt wurde und somit zurückerstattet sei. Durch die Schuldbefreiung sei das Darlehen aber mit der Insolvenz getilgt worden. Der Erblasser hat nur verpasst sich in die Gläubigerliste einzutragen. Das Geld bzw. die Anteile davon sind so verloren gegangen. Ist in diesem Fall die Schenkung beim Erbe zu berücksichtigen oder ist hier nur "geschickt" taktiert worden?
28.09.2020 | 20:05

Antwort

von


(254)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Das „riecht" wirklich stark nach einem Täuschungsversuch.

Richtig ist zunächst, dass nach erteilter Restschuldbefreiung nach einer Privatinsolvenz eine Darlehensforderung von den betreffenden Erben als Darlehensschuldner nicht mehr erfüllt werden müsste. Dabei würde es auch keine Rolle spielen, dass sich der Erblasser nicht in die Insolvenztabelle hat eintragen lassen. Wenn es diese Umwandlung der Schenkung in ein Darlehen wirklich gegeben hat, dann hätte der Miterbe (wahrscheinlich, dazu muss man das Testament kennen) auch recht mit seiner Meinung, dass hier nichts mehr anzurechnen wäre. Anzurechnen wäre gemäß dem Testament ja nur eine Schenkung, die es in dem Falle dann nicht mehr gab.

Aber:
Der Miterbe hat den übrigen drei Erben diese Umwandlung der Schenkung in ein Darlehen zu beweisen. Auch in einem eventuellen Prozess um die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft läge die Beweislast bei dem betreffenden Erben.

Wenn diese Umwandlung also nur eine Schutzbehauptung ist, dann wird er damit schon deswegen nicht durchkommen weil er dafür keine ausreichenden Beweise vorlegen kann. Dies wäre in der Regel ein entsprechender Darlehensvertrag.

Insofern haben Sie in der Angelegenheit meiner Meinung nach gute Karten. Verlangen Sie diesen Beweis und machen Sie klar, dass ansonsten weiter von einer Schenkung ausgegangen und diese Schenkung gemäß dem Testament angerechnet wird.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Rückfrage vom Fragesteller 28.09.2020 | 23:44

Die Umwandlung hat wohl wirklich statt gefunden, da ein Betrag von 55000 EUR in der Gläubigerliste vom Miterben vorgelegt wurde. Ein schriftlicher Vertrag wurde allerdings nicht vorgelegt. Das bedeutet wohl, dass weitere Zuwendungen stattgefunden haben. Hat das überhaupt mit der Schenkung zu tun, oder ist der abweichende Betrag ein anders Darlehen.
Das geht wohl nur aus dem Darlehensvertrag hervor.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.09.2020 | 09:02

Sehr geehrter Fragesteller,


Zu Ihrer Nachfrage Folgendes:

Die Tatsache, dass der Schuldner selber dieses Darlehen in der Insolvenz an gibt, ist für mich kein ausreichender Beweis. Im Gegenteil entspricht die Tatsache, dass der Erblasser sich nicht beim Insolvenzverwalter gemeldet hat, gegen die Umwandlung in ein Darlehen. Ein ausreichender Beweis wäre für mich nur ein schriftlicher Darlehensvertrag oder ein anderes Schriftstück des Erblassers.

Ob es hier weitere Zuwendungen/Schenkungen gab kann ich Ihnen natürlich nicht beantworten. Das kann man letztenendes nur anhand der Unterlagen des Erblassers, vor allem der Bankunterlagen und Kontoauszüge, beurteilen.

In jedem Fall würde ich von dem Erben weitere stichhaltige Beweise fordern. Ansonsten kann man auch die Ansicht vertreten, dass nach Sinn und Zweck des Testaments ein Darlehen genauso anzurechnen ist wie eine Schenkung. Das ist immer eine Auslegungsfrage im Einzelfall, probieren kann man es natürlich.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.09.2020 | 10:15

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.09.2020
4,8/5,0

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