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Erbmasse, Bargeld kurz vor Tod,

02.04.2021 10:07 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag, wir sind eine Erbengemeinschaft von 7 Erben und es gibt eine Pflichtteilsberechtigte,
Meine Mutter hatte stets viel Bargeld im Haus. Dies sollte als Vorausvermächtnis für geleistete Dienste und Arbeit am Haus und Grundstück zwischen meinem Bruder und mir aufgeteilt werden.
Im Testament ist dieses Vorausvermächtnis nicht schriftlich festgehalten worden.
Seit 2018 ist mein Bruder der Einzige, der zu meiner Mutter noch Kontakt hatte und einen Schlüssel zum Haus besitzt.
Am 24.03.2020 hat mein Bruder meine Mutter ins Krankenhaus gefahren. Beiden war bekannt, dass sie sterben würde. Vermutlich ist mein Bruder danach ins Haus gegangen und hat das Bargeld (ca. 40.000€) an sich genommen.
Am 30.03.2020 ist meine Mutter verstorben.
Mein Bruder hat seine Geschwister über den Tod und deren Beisetzung nicht informiert. Auf Nachfrage nach dem Bargeld gab meine Bruder keine Auskunft. Angeblich werden wir im Haus nichts finden, es sei nichts mehr da.
Gehört das Geld nun in die Erbmasse oder nicht?

02.04.2021 | 10:49

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


§ 1922 BGB regelt, dass mit dem Tode einer Person deren Vermögen auf die Erben übergeht.

Dies bedeutet also, dass das gesamte Vermögen, dass Ihre Mutter am 30.03.2020 hatte, deren Vermögen am Todestage war und damit als "Erbmasse" gilt. Der Umstand, dass Ihr Bruder das Bargeld einige Tage vorher an sich genommen hat, ändert daran nicht, da er hier nur den Aufbewahrungsort des Bargeldes verändert hat.

Eine bestimmende testamentarische Anordnung über die Verteilung des Barvermögens gibt es nach Ihren Angaben nicht. Mündliche Absichtserklärungen des Erblassers über die Verteilung des Vermögens im Erbfall sind leider wertlos . Das Gesetz sieht in §§ 2231 ff. BGB strenge Formvorschriften für eine letztwillige Verfügung vor, zudem muss nach den §§ 2355, 2356 BGB der Erbe das Testament im Original vorlegen, dass angeblich die Verwendung des Barvermögens regelt Dies ist hier nicht der Fall, so dass die Absichterklärung der Mutter nichts nutzt (vgl. etwa: OLG Düsseldorf, Beschluss v. 16.08.2013, I-3 Wx 134/13).

Wenn genügend Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die 40000 Euro einige Tage vor dem Versterben Ihrer Mutter im Haus der Mutter vorhanden waren und der Bruder diese an sich genommen hat, ist er hier zur Auskunft verpflichtet. Sollte er sich weigern, müssten Sie ihn notfalls gerichtlich in Anspruch nehmen. Zudem wäre -unterstellt Ihr Bruder hat das Geld an sich genommen- auch an die Einleitung strafrechtlicher Schritte zu denken.

Soweit Ihr Bruder dann vortragen sollte, dass Ihre gemeinsame Mutter das Barvermögen ihm geschenkt habe, so müssten Sie dann darüber nachdenken, ob nicht das Erbe ausgeschlagen wird und Pflichtteilsansprüche bzw. Pflichtteilsergänzungsansprüche geltend gemacht werden, die wegen einer ggf. behaupteten Schenkung nach § 2325 BGB zu einer Erhöhung des Nachlasses um die 40000 Euro führen können.

Dies muss aber unter Berücksichtigung aller Umstände Ihres Einzelfalls sorgfältig abgewogen werden.

Primär rate ich Ihnen, entweder selbst oder anwaltlich vertreten, nochmals ein "ernstes Wort" mit Ihrem Bruder zu reden, damit er seiner Auskunftspflicht nachkommt.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und stehe für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

ANTWORT VON

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