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Erblasser geht von Ungültigkeit des Testamentes aus , gilt dieses als Widerruf ?

05.05.2018 17:17 |
Preis: 60,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Es geht um ein kleines Mädchen was mit 12 Jahren ihren Vater auf tragische weise verloren hat, und wo jetzt Leute versuchen sie um Ihr Erbe zu erleichtern.

Sehr geehrte Damen und Herrn,

mein Mann ist verstorben, wir waren getrenntlebend, es wurde von einer Bekannten von Ihm ein Testament beim Nachlassgericht abgegeben in dem sie als Testamentsvollstreckerin angegeben ist.
Alleinerbin ist unsere minderjährigeTochter was auch in meinem Interesse ist.
Jetzt habe ich das Handy meines verstorbenen Mannes bekommen und aus diesem geht aus
Whats APP hervor
das er das Testament im Januar 2016 an sie per Post gesendet.
Bei der Adresse ging er davon aus das sie dort wohnt.
Mit selbiger Adresse hat er sie im Testament aufgeführt
Er dann von ihr erfahren hat das die Adresse von einer Freundin der Bekannten ist.
Er schreibt dann wortwörtlich:

„Das ist aber jetzt Scheiße weil jetzt das ganze Ding ungültig ist, dachte das ist deine Adresse"

Sie schreibt dann es ist nicht von der Adresse abhängig und er müsse im Testament noch was ändern ( Beweis das sie es geöffnet hat)
Danach war das Thema nicht mehr erwähnt.
Seit April 2016 war er dann mit der Bekannten verstritten es fiel auch kein Wort mehr von Ihm das sie das Testament vernichten soll, nur noch das sie ihm das geliehene wiedergeben soll.
Sie hat sich als Testamentsvollstreckerin bei Gericht ernennen lassen und gab an das sie das Testament im Januar 2016 erhalten hat und es erst nach seinem Tod im Dezember 2016 geöffnet und kopiert hat und danach beim Nachlassgericht abgegeben hat.
Mein verstorbener Mann gibt die Bekannte im Testament mit Doppelnamen an Familienname – Geburtsname. Sie hat aber keinen Doppelnamen.
Ich habe die Überprüfung des Testamentes beantragt, weil ich Zweifel habe das mein Mann es geschrieben hat und ich meiner Tochter diese Testamentsvollstreckerin ersparen möchte da sie versucht hat 4000 Euro sich zu erschleichen.

Meine Frage:

Kann man den Satz
„Das ist aber jetzt Scheiße weil jetzt das ganze Ding ungültig ist, dachte das ist deine Adresse"
als Wiederruf werten?

Kann ich eine Anzeige wegen Irreführung des Gerichtes machen, da sie 12 Monate im Besitz des geöffneten Testamentes war?

Wie verhält es sich mit dem Doppelnamen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

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Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Aus der Formulierung würde ich schon inhaltliche keinen Widerruf herleiten, weil sich der Erblasser offenbar über die (vermutete) Unwirksamkeit ärgert. Er wollte wohl gerade, dass das Testament wirksam ist.

Darüber hinaus stehen hier auch Formzwänge entgegen: Auch ein Widerrufstestament muss handschriftlich abgefasst oder notariell beurkundet sein. Diese Formvorschriften sind mit einer WhatsApp-Nachricht nicht eingehalten. Ansonsten hätte ein Widerruf noch durch Vernichtung des Testaments erfolgen können. Hierzu ist es aber gerade nicht gekommen. Die Annahme, dass das Testament widerrufen worden wäre, wenn der Erblasser von seiner Wirksamkeit gewusst hätte, ist dem Wortlaut gerade nicht zu entnehmen. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass er das Testament nicht widerrufen hat, weil er später (nach Ihrer Schilderung von der Bekannten) erfahren hat, dass es wirksam ist.

„Irreführung des Gerichts" ist kein Straftatbestand. Es gibt lediglich die Pflicht, ein aufgefundenes Testament abzuliefern. Das ist offenbar geschehen.

Der Doppelname ist aus meiner Sicht nicht schädlich. Es ist nur erforderlich, dass die genannte Person identifizierbar ist. Das scheint der Fall zu sein.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-

Nachfrage vom Fragesteller 05.05.2018 | 18:11

Mir geht es noch einmal um die Aussage bei Gericht
Sie wird vom Gericht als Testamentsvollstrecker benannt , nimmt an
wird belehrt nach § 156 StGB und sagt das Sie das Testament erst nach dem Tod geöffnet hat
obwohl Sie seit mehr als 11 Monaten im Besitz des geöffneten Testamentes ist.

Meine Frage:

Es liegt keine Straftat vor ,wenn man bei Gericht nach § 156 StGB wissentlich falsche Angaben macht ?

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank für Ihre schnelle Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.05.2018 | 18:28

Sehr geehrte Fragestellerin,



gern beantworte ich Irhe NAchfrage wie folgt:


Eine Strafbarkeit nach § 156 StGB umfasst nicht jede falsche Aussage, sondern nur die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Ob die Angabe bei Gericht, das Testament ersta nach dem Tod gelesen zu haben, Bestandteil einer eidesstattlichen Versicherung war, lässt sich Ihrer Schilderung nicht entnehmen. Das Gericht kann eine eidesstattliche Versicheriung vom Testamentsvollstrecker verlangen, muss dies aber nicht. Ob die Angabe über den Zeitpunkt der Kanntnisnahme von der (eventuellen) eidesstattlichen Versicherung erfasst ist, lässt sich so ohne Weiteres nicht feststellen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel


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