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Erbgestaltung Deutsch-Französisch

| 20. April 2022 11:23 |
Preis: 50,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


13:29

Hallo,
Ich bin Deutscher mit deutschem Wohnsitz und meine Frau Französin mit deutschem Wohnsitz.
Wir beide haben keine Kinder. Ich habe Mutter und Geschwister in D. Meine Frau hat Eltern und 2 Geschwister in F. Das Vermögen befindet sich in D, überwiegend auf einem Gemeinschftskonto.
Insbesondere meine Frau will erreichen dass Ihre F Angehörigen nichts erben und ich Alleinerbe werde.
In meinem Fall möchte ich meine Frau zur Alleinerbin erklären.

Ich habe gelesen, dass meine Frau die Wahl hat, im Falle Ihres Todes, die Erbschaft nach D oder F-Recht abzuwickeln. Sollte ich nach F-Recht Alleinerbe sein, so fällt meines Wissens nach keine Erbschaftsteuer an.

Zu welcher rechtlichen Gestaltung können Sie mir unter Berücksichtigung des steuerlichen Aspektes raten?

20. April 2022 | 12:25

Antwort

von


(46)
Oberer Stadtplatz 10
94469 Deggendorf
Tel: 015221753503
Web: http://www.kanzleimeixner.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gemäß Art. 21 Abs. 1 EUErbVO wird das Erbrecht des Staates angewendet, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Ohne konkrete Regelung in einem Testament oder Erbvertrag als letztwillige Verfügung würde in Ihrem Fall für Sie beide im Falle des Todes deutsches Erbrecht zur Anwendung kommen.
Durch Testament oder Erbvertrag hat Ihre Frau als französische Staatsangehörige das Recht, die Anwendung französischen Erbrechts zu wählen, Art. 22 EUErbVO.

Für das anwendbare Steuerrecht wird darauf abgestellt, wo der steuerliche Wohnsitz Ihrer Frau ist. Wenn Ihre Frau zum Zeitpunkt Ihres Ablebens ihren steuerlichen Wohnsitz in Frankreich hatte, unterliegt ihr gesamtes Vermögen, egal wo sich dieses befindet, der unbeschränkten Erbschaftsteuerpflicht in Frankreich. Dabei ist es auch irrelevant, dass Sie als Erbe Ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Das heißt Sie wären in Frankreich sodann beschränkt erbschaftssteuerpflichtig.
Je nach Höhe Ihres beiden Vermögens stellt sich die Frage, ob die Freibeträge nach deutschem Steuerrecht nicht ausreichend sind und Sie sich wechselseitig als Alleinerben einsetzen. Dabei sollte Sie jedoch auch darauf achten, wer Erbe sein soll, im Falle das Sie vorverstorben sind. Nach der gesetzlichen Erbfolge wären dann die Abkömmlinge, sonstige Erben Ihrer Frau bei deren Ableben berufen.

Mit der Rechtswahl zu „spielen", um bestimmte Erben von der Erbfolge auszuschließen, sowie dabei auch so wenig wie möglich Erbschaftssteuer zahlen zu müssen, lohnt sich in Fällen, in denen Streit um den Nachlass vorprogrammiert ist, nur wenn ausreichend Vermögen vorhanden ist. Andernfalls können bei insbesondere bei grenzüberschreitenden Sachverhalten die Kosten sehr schnell in die Höhe schießen.

Interessant könnte für den Fall, dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, auch die Überlegung sein, über den steuerfreien Zugewinnausgleich Vermögen bestmöglich zu übertragen. Kommen Sie für diverse Gestaltungsmöglichkeiten gerne auch direkt auf mich zu.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Victoria Meixner, LL.M.

Rückfrage vom Fragesteller 20. April 2022 | 12:56

Vielen Dank für Ihre umfassende Antwort.
Meine Nachfrage:
Meine Frau ist in D steuerpflichtig. Sie möchte in Jedemfall erreichen, dass Ihre Angehörigen nicht im Falle Ihres Ablebens an der Erbschaft partizipieren. Unser Gemeinschaftskonto hat ein Guthaben von ca. 1.5 Mio €- Wäre ich nach F Erbrecht als Ehemann steuerfrei?

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20. April 2022 | 13:29

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.
Sofern Ihre Frau ihren steuerlichen Wohnsitz in Deutschland hat, greift das französische Erbschaftssteuerrecht nicht.
In der Tat wären Sie im Falle der Anwendbarkeit des französischen Erbschaftssteuerrecht als Ehemann nicht erbschaftssteuerpflichtig.
Ergänzend: nach deutschem Erbrecht würden die Eltern Ihrer Frau (nach Ableben ihre Geschwister) pflichtteilsberechtigt sein und ein Anspruch in Geld auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils haben. Nach französischem Recht sind lediglich Abkömmlinge und Ehegatten pflichtteilsberechtigt.
Es wäre daher in Ihrem Fall sicher lohnenswert, wenn französisches Erbrecht zur Anwendung kommen würde und Ihre Frau Ihren steuerlichen Wohnsitz (wieder) in Frankreich herstellen würde, da dann keine Pflichtteilsansprüche ihrer Eltern entstehen würden und Sie als Ehemann erbschaftssteuerfrei wären.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 21. April 2022 | 08:34

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Eine umfangreiche Auskunft, die mir sehr weitergeholfen hat. Hervorragende Kenntnisse in länderübergreifendem Erbrecht.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21. April 2022
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