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Erbfolge ohne Testament - wie ist vorzugehen?

31.03.2010 14:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Meine Frau ist verstorben, das handschriftliche Testament ist aber nicht auffindbar. Der Letzte Wille ist bekannt. Ich soll als Ehegatte Alleinerbe das Einfamilienhaus be- und erhalten und dann später an unsere drei Kinder vererben. Die Kinder sind mit dieser Regelung einverstanden und würden jetzt das Erbe ruhen lassen wollen. Haben wir jetzt mit der gesetzlichen Erbfolge überhaupt etwas zu tun? Müssen wir zum Notar zum Grundbuchamt usw. und den ganzen Papierkrieg über uns ergehen lassen? Gibt es die Möglichkeit auf das Erbe zum jetzigen Zeitpunkt zu verzichten? Eines der Kinder ist zur Zeit noch in der Ausbildung und wird im Sommer nicht übernommen, wird möglicherweise arbeitslos. Würde sich das Erbe auf den Bezug des ALG auswirken und er sein Erbteil dadurch verlieren können?

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn kein Testament vorhanden ist bzw. gefunden wird, gilt die gesetzliche Erbfolge. Danach sind sowohl Sie als auch Ihre Kinder Erben nach Ihrer Frau.

Solange Sie sich einig sind, können Ihre Kinder das Erbe 'ruhen' lassen. Allerdings wirkt dies nicht auf Dritte, wie z. Bsp. Gläubiger Ihrer Kinder oder den Staat.

Um sich selbst vor einem etwaigen späteren Sinneswandel Ihrer Kinder bezüglich des Erbes und dem Zugriff von Gläubigern Ihrer Kinder zu schützen, könnten Sie Ihre Kinder bitten, das Erbe auszuschlagen. Haben Ihre Kinder bereit selbst Kinder, sollten diese ebenfalls das Erbe ausschlagen usw.

Der Bezug von ALG I ist unabhängig vom Vermögen und Einkommen des ALG I Beziehers.
Der Bezug von ALG II ist dagegen abhängig vom Vermögen und Einkommen. Schlägt Ihr Sohn das Erbe nicht aus, bleibt also formal Miterbe, muss er sich dies als Vermögen anrechnen lassen, soweit die Freigrenzen überschritten werden.

Schlägt Ihr Sohn dagegen das Erbe aus, solange er kein ALG II bezieht und auch davon ausgehen kann kein ALG II beantragen zu müssen, bleibt die Ausschlagung grundsätzlich folgenlos.

Die Umschreibung der Immobilie auf Ihren Namen müssen Sie nicht durchführen ist aber für etwaige spätere Eigentumsübertragungen ratsam. Erfolgt die Eintragung innerhalb von 2 Jahren seit dem Erbfall entstehen dafür auch keine Kosten beim Grundbuchamt; § 60 Absatz 4 KostO.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2010 | 18:02

Bitte noch mal zur Klarstellung: Die minderjährigen Enkel-Kinder müßten auch ausschlagen, treten dann an ihre Stelle evtl. Geschwister oder Eltern meiner Frau? Bei meinem Sohn ist der ALG2 Bezug nicht klar. Ab welchem Zeitraum müßte er sich die Absehbarkeit vorhalten lassen?
Vielen Dank im voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2010 | 18:40

Sehr geehrter Fragesteller,

gem. § 1931 BGB können neben Ehegatten nur Verwandte der ersten und der zweiten Ordnung oder die Großeltern des Erblassers erben.

Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers; § 1924 BGB.

Gesetzliche Erben der zweiten Ordnung sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge; § 1925 BGB.

D.h. haben die Kinder und Enkel Ihrer Frau die Erbschaft ausgeschlagen, sind die Eltern Ihrer Frau die nächsten gesetzlichen Erben. Schlagen diese auch aus oder sind bereits verstorben, treten an Ihre Stelle die Abkömmlinge des Elternteils. Erst wenn auch diese ausgeschlagen haben und keine Großeltern Ihrer Frau noch leben, sind Sie Alleinerbe.

Alternativ zu den oben genannten Möglichkeiten, können auch Ihre Kinder die Erbschaft annehmen und Ihnen dann den Anteil am Nachlass verschenken oder verkaufen. Möglicherweise fällt dann jedoch Schenkungssteuer an.

Sobald der Bedarf ALG II beanspruchen zu müssen absehbar ist, darf Ihr Sohn sein Vermögen nicht mehr mutwillig verringern.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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