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Erbfolge nach Adoption Minder/Volljährig

| 02.01.2011 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.


Guten Tag,

die Protagonisten:

Elisabeth,Witwe,geb.1928,Eltern verstorben,Mutter von Klaus.

Margrit, alleinstehend,geb.1926,Schwester von Elisabeth.

Klaus, verh.,2Kinder,geb.1954, anonym mit Namensänderung adoptiert 1956,volljährig 1977,leiblicher Sohn von Elisabeth

1.Frage: Erbt Klaus von Elisabeth (Mutter)
2.Frage: Erbt Klaus von Margrit(Tante)
3.Frage: Erbt Magrit von Elisabeth
4.Frage: Erbt Elisabeth von Magrit
Kann ich im Erbfall einen Erbschein beim Amtsgericht beantragen, obwohl ich einen anderen Nachnamen als die Mutter habe?
Alle Deutsche,keine Testamente,

Danke für klärende Antwort im Voraus
Klaus

Sehr geehrter Fragesteller:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:


Ich unterstelle, Sie waren von einem Dritten adoptiert, als Sie noch minderjährig waren (also nicht von Ihrer Tante) und auch, dass sowohl leibliche Mutter als Tante noch am Leben sind. Bitte ergänzen Sie Ihre Sachverhaltsschilderung mittels der kostenlosen Nachfragefunktion, wenn ich Ihren Sachverhalt aufgrund der Unklarheit, nicht richtig erfasst hätte.


1.Frage: Erbt Klaus von Elisabeth (Mutter) und 2.Frage: Erbt Klaus von Margrit(Tante):

Die Adoption Minderjähriger begründet ein umfassendes Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Kind und dem Annehmenden sowie dessen Verwandten (sog. Volladoption). Nach § 1754 Abs. 2 BGB erlangt das Kind durch die Adoption die rechtliche Stellung eines Kindes des Annehmenden.

Das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes zu den leiblichen Eltern (hier: Elisabeth) und deren Verwandten (hier: Margrit) erlischt durch die Adoption, § 1755 Abs. 1 BGB.

Daher erbt Klaus -gesetzliche Erbfolge vorausgesetzt- weder von Mutter noch von Tante.

3.Frage: Erbt Magrit von Elisabeth und 4.Frage: Erbt Elisabeth von Magrit:

Angenommen, weder Mutter noch Tante haben Kinder (im rechtlichen Sinne, also abgesehen von Klaus), ist jede jeweils gesetzliche Erbe zweiter Ordnung der anderen (§ 1925 Abs. 3 BGB). Antwort daher: Ja.

Kann ich im Erbfall einen Erbschein beim Amtsgericht beantragen, obwohl ich einen anderen Nachnamen als die Mutter habe?

Die Antwort ist hinfällig.
Der Vollständigkeit halber beantworte ich diese: Der Nachname spielt keine Rolle, wenn der Beteiligte die Verwandschaft beweisen kann.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Mit freundlichen Grüßen.

Nachfrage vom Fragesteller 02.01.2011 | 12:15

Danke für die rasche Antwort,
mein Kenntnisstand besagt, dass durch Änderung des Erbrechts 1976 jetzt BGB 1772ff. eine VolljährigenAdoption vorliegt (Übergangsregelung)
AdoptionsUrkunde beinhaltet keinen Hinweis auf Erbausschluss.
Ob ich da was falsch verstanden habe ?

Siehe auch :Beantwortung einer ähnlichen Frage durch RA K. Roth am 7.7.2009 und DNotl-Report 2/1999 Januar 11 Erbrechtliche Wirkung...

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2011 | 12:53

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst mal bedanke ich mich für den Hinweis. Sonst hätte ich Sie fasch beraten.

Sie haben vollkommen recht. Ich habe vergessen, die Übergangsregelung miteinzubeziehen.

Wenn die Adoption vor dem 31. 12. 1976 vollzogen wurde und der Angenommener am 1. 1. 1977 über 18 Jahre war gilt die sog. "schwache Adoptionswirkung" (Art. 12 § 1 Abs. 1 AdoptionsG).

Dabei entsteht nur ein gegenseitiges Erb- und Pflichtteilsrecht zwischen dem Annehmenden einerseits und dem Angenommenen und seinen sämtlichen Abkömmlingen andererseits. Der Angenommene wird nicht verwandt mit den Verwandten des oder der ihn Adoptierenden. Ein etwaige Ausschluss des Erbrechts des Adoptierten gegen den Annehmenden im Adoptionsvertrag gilt weiterhin (Art. 12 § 1 Abs. 5 AdoptionsG)

Der Angenommene und seine Abkömmlinge behalten das gesetzliche Erb- und Pflichtteilsrecht gegenüber ihren leiblichen Verwandten und umgekehrt.

Keine direkten gegenseitigen erbrechtlichen Beziehungen entstehen allerdings zwischen dem Annehmenden und seinen Verwandten und dem Angenommenen und seinen Verwandten aufsteigender Linie.

Nunmehr möchte ich die Fragen erneut beantworten:

1.Frage: Erbt Klaus von Elisabeth (Mutter)
Ja (§ 1924 BGB).

2.Frage: Erbt Klaus von Margrit(Tante)
Nein, er wird von Elisabeth ausgeschlossen (§ 1930 iVm § 1924 Abs. 3 iVm § 1924 Abs. 2 BGB)

3.Frage: Erbt Magrit von Elisabeth
Nein, sie wird vom Klaus ausgeschlossen (§ 1930 BGB).

4.Frage: Erbt Elisabeth von Magrit

Ja, siehe § 1925 Abs. 3 BGB.

Ich hoffe, nunmehr die Fragen zu Zufriedenheit beantwortet zu haben. Falls noch Unklarheiten bestehen, kontaktieren Sie mich per E-Mail.

Bewertung des Fragestellers 25.01.2011 | 18:32

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"Erst grundlegend falsche Antwort,dann habe ich aufmerksam gemacht auf einen allgemein bekannten Gesetzestext, daraufhin wurde die Antwort korrigiert eine weitere Nachfrage war dann in Ihrem System nicht mehr möglich!!!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Wie ich bei der Antwort der Nachfrage zugegeben habe war es so, dass ich die Frage zunächst falsch eingeordnet habe.
Wenn Sie aber eine weitere Nachfrage hätten stellen möchten, könnten Sie dies auch per E-Mail gemacht haben. Dieses Angebot besteht noch.
Die Bewertung halte ich allerdings für unangemessen, denn 2/5 in Sachen Ausführlichkeit und Freundlichkeit kann ich nicht nachvollziehen.
FRAGESTELLER 25.01.2011 2/5,0
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