Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbfolge bei vorhandenem Testament

07.10.2009 22:36 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Nach dem Ableben meines Vaters stellt sich folgender Sachverhalt dar. Es existiert ein Testament (nicht notariell beglaubigt, lediglich handgeschriebenes Din A5 Blatt) in dem mein Sohn und die Freundin des Verstorbenen mit jeweils 15.000€ (mein Sohn) und 10.000€ (Freundin) berücksichtigt werden. Da ich der alleinige Sohn bin habe ich lt. meiner Informationen ein Recht auf 50% der Erbmasse (Pflichtanteil) Da der zur Disposition bestehende Gesamtbetrag nur ca. 25.000€) beträgt, stellt sich folgende Frage:. Muss nun der Rest anteilmässig ausgezahlt werden (60% mein Sohn und 40% Freundin des Verstorbenen) oder muss mein Sohn mit den restlichen ca.12500€ berücksichtigt werden womit die Freundin leer ausgeht? Zusatzinfos: Es bestand keine eingetragene Lebensgemeinschaft und keine gemeinsame Wohnung.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Wie Sie es richtig geschildert haben, sind Sie von Ihrem Vater enterbt worden und können daher nur die Hälfte Ihres gesetzlichen Erbteils geltend machen.

Als alleiniger Sohn sind Sie eigentlich nach der gesetzlichen Erbfolge Alleinerbe.

Damit können Sie 50 % des Gesamtnachlasses von den Erben fordern.
Ist der Pflichtteilsberechtigte nicht Erbe - wie bei Ihnen -, so hat ihm der Erbe/die Erben

- auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen.

- der Pflichtteilsberechtigte kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des ihm nach § 260 vorzulegenden Verzeichnisses der Nachlassgegenstände zugezogen und dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird.

- er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird.

- zudem kann er auch die eidesstattliche Versicherung der Erben hinsichtlich des Nachlasses verlangen und

- danach schließlich die Leistung, die Auszahlung verlangen.

Die Kosten fallen dem Nachlass zur Last.

Der Erbe oder Miterbe, gegen den sich der mit dem Erbfall entstandene Anspruch richtet, hier die Freundin Ihres Vaters und Ihr Sohn, müssen den Anspruch erfüllen.

Miterben (wie hier) haften im Außenverhältnis (also gegenüber Ihnen) als Gesamtschuldner, das heißt, jeder kann allein von Ihnen auf den vollen Pflichtteilsanspruch (12.500,- €) in Anspruch genommen werden.
Für die Verteilung im Innenverhältnis (zwischen den Miterben) gilt: Die Pflichtteilslast tragen die Miterben grundsätzlich nach der Höhe ihrer Erbteile, jedoch kann der Erblasser abweichende Anordnungen treffen.
Nach dem vorgenannten Grundsatz wäre in der Tat, wie es von Ihnen zuerst angenommen wurde, 60 % von Ihrem Sohn und 40 % von der Lebensgefährtin zu übernehmen, aber wie gesagt nur rein intern zwischen diesen beiden Miterben.

Sie können als durchaus von dem einen oder auch anderem Miterben die volle Summe in Höhe von 12.500,- € fordern.

Zudem möchte ich Sie zusätzlich über folgendes informieren:

Nach dem geltenden Erbrecht bestehen keine Erb- oder Pflichtteilsansprüche auf Grund der nichtehelichen Lebensgemeinschaft.
Die Partner stehen sich somit erbrechtlich gegenüber wie Fremde mit der Folge, dass eine Erbenstellung des Partners ausschließlich durch Verfügung von Todes wegen eintreten kann, wie vorliegend geschehen.

Eine Sittenwidrigkeit liegt vielfach bei Erbeinsetzung einer Freundin/Lebensgefährtin (auch Geliebten) nicht vor.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70866 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr kompetent , sachlich und schnell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut Beratung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre sehr freundliche und kompetente Antwort. Ich weiß jetzt Bescheid und werde entsprechend handeln. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER