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Erbfolge bei verstorbenen Sohn

| 06.03.2014 14:03 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Gesetzliche Erbfolge: Bei Vorversterben eines Kindes erben dessen Kinder. Sind keine Kinder vorhanden, verteilt sich der Nachlass unter den weiteren Kindern. Eltern erben nur, wenn kein Kind des Erblassers mehr vorhanden ist.

Sehr geehrte Anwälte, liebe Community,

folgender Fall:

Erblasser A versirbt

Erblasser A hattte vier Kinder, 1, 2, 3, 4.

Kind 1 ist vorverstorben, hat selber zwei Nackommen (1a & 1b)
Kind 2 ist ebenfalls vorverstorben, hat keine eigenen Nachkommen
Kind 3 und 4 leben beide noch

Der Erblasser A war verheiratet, die Ehefrau B ist jedoch ebenfalls vorverstorben.

Die Eltern der Ehefrau B sind vorverstorben.
Die Ehefrau B hat einen Bruder BU.

Wie hoch sind die Erbquoten der gesetzlichen Erbfolge?

Explizit: Das Erbe des vorverstorbenen Kindes 2 geht wegen Mangels eigenen Nachkommen auf die Eltern über, welche ebenfalls verstorben sind. Geht dieses Erbe dann über die Großeltern von Kind 2 auf den Bruder Bu der Ehefrau B über oder ist Kind 2 in der gesetzlichen Erbfolge in dieser Konstelation nicht mehr zu berücksichtigen?

Wenn Kind 2 nicht zu berücksichten wäre, wären die Erbquoten sicherlich sehr einfach 1/6 für 1a, 1/6 für 1b, 2/6 für 3 und 2/6 für 4.

Danke für Ihre Auskunft!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Die kurze Antwort ist: Ihre Einschätzung ist völlig richtig. Enkel 1a und 1b erben jeweils 1/6 und die Kinder 3 und 4 erben jeweils 1/3.

Nachfolgend hierzu einige Erläuterungen:

1. Für den Erblasser A kommen grundsätzlich mehrere Gruppen gesetzlicher Erben in Betracht.
Zunächst besteht ein gesetzliches Erbrecht des überlebenden Ehegatten, der neben Abkömmlingen des Erblassers 1/4 und neben Eltern (und eventuell Geschwistern) oder Großeltern des Erblassers 1/2 erbt. Hinzu käme noch der pauschalierte Zugewinnausgleich.

Weiterhin sind gesetzliche Erben der ersten Ordnung die Abkömmlinge des Erblassers, wobei lebende Kinder die Enkel ausschließen. An die Stelle eines vorverstorbenen Kindes treten dessen Kinder.

Sind beim Erbfall keine Erben erster Ordnung vorhanden, erben die Erben zweiter Ordnung. Dies sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (also Geschwister des Erblassers).

Sind schließlich weder Erben erster noch zweiter Ordnung vorhanden, erben die Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge als Erben dritter Ordnung usw.

Die Erben zweiter und fernerer Ordnungen erben gem. § 1930 BGB jedoch nur, wenn überhaupt kein Angehöriger der vorhergehenden Ordnung(en) mehr vorhanden ist.

Daraus folgt auch, dass der Wegfall des Kindes 2 ohne eigene Abkömmlinge nicht zu einem Übergang seines Anteils auf die Großeltern führt. Da hier noch Angehörige der ersten Ordnung vorhanden sind, wird der Nachlass unter diesen aufgeteilt.


2. Die Kinder erben gem. § 1924 Abs. 4 BGB zu gleichen Teilen. Hier gab es ursprünglich 4 Kinder, wobei ein Kind ohne Abkömmlinge verstorben ist und damit komplett ausfällt und ein Kind Abkömmlinge hinterlassen hat. Damit gibt es rein rechtlich hier noch "drei Köpfe", auf die sich der Nachlass zu gleichen Teilen verteilt. Auf die Kinder 1, 3 und 4 entfallen damit jeweils 1/3 des Nachlasses, wobei der Anteil des Kindes 1 zu gleichen Teilen auf seine Kinder verteilt wird. Damit ist man bei den oben genannten Erbquoten.


3. Die gesetzliche Erbfolge beruht auf dem Gedanken, dass die Verwandten des Erblassers den Nachlass erhalten sollen. Die Eltern des Ehegatten sind jedoch nicht mit dem Erblasser verwand und sind daher unter keinen Umständen gesetzliche Erben. Lediglich der Ehegatte selbst zählt als gesetzlicher Erbe. Ansonsten soll der Nachlass innerhalb der eigenen Familie bleiben, so dass lediglich die Eltern des Erblassers, aber nicht des Ehegatten erben können. (Dies gilt natürlich nur für das gesetzliche Erbrecht - per Testament kann die Nachlassfrage ganz individuell geregelt werden)

Gleiches gilt auch für den Bruder der vorverstorbenen Ehefrau. Auch dieser zählt nicht zum Kreis der gesetzlichen Erben.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!

Mit freundlichen Grüßen


Nele Trenner
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 06.03.2014 | 15:37

Vielen Dank für Ihre umfangreichen Informationen, welche mir sehr weitergeholfen haben! Es ergeben sich keine weiteren Nachfragen...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.03.2014 | 15:43

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich freue mich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und stehe Ihnen natürlich auch zukünftig gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 06.03.2014 | 15:38

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FRAGESTELLER 06.03.2014 5/5,0
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