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Erbfolge + Vorgehen bei keinem Testament

| 24.10.2018 12:11 |
Preis: 40,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Als Miterbe (50%) haben Sie gegen die Ehefrau Auskunftsansprüche, was alles im Nachlass war und was damit passiert ist. Über den Nachlass hätten Sie nur zusammen verfügen können. Für die persönlichen Erinnerungen müssten Sie sich einigen, ansonsten würde aufgeteilt werden müssen. Zur Not klagen!

Guten Tag,

dieses Jahr im August habe ich nach Nachforschungen über das Einwohnermeldeamt erfahren, dass mein Vater bereits 2017 verstorben ist. Meine Eltern sind geschieden und der Vater heiratete erneut. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor.
Leider wurden mein Sohn und ich nach und nach aus der "neuen" Familie des Vaters von Seiten der Ehefrau herausgedrängt, so dass ich den Kontakt vor einigen Jahren zum Selbstschutz ganz abbrechen musste.
Nach dem Einholen der Sterbeurkunde, sowie dem ausfindig machen des Bestattungsortes holte ich auf dem Nachlassgericht die Information ein, dass kein Testament vorliegt, lediglich die Sterbebenachrichtigung.
Wie soll ich nun weiter vorgehen?
Was steht mir gesetzlich zu?
Welche Verpflichtungen hätte die Ehefrau gehabt, bzw. welchen Verpflichtungen muss sie nachkommen?
Mir ist es zudem wichtig an persönliche Gegenstände meines Vaters zu kommen, wie z.B. Fotos, Bücher und Zeugnisse. Doch auf keinen Fall möchte ich Kontakt mit der Frau des Vaters. Kann ich über einen Anwalt gehen? Rechtfertigt das den Aufwand? Ich bin in Sorge, dass große Kosten auf mich zukommen, die das Resultat möglicherweise nicht rechtfertigen. Was raten Sie?


Mit freundlichen Grüßen

Yvonne




24.10.2018 | 14:28

Antwort

von


(15)
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Sie sind zusammen mit der neuen Ehefrau Ihres verstorbenen Vaters jeweils zu 50 % Erben geworden. Sie und die Ehefrau bilden eine Erbengemeinschaft. Der gesamte Nachlass, aber auch Schulden steht Ihnen beiden zu. Die Verwaltung, was mit den Sachen passieren soll, wie zum Beispiel ein Haus weitergenutzt oder vermietet wird, steht Ihnen nur zusammen zu. Das heißt, dass sie sich für jeden Mist sich zusammensetzten und über das Vorgehen abstimmen müssen. Es gilt das Mehrheitsprinzip, was bei zwei Leuten zu 50/50 nie so richtig gelingt und bei zwei Sturköpfen immer im Streit endet. Der Normalfall einer Erbengemeinschaft ist, dass alles zu Geld gemacht wird, die ggf. noch bestehenden Schulden bezahlt werden, und der Rest dann halbe/halbe verteilt wird.

Unter Umständen können Sie das Erbe noch ausschlagen. Hierzu haben Sie eine 6-Wochenfrist nach Kenntnis vom Tod. Unter Umständen kann man bei Ihrem gestörten Familienverhältnis davon ausgehen, dass Sie davon ausgehen mussten, dass Ihr Vater ein Testament aufgesetzt und Sie darin enterbt hätte. Daher ist es vertretbar zu sagen, dass sich die 6-Wochenfrist ausnahmsweise erst ab der Auskunft vom Nachlassgericht, dass es kein Testament gibt, berechnet. Sollte sich jetzt herausstellen, dass der Nachlass Ihres Vaters überschuldet war, gibt es nach streitiger Ansicht aber auch noch die Möglichkeit, die Annahme der Erbschaft (durch Verstreichenlassen der Frist) wegen Irrtums über die Überschuldung anzufechten.

Sollte der Nachlass aber nicht überschuldet sein, würde ich wie folgt vorgehen: Schreiben Sie die Ehefrau an. Schildern Sie in dem Brief, dass Sie Erbe zu ½ sind. Fordern Sie die Ehefrau nach § 2028 BGB (Auskunftspflicht des Hausgenossen = haben sich ja die Wohnung geteilt) und nach § 2027 BGB (Auskunftspflicht des Erbschaftsbesitzers = Ehefrau hat nach dem Tod ja so getan, als sei diese Alleinerbin) zur Auskunft und Rechenschaft auf. Fordern Sie, dass ein Nachlassverzeichnis aufzustellen ist, was zum Zeitpunkt des Todes alles im Nachlass war. Ferner hat sie dann anzugeben, was mit den Sachen passiert ist. Setzen Sie hierzu eine Frist (zwei Wochen bis 1 Monat). Schicken Sie das Schreiben mit Einschreiben.

Die Ehefrau war nicht verpflichtet Sie nach dem Tod zu kontaktieren. Allerdings hätte Sie den Nachlass dann für Sie beide verwalten müssen. Das Konto wäre auf die Erbengemeinschaft umzuschreiben gewesen. Allein aus praktischen Gründen und um eine Haftung für falsche Verwaltung zu vermeiden, wäre es im Interesse der Ehefrau gewesen, Sie zu kontaktieren. Strafrechtlich könnte eine Unterschlagung gegeben sein.

Wenn die Ehefrau auf diese Auskunftsansprüche nicht reagiert oder unzureichende Antworten gibt sollten Sie auf Auskunft klagen. Gerne können Sie sich in diesem Fall direkt an mich wenden. Ich bin bundesweit tätig und würde Ihnen hierbei sehr entgegenkommen.

Wenn Ihnen meine Ausführungen weitergeholfen haben, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen!

Mit freundlichen Grüßen
Christian Spies, LL.M.
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 26.10.2018 | 08:32

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