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Erbfolge, bzw. überhaupt Anspruch

| 19.09.2012 19:25 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo, nachdem meine Tante (Stiefschwester meiner noch lebenden Mutter) vor 3 Jahen verstorben ist, habe ich mich um meinen (angeheirateten) Onkel gekümmert. Anfang des Jahres musste er aus gesundheitlichen Gründen in eine Seniorenstift in meiner Nähe umziehen. Um seine Angelgenheiten einfacher betreuen zu können, habe ich eine notarielle Generalvollmacht über den Tod hinaus zur Ausübung aller seiner Interessen (Bankgeschäfte (Aktien), Mietwohnung auflösen, Verträge- und Versicherung kündigen etc) und die Patientenverfügung von ihm erhalten. Nun ist mein Onkel leider plötzlich verstorben. Der 71 jährige uneheliche Sohn meiner bereits verstorbenen Tante hat bereits in den letzten 2 Jahren meinen Onkel immer wieder um finanzielle Unterstützung angehalten und hat diese auch regelmäßig bekommen, weil er meinem Onkel finanzielle Not vorgespielt hat. Meinem Onkel wurde das in den letzten Wochen bereits zu heftig und es gab öfter Streit zwischen den beiden Männern. Nun, nach dem Tod meines Onkels möchte ich einen möglichst schnellen und korrekten Abschluss für Alles finden, daher meine Fragen:

1.Ist der uneheliche Sohn ( vor 1949 geboren )überhaupt automatisch Erbe ( er denkt er ist ein adoptiertes Kind, er hat allerdings nur den Namen erhalten, laut Unterlagen)? Er fordert von mir die monatliche Unterstützung einfach weiter zu überweisen, wie bisher von meinen Onkel, ich hätte ja eine Vollmacht ! Aber da geht doch gar nicht!

2.Wie verhalte ich mich in dieser Sache nun richtig, ich habe zwar die Generalvollmacht über den Tod hinaus aber welche Aufgaben habe ich nun? Bisher habe ich nur die Beerdigung organisiert. Mein Onkel hatte seinen dies betreffenden Wunsch schrifltich hinterlegt.

3. Habe ich eigentlich einen Erbanspruch (mündlich hat mein Onkel öfter davon gesprochen, ich würde viel für Ihn tun, aber auch einmal etwas dafür bekommen)

Bisher habe ich kein Testament gefunden

Eine rasche Antwort wäre sehr hilfreich,vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid zum Tod Ihres Onkels aussprechen.

Zu Ihren Fragen nehme ich wie folgt Stellung:

1.
Ist der uneheliche Sohn ( vor 1949 geboren)überhaupt automatisch Erbe ( er denkt er ist ein adoptiertes Kind, er hat allerdings nur den Namen erhalten, laut Unterlagen)? Er fordert von mir die monatliche Unterstützung einfach weiter zu überweisen, wie bisher von meinen Onkel, ich hätte ja eine Vollmacht ! Aber da geht doch gar nicht!

Nach Ihren Angaben war der nichteheliche Sohn Ihrer Tante von deren Ehemann nicht adoptiert worden.

Ein gesetzliches Erbrecht des nichtehelichen Sohnes wäre daher nur gegeben, wenn der verstorbene der leibliche biologische VATER des nichtehelich geborenen Kindes war. Dass der uneheliche Sohn vor 1949 geboren wurde, spielt hierbei keine Rolle mehr.

Nach altem Recht war es so, dass ein vor dem 1.7.1949 nichtehelich geborenes Kind gegenüber seinem Vater nicht erbberechtigt war.

Diese Rechtslage hat sich aber ab 23.5.2009 geändert. Bei Erbfällen ab diesem Zeitpunkt sind nichteheliche Kinder unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Geburt erbrechtlich ehelichen Kindern gleichgstellt.

2.
Wie verhalte ich mich in dieser Sache nun richtig, ich habe zwar die Generalvollmacht über den Tod hinaus aber welche Aufgaben habe ich nun? Bisher habe ich nur die Beerdigung organisiert. Mein Onkel hatte seinen dies betreffenden Wunsch schrifltich hinterlegt

Es war sicher richtig, dass Sie aufgrund der Generalvollmacht die Beerdigung nach den schriftlichen Wünschen des Onkels organisiert und wohl auch bezahlt haben.

Mit der Vollmacht vertreten Sie jetzt die Erben, welche die Vollmacht widerrufen können. Ich rate Ihnen daher, abzuwarten, bis die Erbfolge geklärt ist. Insbesondere sollten Sie dem Drängen des unehelichen Sohnes nach Überweisungen nicht nachgeben, sondern darauf verweisen, dass die Erben entscheiden müssen, ob sie weiter Unterstützung gewähren wollen. Wenn ich Sie richtig verstehe, erfolgte die Unterstützung durch den Onkel freiwillig. Eine rechtliche Verpflichtung dürfte daher zumindest zweifelhaft sein.

3.
Habe ich eigentlich einen Erbanspruch (mündlich hat mein Onkel öfter davon gesprochen, ich würde viel für Ihn tun, aber auch einmal etwas dafür bekommen)

Ein Testament kann wirksam nur errichtet werden zur Niederschrift eines Notars oder durch eigenhändig geschriebenes und unterschriebenes Testament (§ 2231 BGB, § 2247 BGB).

Mündliche Aussagen des Erblassers reichen nicht aus.

Ein gesetzliches Erbrecht steht nur unmittelbaren Verwandten und dem Ehegatten zu. Nach Ihren Angaben war der verstorbene Onkel aber "nur" der angeheirate Ehemann der Schwester Ihrer Mutter. Sie waren zwar mit der Tante unmittekbar verwandt, nicht aber mit deren Ehemann.

Ein gesetzliches Erbrecht besteht daher leider nicht.

Sie sollten aber weiter nach einem Testament suchen. Insoweit möchte ich darauf hinweisen, dass ein Testament auch beim Amtsgericht hinterlegt sein kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Moosmann, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 19.09.2012 | 21:07

Vielen Dank für die schnelle Antwort, aber Punt 2 ist mir noch unklar; wie soll ich denn die Erben vertreten, es ist doch sonst keiner da ! Es gibt Aktien und ich habe nicht viel Erfahrung damit. Mache ich mich strafbar und wem gegenüber, wenn der Wert sinkt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.09.2012 | 08:46

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Es gibt immer einen gesetztlichen Erben. Wenn keine gesetzlich erbberechtigten Verwandten vorhanden sind, greift das gesetzliche Erbrecht des Staates (§ 1936 BGB)ein.

Wenn der Erbe unbekannt ist, hat das Nachlassgericht für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen (§ 1960 Abs. 1 BGB). Es kann einen Nachlasspfleger bestellen (§ 1960 Abs. 2 BGB).

Sie haften bei einem Wertverlust der Aktien nicht. Sie machen sich auch nicht strafbar.

Wenn der Erblasser vermögend war und keine direkten Verwandten hat spricht einiges dafür, dass er ein Testament gemacht und ggf. hinterlegt hat.

Ich empfehle Ihnen, sich aufgrund Ihrer Generalvollmacht an das Nachlassgericht zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

Bewertung des Fragestellers 20.09.2012 | 09:47

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 20.09.2012 4,8/5,0
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