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Erbfall : private Entnahmen eines Erben mit Kontovollmacht vor Erbfall

| 05.09.2014 20:38 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Zum Nachlass zählen gegebenenfalls auch Regress-und Schadensersatzansprüche, welche der Erbengemeinschaft gegen Dritte, darunter auch Miterben, zustehen. Wenn ein Miterbe als Bevollmächtigter den Erblasser zu Lebzeiten geschädigt hat,so hat er der Erbengemeinschaft Ersatz zu leisten.

Meine Mutter ist unlängst nach langer Krankheit verstorben.
Mein Bruder , der in ihrer Umgebung wohnt , hat schon seit längerer Zeit
Kontovollmacht über Ihre Konten .
Nun verweigert er bei der Feststellung der Nachlasshöhe eine vollständige
Einsicht auf die Konten.
Es liegt der Verdacht nah , daß er während der Krankheit meiner Mutter
vom Girokonto für eigene Zwecke Geld entnommen hat.
Mein Bruder vertritt die Auffassung , daß sich der Nachlass aus der Kontohöhe zum Zeitpunktes des Todes meiner Mutter bestimmt.
Alle Entnahmen vor diesem Zeitpunkt hätten nichts mit dem Erbfall zu tuen.
Was ist richtig ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Ihr Bruder hat auf ganzer Linie unrecht.

Im Einzelnen:
Der Erbe bzw. die Erbengemeinschaft rückt mit dem Tod des Erblassers in dessen sämtliche Rechtspositionen ein. Das bedeutet zum einen, dass die Erben von einem zu Lebzeiten des Erblassers Bevollmächtigten uneingeschränkt Rechenschaft verlangen können. Aus diesem Aspekt heraus hat ihr Bruder lückenlos aufzuklären und auch lückenlos in seinem Besitz befindliche Kontoauszüge herauszugeben. Diese Auszüge gehören nämlich auch zum Nachlass und stehen der Erbengemeinschaft als Ganzes zu.

Darauf müssen Sie sich aber gar nicht verlassen. Jeder Miterbe hat nämlich unabhängig von den anderen gegenüber den Banken das Recht, Auskunft über die Kontobewegungen und auch Kontoauszüge zu verlangen. Sie könnten also – zweckmäßigerweise mit Vorlage eines Erbscheins – selber bei der Bank vorstellig werden und sich entsprechende Nachweise nochmals fertigen lassen.

Zudem umfasst der Nachlass natürlich neben dem Kontostand zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers auch eventuelle Regressansprüche und Schadensersatzansprüche. Wenn herauskommt, dass ihr Bruder sich unter Missbrauch der Vollmacht zu eigenen Zwecken vom Konto der Mutter "bedient" hat, dann hat er – im Rahmen der geltenden Verjährungsfristen – hier Ersatz an die Erbengemeinschaft zu leisten. Diese Ansprüche gehören zum Erbe und können übrigens auch von einzelnen Miterben (zum Beispiel von Ihnen allein) im Namen der Erbengemeinschaft gegen andere Miterben (zum Beispiel ihren Bruder) geltend gemacht werden.

Sofern Sie in der Sache weiteren Vertretungsbedarf haben, können Sie sich gerne an mich wenden. Ich vertrete Mandanten auch bundesweit, die Kommunikation ist aufgrund der diversen technischen Optionen dabei kein Problem.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 06.09.2014 | 11:45

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.
Kurze Nachfrage:
Das Testament liegt seit kurzem beim Nachlassgericht.
Ist es sinnvoll jetzt noch den Erbschein zu beantragen ?
Wird das Nachlassgericht bei Information in der geschilderten
Angelegenheit aktiv ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.09.2014 | 13:01

Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:


"Ist es sinnvoll jetzt noch den Erbschein zu beantragen ?"

Ein Erbschein wird generell beim Grundbuchamt und in den meisten Fällen auch bei Banken benötigt. Darüber hinaus sollten Sie sich in Ihrem Fall überlegen, ob Sie sich auf (wahrscheinlich unvollständige und verzögerte) Informationen Ihres Bruders verlassen wollen oder ob Sie selber bei der Bank aktiv werden wollen. Als Miterbe haben Sie unabhängig von den anderen Miterben ein eigenes Auskunftsrecht und Anspruch auf Erstattung von Kontoauszügen gegenüber der Bank. Bei den allermeisten Banken funktioniert das aber nur unter Vorlage eines Erbscheins.

Insofern kann man sich durchaus überlegen, den Erbschein nur für diese Auskunft zu beantragen, auch wenn man ihn für andere Zwecke nicht benötigt. An Ihrer Stelle würde ich schon Wert darauf legen die Beträge und die Daten selber vollständig zu kennen. Nur dann kann man weitere Schritte vernünftig planen. Darauf, dass ihnen die Gegenseite die wesentlichen Informationen liefert, ist zumindest kein absoluter Verlass.

"Wird das Nachlassgericht bei Information in der geschilderten
Angelegenheit aktiv ?"

Definitiv nein. Das Nachlassgericht hat diverse Verwaltungsaufgaben in Nachlassfällen, die meisten davon im Zusammenhang mit Erstellung und Einziehung von Erbscheinen. Es ist aber in keinem Fall dafür zuständig, Konflikte zwischen einzelnen Miterben zu regeln bzw. deren Ansprüche untereinander durchzusetzen.

Was Sie brauchen ist ein Rechtsanwalt, auch weil sich bei der Feststellung und Durchsetzung ihrer Ansprüche noch weitere rechtliche Detailfragen ergeben dürften.


Mit freundlichen Grüßen,

Lars Winkler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.09.2014 | 11:04

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