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Erbfall mit Kindern verschiedener Eltern

21.11.2010 19:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Eine Frau A hat zwei Töchter. Sie lässt sich vom Vater B der Töchter scheiden und heiratet wieder einen Mann C, der einen Sohn von seiner ersten Frau hat.
Der Güterstand der neuen Ehe ist nicht bekannt.

Die Eheleute A und C machen ein Berliner Testament, sezten sich also gegenseitig als Alleinerben ein.

Die Frau A stirbt. Das Erbe geht also an ihren Mann C, sofern die Töchter auf den Pflichtteil verzichten. Stirbt dann später der Mann C, bekommen A's Töchter dann etwas vom Erbe? Sie sind ja keine Nachkommen von C.

Oder müssen die Töchter beim Tod ihrer Mutter ihren Pflichtteil geltend machen, um überhaupt etwas zu bekommen?

Wie hoch ist beim Tod von A der Pflichtteil der Töchter a) bei Gütertrennung und b) bei Zugewinngemeinschaft?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Bei einem Berliner Testament setzen sich Ehepartner oder Lebenspartner gegenseitig zu Alleinerben ein und bestimmen darüber hinaus, dass mit dem Tod des zuletzt Verstorbenen der Nachlass an einen Dritten gehen soll.

Wenn A stirbt, wird C nach Ihrem Sachvortrag Alleinerbe. Ist in dem gemeinschaftlichen Testament nichts weiter geregelt, können jedenfalls die beiden Töchter der A ihren Pflichtteilsanspruch geltend machen.

Beim weiteren Versterben des C, erbt dann der Sohn des C. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn A und C in dem gemeinschaftlichen Testament verfügt haben, dass die beiden Töchter der A sowie der Sohn des C zu gleichen Teilen als Schlusserben eingesetzt werden.
Nähere Einzelheiten zu dem gemeinschaftlichen Testament haben Sie allerdings nicht mitgeteilt.

Wenn Sie mögen, können Sie mir dass Testament per E-Mail überlassen, so dass ich dieses kurz in Augenschein nehmen könnte. Ich würde Ihnen dann, ohne dass Ihnen hierfür weitere Kosten entstünden, eine kurze Stellungnahme zukommen lassen.


Wie hoch ist beim Tod von A der Pflichtteil der Töchter a) bei Gütertrennung und b) bei Zugewinngemeinschaft?

Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

a)

Bei Gütertrennung läge der Erbteil des C bei 1/3. Der Erbteil der beiden Töchter läge daher jeweils bei 1/6, so dass die Hälfte des gesetzlichen Erbteils für jede Tochter der A 1/12 beträgt.

b)

Der gesetzliche Erbteil des C beträgt neben Erben der 1. Ordnung (die beiden Töchter der A) 1/4 gemäß § 1931 BGB und 1/4 als Aufstockung gemäß § 1371 BGB, insgesamt also 1/2.
Die restliche Hälfte teilen sich die beiden Töchter der A und erhalten jeweils 1/4.
Die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beträgt daher für die Töchter der A jeweils 1/8.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2010 | 09:37

> Bei Gütertrennung läge der Erbteil des C bei 1/3.
>Der Erbteil der beiden Töchter läge daher jeweils bei 1/6

Da fehlt doch dann ein Drittel? Liegt nicht der Erbteil der Töchter auch jeweils bei 1/3?

>Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn A und C in dem gemeinschaftlichen Testament verfügt haben,
>dass die beiden Töchter der A sowie der Sohn des C zu gleichen Teilen als Schlusserben eingesetzt werden.

C könnte aber nach dem Tod von A alles seinem Sohn überschreiben und so das Erbe der Töchter verhindern, oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2010 | 10:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ja, selbstverständlich liegt der Erbteil der Töchter jeweils bei 1/3, so dass der Pflichtteilsanspruch jeweils 1/6 ausmacht. Den Zahlendreher bitte ich mir nachzusehen.

C könnte aber nach dem Tod von A alles seinem Sohn überschreiben und so das Erbe der Töchter verhindern, oder?

Nach dem Tod von A wäre C ohnehin Alleinerbe, so dass bereits vor diesem Hintergrund die Töchter nicht in die Erbenstellung einträten.



Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

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