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Erbfall Vermächtnis

07.11.2012 21:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Im Testament hat mein Vater seinen Sohn (meinen Bruder) als Alleinerbe eingesetzt (es gibt 2 Kinder). Zu meinen Gunsten wurde ein Geldvermächtnis von 25.000 € eingesetzt. Der Wert des gesamten Vermögens (einschl. beb. Grundstück) wurde zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung mit 100.000 Euro angegeben. Das Testament wurde jetzt eröffnet.

Die Nachlassmasse beträgt inzwischen nur noch 12.000 € (da der Verkauf des Hauses für das Altenheim nötig war und das Geld aufgebraucht wurde). Der Anwalt meines Bruders möchte jetzt mit Verweis auf § 2188 BGB das Vermächtnis entsprechend dem verbleibenden Nachlass angemessen kürzen, d.h. er will nur eine Quote von 25 % zahlen.

Kann ich die Erfüllung des Vermächtnisses bis zur Höhe der Nachlassmasse fordern?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung gern nachfolgend beantworte.

§ 2188 BGB ist auf Ihren Sachverhalt nicht anwendbar aus zwei Gründen. Zum einen regelt diese Norm das Verhältnis zwischen Hauptvermächtnisnehmer und Untervermächtnisnehmer. In Ihrem Fall geht es aber um das Verhältnis zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer. Zum anderen setzt § 2188 BGB tatbestandlich eine anteilige Kürzung bereits voraus. Auch dies ist bei Ihnen nicht der Fall.

Nach dem Wortlaut des Testaments scheint Ihnen also ein Anspruch auf Zahlung von 25.000,- € gegen den Erben zuzustehen. Diesen Anspruch könnte der Erbe auf den vorhandenen Nachlass begrenzen, z.B. gem. §§ 1992 , 1990 BGB .

Möglicherweise ergibt die Auslegung des Testaments aber, dass Ihr Vater Ihnen nur ein Viertel des Nachlasswertes zukommen lassen wollte. Bei letztwilligen Verfügungen ist nämlich einzig der "wirkliche Wille" des Erblassers zu erforschen gem. § 133 BGB . Um dies zu beurteilen, muss Einsicht in das Testament genommen werden. Sollte die Auslegung ergeben, dass Ihr Vater Ihnen nur ein Vermächtnis in Höhe von 1/4 des Nachlasses zuwenden wollte, so hätten Sie auch nur einen in dieser Höhe begrenzten Anspruch gegen den Erben.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Antwort nur eine erste Einschätzung darstellt. Dies kann eine persönliche Beratung regelmäßig nicht ersetzen.

Gern dürfen Sie sich zur weiteren Bearbeitung dieser Angelegenheit an unsere Kanzlei unter den angegebenen Kontaktdaten wenden.

Mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

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