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Erbfall - Aufteilung der Erbmasse an die drei Kinder

12.06.2016 16:10 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Guten Tag,

I.) Erklärung zum Erbfall:
- Der Erblasser begünstigt drei Erben/Kindern.
- Im handgeschriebenen Testament steht das jeweils jedes Kind ein Drittel vom Erbe bekommt:
1. Haus (Hauptteil der Erbmasse mit Wert von ungefähr 220.000 EUR welches nun veräußert wird)
2. Konto 1
3. Konto 2
4. Rentenversicherung
5. Schliesskasten bei der Sparkasse

Es geht darum, dass ein Erbe/Kind Schulden in höhe von 30.000 EUR beim Erblasser hat. Der Erblasser hat im Testament verfügt, dass der Erbe mit den Schulden "-30.000 EUR Schulden" vom Erbe erhalten soll. Dies ist nochmals auf einem separaten Papier festgehalten.

Der Erbe mit den 30.000 EUR Schulden möchte die Schulden nun vollständig in die Gesamterbmasse einzahlen (Empfänger wäre der Notar vom Hausverkauf). Jedoch würden seiner Meinung nach, ein-drittel der Schulden nach der Testamentsvollstreckung wieder an ihn zurückfließen, da die gezahlten Schulden dann Teil der Erbmasse werden (auf die er laut Testament ein-drittel Anspruch hat). Somit wären also seine Schulden praktisch um 10.000 EUR verringert.

Meiner Meinung nach sollte der Schuldner 30.000 EUR von seinem drittel an der Erbmasse abgezogen bekommen und somit würden die anderen zwei Erben jeweils 15.000 EUR mehr vom Erben bekommen und nicht nur jeweils 10.000 EUR (da der Schuldner in diesem Fall keinen Teil seiner Schuldzahlung zurückbekommt).

II.) Frage an Sie:
Was sagt das Gesetz sowie die Rechtssprechung wer in diesem Fall Recht hat? Sowie, was wäre die Vorgehensweise um die komplette Begleichung der Schulden vom Schuldner zugunsten der anderen Erben zu erreichen (Schuldner bekommt 30.000 EUR vom Erbe abgezogen & die anderen Erben jeweils 15.000 EUR) und wie stehen die rechtlichen Erfolgschancen?

Gern sende ich Ihnen das Testament sowie den Schuldschein zur Einsicht zu.


Freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Bitte lassen Sie mir das Testament sowie den Schuldschein per E-Mail (info@kanzlei-roth.de).
Ich werde dann die Unterlagen prüfen und meine Antwort hier ergänzen, damit Sie noch die Möglichkeit der Rückfrage haben.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rückfrage vom Fragesteller 20.06.2016 | 20:48

Vielen Dank für die äusserst hilfreiche Rückmeldung! Ich hätte noch eine Rückfrage zum Verständnis und würde mich freuen wenn Sie diese bitte beantworten könnten.

Sie hatten geschrieben: "Die drei Erben erhalten von dem reinen Nachlass jeweils 1/3, wobei bei der Erbin IR noch die Darlehenssumme von EUR 30.000 abzuziehen ist."
Habe ich Sie richtig verstanden, dass der Schuldner somit vom 1/3 das ihm zusteht 30.000 EUR abgezogen bekommt und somit die beiden anderen Schuldner jeweils 15.000 EUR mehr bekommen müssen? Also demnach die Forderungen vom Erblasser übernehmen.

Ich hätte noch eine weitere Frage bzgl. ob die Schulden auf dem Erbschein erwähnt sein sollten um die Ansprüche gegenüber dem Schuldner besser durchsetzen zu können, oder ob dies nicht relevant ist. Müsste ich für diese Frage ein neues Thema eröffnen?


Vielen Dank und liebe Grüsse

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.06.2016 | 21:29

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ja, Sie haben das richtig eingeordnet.

Ihre Zusatzfrage ist von der ursprünglichen Fragestellung leider nicht umfasst, so dass Sie hier eine neue Frage eröffnen oder mich per Direktanfrage kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Ergänzung vom Anwalt 13.06.2016 | 12:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Übersendung der Unterlagen. Hierzu nehme ich nunmehr wie folgt Stellung:


Im Testament wird auf einen "Extra Zettel" Bezug genommen. Die Erblasserin erklärt, dass der Erbin "IR" ein Betrag iHv EUR 30.000 "geliehen" worden und dies zu berücksichtigen sei.

In welcher Weise dies Berücksichtigung finden soll, hat die Erblasserin dann aber nicht mitgeteilt.

Zunächst gehe ich davon aus, dass mit dem "Extra-Zettel" der "Schuldschein" gemeint ist und dies auch von den Parteien nicht in Zweifel gezogen wird.

Aus dem "Schuldschein" ergibt sich indes, dass die Erblasserin mit der Tochter IR sowie deren Ehemann DR einen Darlehensvertrag über EUR 30.000 (in mehreren Einzelbeträgen - erstmals am 25.06.2011) geschlossen hat.
Weiter wurde vereinbart, dass "es nach 5 Jahren (Juni 2016) mit der Rückzahlung losgeht".

Die Tochter IR und ihr Ehemann DR sind damit nach § 421 BGB Gesamtschuldner. Gläubiger der Darlehensforderung ist die Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft kann daher die Leistung von jedem Schuldner nach seinem Belieben ganz oder teilweise fordern.

Die vorgenannte Darlehensschuld in Höhe von EUR 30.000 ist dem Aktivnachlass fiktiv zuzurechnen, so dass sich der Nachlass um den Wert der Darlehenssumme erhöht.
Zu dem Aktivnachlass zählen ferner die von der Erblasserin im Testament aufgeführten Vermögensgegenstände, soweit diese noch existieren.

Von dem Wert des Aktivnachlasses wird dann der Passivnachlass (Nachlassverbindlichkeiten) abgezogen. Der verbleibende Wert stellt den sog. Nettonachlass ("reiner Nachlass") dar.

Die drei Erben erhalten von dem reinen Nachlass jeweils 1/3, wobei bei der Erbin IR noch die Darlehenssumme von EUR 30.000 abzuziehen ist.
Im Verhältnis zu ihrem Ehemann DR hat die Erbin IR einen Ausgleichsanspruch nach § 426 BGB.
Danach sind die Gesamtschuldner im Verhältnis zueinander zu gleichen Anteilen verpflichtet, soweit nicht ein anderes bestimmt ist.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte. Fragen Sie bitte nach, wenn etwas unklar ist, damit Sie mit der Beratung hier auch zufrieden sind.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

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