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Erbfall, Darlehen

| 23.09.2014 22:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

in meinem Fall geht es darum das 2012 mein Vater verstorben ist und er bei seinem Bruder einen Darlehensvertrag hat. Leider muss ich erst noch schauen ob dieser wirklich besteht. Auf jeden Fall möchte mein Onkel nun das ich dieses Darlehen weiter bediene. Es geht hier noch um eine Restsumme von über 8.000 Euro. Ich habe ihm schon geschrieben das ich das Restliche Geld wahrscheinlich nicht zurückzahlen kann. Nun droht er mir damit zum Anwalt zu gehen und das Geld so einfordern zu wollen. Ich weiß das ich es ihm zurückzahlen muss aber ich kann es leider nicht.
Habe ich das in einem Ihrer Beiträge richtig verstanden, dass wenn ich diesen vermeintlichen Darlehensvertrag kündige das er dann in 3 jahren verjährt ist und die Sache hätte sich somit erledigt? Das Problem wird nur sein, dass mein Onkel die Kündigung wahrscheinlich nicht annehmen wird. Wie sollte ich mich weiter verhalten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Habe ich das in einem Ihrer Beiträge richtig verstanden, dass wenn ich diesen vermeintlichen Darlehensvertrag kündige das er dann in 3 jahren verjährt ist und die Sache hätte sich somit erledigt?"

Wenn ein Darlehensvertrag gekündigt wird, hat dies zur Folge, dass der Restdarlehensbetrag (end-)fällig wird. Für diese Forderung gilt die Regelverjährung von drei Jahren gemäß § 195 BGB . Die Forderung verjährt jedoch nicht, wenn der Gäubiger zuvor verjährungshemmende Maßnahmen unternimmt, beispielsweise den Schuldner verklagt. Daher ist zu bezweifeln, ob eine Kündigung des Darlehensvertrags in dem geschilderten Fall weiterhelfen könnte. Zudem benötigen Sie zur Kündigung des Darlehensvertrags auch ein Kündigungsrecht. Aufgrund der spärlichen Sachverhaltsangaben kann nicht eingeschätzt werden, woraus sich überhaupt dieses Kündigungsrecht ergeben könnte.

"Das Problem wird nur sein, dass mein Onkel die Kündigung wahrscheinlich nicht annehmen wird. Wie sollte ich mich weiter verhalten?"

Wenn Sie ein Kündigungsrecht haben, können Sie die Kündigung gegenüber dem Vertragspartner erklären. Auf eine Annahme der Kündigung kommt es nicht an, da die Kündigung als Gestaltungsrecht eine einseitig empfangsbedürftige Willenserklärung ist. Ihr Onkel könnte also der Kündigung gar nicht widersprechen, sofern ein Kündigungsrecht besteht.

Sie sollten sich jedoch vor allem mit der Frage beschäftigen, ob überhaupt ein wirksamer Darlehensvertrag zwischen Ihrem Vater und dem Onkel bestand und sich dies zunächst durch Vorlage der Vertragsurkunden nachweisen lassen. Nur auf diese Weise können Sie sich auch ein Bild über die genauen vertraglich getroffenen Vereinbarungen verschaffen.

Zudem wäre zu prüfen, ob Sie tatsächlich als Erbe und damit Rechtsnachfolger Ihres Vaters auf die Verbindlichkeiten haften. Möglicherweise gibt es ja weitere Erben bzw. es könnte geprüft werden, ob noch eine Beschränkung der Erbenhaftung nach §§ 1975 ff. BGB zu erreichen ist. Hierzu sollten Sie sich allerdings eingehend anwaltlich beraten lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 24.09.2014 | 00:07

Vielen Dank schon ein mal für die schnelle Antwort.

Aber, woraus könnte sich denn beispielsweise mein Kündigungsrecht ergeben? Ich bin das einzige Kind und bei meiner Mutter ist erst recht nichts holen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.09.2014 | 09:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage!

"Aber, woraus könnte sich denn beispielsweise mein Kündigungsrecht ergeben?"

Sofern Sie als Erbe in die Position Ihres Vater als Darlehensnehmer eingetreten sind, ist es halt fraglich, woraus sich überhaupt ein Kündigungsrecht ergeben kann. Möglicherweise ist hierzu im Darlehensvertrag etwas vereinbart worden, woraus sich ein vertragliches Kündigungsrecht ergibt. Hierfür muss man zunächst jedoch den Darlehensvertrag kennen. Ob ein ordentliches oder außerordentliches gesetzliches Kündigungsrecht nach §§ 489 , 490 BGB besteht, kann auch nur aufgrund der genauen Vereinbarungen im Darlehensvertrag beurteilt werden. Mit anderen Worten kommen Sie ohne genaue Kenntnis des Darlehensvertrags in der rechtlichen Beurteilung nicht weiter.

"Ich bin das einzige Kind und bei meiner Mutter ist erst recht nichts holen."

Sofern gesetzliche Erbfolge eingetreten ist, sollten Sie somit zumindest mit Ihrer Mutter gemeinsam eine Erbengemeinschaft bilden und damit nicht allein in der Haftung stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Gunnar Wessel
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.09.2014 | 10:48

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