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Erbevorbezug in gemeinsamer Immobilie, was geschieht bei Scheidung mit dem Vorbezug?

11.10.2021 23:33 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

im Vorfeld eines Hauskaufs mit meiner Ehefrau möchte ich Klarheit über einen Erbevorbezug (EUR 200'000.-), den ich zum Kauf der Immobilie (EUR 800'000.-) beisteuern kann. Wir haben keinen Ehevertrag abgeschlossen.

Zu zwei Szenarios habe ich Fragen:
a) Meine Frau und ich sind als gemeinsame Eigentümer eingetragen. Das Haus ist bei Trennung abbezahlt und wird für EUR 1 Mio. verkauft. Erhalte ich meinen Erbevorbezug dann wieder zurück? Beide erhalten meiner Erachtens im Rahmen des Zugewinns EUR 400'000.-, und ich bekomme zusätzlich den Erbevorbezug zurück, richtig?

b) Meine Frau ist als Alleineigentümerin eingetragen. Das Haus ist bei Trennung abbezahlt und wird für EUR 1 Mio. verkauft. Erhalte ich meinen Erbevorbezug bei Trennung wieder zurück? Erhalten wieder beide im Rahmen des Zugewinns EUR 400'000.-, und ich bekomme zusätzlich den Erbevorbezug zurück? Ändert die Eigentümerschaft etwas?

Danke für die Auskunft, Christian

12.10.2021 | 01:12

Antwort

von


(639)
Reinhäuser Landstraße 80
37083 Göttingen
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Zugewinnausgleich werden die jeweiligen Zugewinne, welche die Eheleute während der Ehe gemacht haben, ausgeglichen.

Die Berechnung ist – vereinfacht – folgendermaßen:

Endvermögen M abzgl. Anfangsvermögen M = Zugewinn M
Endvermögen F abzgl. Anfangsvermögen F = Zugewinn F

Dann:

Die beiden Zugewinne werden addiert und dann durch 2 geteilt (durchschnittlicher Zugewinn).

Der Ehegatte mit dem höheren Zugewinn muss dem Ehegatten mit dem geringeren Zugewinn so viel geben, bis dieser den durchschnittlichen Zugewinn hat.

Der vorweggenommene Erbteil, den Sie erhalten haben, wird zum Anfangsvermögen gerechnet.

Ihre Fragen beantworte ich somit wie folgt:

(Zur Vereinfachung habe ich angenommen, dass Sie und Ihre Frau kein weiteres Anfangsvermögen hatten und dass das Haus im wesentlichen der einzige Vermögensgegenstand des Endvermögens ist.)

Szenario a.:

Anfangsvermögen M: 200.000 €
Endvermögen M: 500.000 €
Zugewinn M: 300.000 €

Anfangsvermögen F: 0 €
Endvermögen F: 500.000 €
Zugewinn F: 500.000 €

Durchschnittlicher Zugewinn: (300.000 € + 500.000 €)/2 = 400.000 €

Sie erhalten also das Geld (500.000 €) vom Hausverkauf und Ihre Frau müsste Ihnen noch (400.000 € - 300.000 € =) 100.000 € zahlen.

Szenario b.:

Anfangsvermögen M: 200.000 €
Endvermögen M: 0 €
Zugewinn M: 0 € (negativen Zugewinn gibt es nicht)

Anfangsvermögen F: 0 €
Endvermögen F: 1.000.000 €
Zugewinn F: 1.000.000 €

Durchschnittlicher Zugewinn: (0 € + 1.000.000 €)/2 = 500.000 €

Ihre Frau müsste Ihnen also (500.000 € - 0 € =) 500.000 € zahlen.


Es ist also um 100.000 € für Sie günstiger, wenn Sie als Miteigentümer eingetragen sind.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, dass diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie bei Rückfragen gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 12.10.2021 | 11:59

Guten Tag Herr Vasel,

vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort !

Warum wird mein Erbevobezug in Variante b nicht als Anfangsvermögen aufgelistet? Was müsste ich tun, um mein Anrecht auf meinem Erbevorbezug als Anfangsvermögen nicht zu verlieren?
(das geht nun über die erste Frage hinweg und ich verstehe, wenn Sie nicht tiefer darauf eingehen.)

Der Grund meiner Anfrage ist, dass wir mit einem hohen steuerbaren Einkommen den Spitzensteuersatz auf Vermietungseinkünfte dieser Immobilie zahlen müssten.
Wenn meine Frau eine getrennte Steuererklärung ausfüllt, wäre die Besteuerung wegen Ihres geringen Einkommens viel kleiner (Vermutung). Vielleicht wäre die gemeinsame Eigentümerschaft auch so möglich.

MfG
Christian

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.10.2021 | 15:54

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihr Erbvorbezug ist in Antwort b. als Anfangsvermögen dargestellt. Da Sie den Betrag in das Haus investieren, das in Variante b. auf den Namen Ihrer Frau eingetragen ist, ist Ihr Endvermögen = 0. Ihr Zugewinn wäre also negativ. Nach der Rechtsprechung kann der kleinste Zugewinn jedoch nur 0 sein, negativer Zugewinn wird nicht berücksichtigt.

Wenn Sie gemeinsam mit Ihrer Frau Eigentümer wären, würden Sie sich – wie gesagt – im Fall einer Scheidung um 100.000 € besser stehen.

Ansonsten bliebe Ihnen nur, mit Ihrer Frau einen Ehevertrag zu schließen und Gütertrennung zu vereinbaren.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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