Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft/Pflichtteilanspruch/Immobilie

22.05.2015 18:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Erbin (Alleinerbin) aufgrund eines Erbvertrages vom Herrn X und somit zu 3/4-Anteil Eigentümerin eines Grundstückes und Hauses geworden; die enterbte Tochter ist zu 1/4-Anteil die Eigentümerin des gleichen Grundstückes und hat zusätzlich den Anspruch auf den Pflichtteil.

Der Haken an dem Fall: Der Herr X ist vor 22 Jahren verstorben, seine Tochter wusste NICHTS von der Enterbung bzw. Erbvertrag-zumindest behauptet sie so- (genauso wie ich, ich habe das erst im Oktober 2014 erfahren) und aus diesem Grund benutzte sie 22 jahre lang das Grundstück und das Haus, ohne sich um die Eintragung/Korrektur im Grundbuch, sowie um die Korrektur bei der Gemiende (Grundsteuer B) sowie bei der Versicherung (Wohngebäudeversicherung) zu kümmern.- was mir äußerst verdächtig vorkommt...
Alles lief bis 2014 auf den Namen des verstorbenen Herrn X, bis diese Tatsache im Rahmen eines anderen Verfahrens aufgedeckt wurde!!!

Nun verlangt die enterbte Tochter von mir die Erstattung ihrer Kostenaufwendungen für das Grundstück und das Haus seit dem Ableben des Vaters bis zum heutigen Tag- zu 3/4-Anteil.
- Zurecht?

-Wenn ja, dann zu welchem Anteil (da ich bereit bin, ihr ihren Pflichtanteil zu übertragen)? ABER: Sie hat doch selbst all die Jahre das Grundstück und das Haus genutzt und etwaige Kosten selbst verursacht (wie z.B. Strom, Müll, Wassergebühren etc.)

- Kann ich von ihr verlangen, dass sie mir alle Belege über entstandene Kosten zur Überprüfung zur Verfügung stellt?
-Was ist mit Nutzungsentschädigung ab 2014? Sie nutzt das Haus (Wochenendehaus) allein weiter, erwartet aber von mir Beteiligung an den Kosten. Kann ich von ihr Nutzungsentschädigung verlangen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!!!

MfG


Einsatz editiert am 22.05.2015 19:41:14

Einsatz editiert am 22.05.2015 20:42:58

Einsatz editiert am 23.05.2015 09:39:31

23.05.2015 | 13:42

Antwort

von


(1176)
Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Nach den Regel der Gesamtrechtsnachfolge der §§ 1922 ff. BGB sind durch den Erbvertrag Eigentümerin der vorbezeichneten Immobilie geworden. Die Tochter erhält in der Tat einen Pflichtteil i.H.v. 1/4. Dass dies nun 22 Jahre her ist, mag an diesem Umstand nichts ändern.

Welche Aufwendungen die Tochter von Ihnen verlangen kann ist eine Frage des Einzelfalles. Aufwendungen, die diese direkt durch Nutzung des Grundstückes wie Wasser, Strom, Müll verursacht hat, sind nicbht von Ihnen zu verlangen. Diese wurden einzig und allein zum Vorteile der Tochter getätigt. Ihnen ist hieraus kein Vorteil entstanden noch haben Sie Aufwendungen erspart, da Sie die Immobilie ja nicht genutzt haben.

Andere Aufwendungen, alle die als "notwendige Verwendungen" i.S.d. § 994 BGB zu qualifizieren sind, müssten von Ihnen erstattet wedrden. Hier wäre an Renovierungen und Instandhaltung zu denken, aber auch gewisse Steuern, die der Eigentümer einer Immobilie zu leisten hat. Da die Tochter die Immobile aber selbst bewohnt hat, kann sie die gewöhnlichen Erhaltungskosten wohl nicht geltend machen, da die Vorteile bei der Tochter verblieben.

Sollte die Tochter konkrete Forderungen stellen, so sind diese natürlich auch von dieser nachzuweisen. Sie können daher gerne Belege verlangen.

Eine Nutzungsentschädigung käme zum Beospiel in Betracht, wenn Sie diese vereinbart haben. Ansonsten wäre noch ein konkludenter Mietvertrag möglich. Dies dürfte aber ausscheiden, da die Tochter wohl nie einen Mietzins an Sie gezahlt hat.

Daher wäre eine Nutzungsentschädigung dann möglich, da Sie als Eigentümerin kraft Rechtsnachfolge von der Tochter als Besitzerin die ersparten Mietaufwendungen als Nutzungen i.S.d. 987 BGB verlangen können. Gebrauchsvorteile sind als Nutzungen anzusehen und Ihnen zu erstatten, auf die vollen 22 Jahre.

Bedenken Sie, die meisten Ansprüche verjähren drei Jahre mit Schluss des Jahres, mit dem Sie entstanden sind. Daher dürfte es der Tochter schwer fallen, Forderungen von vor 22 Jahren geltend zu machen. Auch Ihre Ansprüche dürften zu einem großen Teil schon verjährt sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 23.05.2015 | 20:01

Sehr geehrter Herr Park,

vielen dank für Ihre Antwort, hätte aber trotzdem Verständnisfragen.
Sie schreiben:
Gebrauchsvorteile sind als Nutzungen anzusehen und Ihnen zu erstatten, auf die vollen 22 Jahre (!!!)

im nächsten Absatz aber:
Bedenken Sie, die meisten Ansprüche verjähren drei Jahre mit Schluss des Jahres, mit dem Sie entstanden sind. Daher dürfte es der Tochter schwer fallen, Forderungen von vor 22 Jahren geltend zu machen. Auch Ihre Ansprüche dürften zu einem großen Teil schon verjährt sein.

Das würde doch bedeuten, dass die Tochetr von mir Erstattung der Erhaltungskosten für das Haus und das Grundstück NUR für die letzten 3 Jahre (also ab 1.1.2012)verlangen könnte und ich genauso von ihr die Nutzungsentschädigung ab 1.1.2012 oder?

Und zu welchem Anteil sollte ich die Erstattung der Erhaltungskosten leisten: ich habe im Moment 3/4 Anteil und sie 1/4 Anteil am Grundstück und Haus. Ich bin aber bereit ihr 50% von meinem 3/4 Anteil zu üebrtragen (also 3/8) und sie hätte dann 5/8-Anteil und ich nur3/8-Anteil am Grundstück und Haus.

Oder soll ich mich weigern, die Erhaltugskosten zu erstatten, da die Tochter die Immobilie selbst bewohnt hat und eindeutig sie die Vorteile hatte?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.05.2015 | 22:27

Sehr geehrte Frau Fragestellerin,

für das kleine Missverständnis möchte ich mich entschuldigen. Der Einwand der Verjährung ist eine Einrede, die Sie geltend machen müssen. Das heißt, würden Sie sich nie auf die Verjährung berufen, könnten auch 22 Jahre alte Ansprüche geltend gemacht werden. Juristen sagen dazu "Über Einreden muss man reden". Also, grundsätzlich kann die Tochter bestimmte Ausgaben und Aufwendungen für 22 Jahre geltend machen, wenn Sie aber die Verjährung geltend machen, dann verringert sich das.

Genau, wenn sich die Tochter auch auf Verjährung berufen würde, dann bleiben Ihnen auch nur die letzten drei Jahre.

Gewöhnliche Erhaltungskosten, also das was man als normal erachten würde, damit die Immobilie im Zustand erhalten wird, hat nur die Tochter in Anspruch genommen und sie hat sich auch vorgenommen, weil sie davon ausging der rechtmäßige Eigentümer zu sein. Diese würde ich nicht ersetzen.

Gebracushkosten wie Strom, Wasser, Müll sollten Sie nicht bezahlen. Diese haben Sie weder verursacht noch daraus einen Nutzen gezogen.

Wenn es Erhaltungskosten gibt, die Sie erstatten müssten, so wären Sie grundsätzlich mit 75% an diesen zu beteiligen. Das ist Ihre Erbquote. Wenn Sie der Tochter jetzt mehr übertragen, so ändert dies nur etwas für die Zukunft. Rückwirkend würde dies nichts ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

ANTWORT VON

(1176)

Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Gesellschaftsrecht, Baurecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Verwaltungsrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90264 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr präzise und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Jederzeit uneingeschränkt weiter zu empfehlen. Sehr freundliche, ausführliche und verständliche Anwort. Sehr gute Vorschläge zur Verbesserung und vor allem Vervollständigung des Arbeitszeugnisses. Es wird darauf hingewiesen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
super alles Top. ...
FRAGESTELLER