Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
490.902
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft: zwei Testamente/Teilungsanordnung/Vorausvermächtnis


20.04.2018 12:01 |
Preis: 100,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zur Auslegung eines Testamentes


Ich kümmere mich als Angehöriger um Erbe C.

Erblasser hinterlässt 2 Immobilien Haus-geringwertig(60 000.- Euro) und Haus-höherwertig(300 000.- Euro), sowie Bargeld in Höhe von 15 000.- Euro.

Dazu zwei Testamente:

1. notariell von 1989

Zu meinen Erben berufe ich meine Kinder A.B, und C zu je einem Drittel

Vorausvermächtnis für A das Haus-geringwertig (sehr alt, vermuteter Wert ca. 60 000.- Euro).

Vorausvermächtnis für B das Haus-höherwertig (3 Wohnungen, vermuteter Wert ca. 300 000.- Euro).

Untervermächtnis für B an C eine Monatsrente über 25 Jahre a` 300.- DM zu zahlen.


2. handschriftliches Testament von 2009
(kein Hinweis auf Rücknahme des 1. Testaments)

B erhält von Haus-höherwertig die Wohnung im 1. OG und im Dachgeschoss erhalten. Das Dachgeschoss für die Versorgung meiner Krankheit.
(Anmerkung des Anfragenden, Wert somit ca. 180 000.- Euro)

Das übrige von Haus-höherwertig (somit Erdgeschoss und Gartenanteil) soll an A fallen.
(Anmerkung des Anfragenden, Wert somit ca. 120 000.- Euro)

Das Erbe von C soll das Haus-geringwertig sein. Aus dem Grund, es gibt etwas Miete für die kleine Rente von C dazu. (Anmerkung des Anfragenden, Wert somit ca. 60 000.- Euro).

Und somit glaube ich alles gerecht verteilt zu haben.

Vorhandenes Bargeld (ca. 15 000.- Euro) soll zu gleichen Teilen an A,B, C gegeben werden.

(Anmerkung: weiteres Vermögen ist nicht vorhanden)

Mündliche Einschätzung des Nachlassgerichts

Von dort wurde mit mündlich mitgeteilt, dass nach deren Einschätzung jeder der 3 Erben A, B, C einen Anspruch auf 1/3 des Gesamtvermögens hat und ein entsprechender Wertausgleich zu erfolgen hat, ggf. durch Grundbucheintrag. Dies wurde damit begründet, dass das erste notarielle Testament weiterhin Gültigkeit hat, außer die Passagen die mit dem zweiten Testament geändert wurden. Während im ersten Testament die Vorausvermächtnisse genau bezeichnet sind, sind es im zweiten Testament keine juristischen Formulierungen, weshalb das Notariat dies als Teilungsanordnungen eingeordnet hat. Weitere Nachfragen sind dort nicht möglich, da das Notariat mittlerweile wegen Reform aufgelöst ist.

Einschätzung der beteiligten Anwälte

Die gegnerischen Anwälte schrieben, dass C nur einen Anspruch auf einen Pflichtteil hat, was für mich jedoch wenig Bedeutung hat. Für C war ich bei einer Erstberatung bei einem Anwalt. Der sagte, ob Teilungsanordnung oder Vorausvermächtnis spielt in dem Fall keine Rolle. C hat nur Anspruch auf einen Pflichtteil, ohne nähere Begründung.

Für mich als juristischen Laien steht die Formulierung des ersten Testaments „zu meinen Erben berufe ich A, B und C zu je einem Drittel" im Vordergrund. Der Rest des ersten Testaments wurde ja durch die Formulierungen im zweiten Testament neu geregelt. Die dort getroffene Verteilung der Immobilien im zweiten Testament sind laienhaft und nicht als Vorausvermächtnisse gekennzeichnet sind. Somit tendiere ich auf Teilungsanordnung mit Wertausgleich. Die Parteien sind verstriten. Rechtsstreit ist vorprogrammiert.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Unklare Testamente sind gemäß den Regelungen zum Erbrecht des BGB im Sinne des Erblassers bzw. nach dessen Willen auszulegen.

Nach der Darstellung des Sachverhaltes sind die Testamente dahingehend auszulegen, dass alle drei Erbe zu 1/3 geworden sind. Die Quote selbst ist vor dem Nachlassgericht im Rahmen des Erbscheinsverfahren zu klären.

Die Aufteilung der Grundstücke ist als eine Teilungsanordnung zu sehen und kein Voraussvermächtnis. Daraus hat ein finanzieller Ausgleich zu erfolgen und unter Beachtung des Gesamtnachlasses sollen alle drei jeweils 1/3 des Nachlasswertes erhalten. Dies wäre dann vor den Zivilgerichten zu klären.

Für die o.g. Auslegung spricht, dass mit dem 2. Testament kein Widerruf des 1. Testamentes erfolgte und dem Erblasser das Wort/Wesen Vorausvermächtnis bekannt war. Es ist davon auszugehen, dass in dem zweiten Testament sonst auch das Wort Vorausvermächtnis genannt wurden wäre. Des weiteren spricht der Erblasser von einer "gerechten Verteilung" und das ist nur gegeben wenn alle Erben in etwa gleich erhalten.

C würde rechnerisch nur dann Pflichtteil erhalten, wenn es sich um ein Vorausvermächtnis handelt. Würde aber die Erbenstellung zu 1/3 haben und die Höhe des Pflichtteils über § 2318 Abs. 3 BGB erhalten, in dem die anderen Vermächtnisse finanziell gekürzt werden, d.h. durch Auszahlung oder im streitigsten Fall durch Einleitung einer Versteigerung der Immobilie.

Die Quote selbst ist vor dem Nachlassgericht im Rahmen des Erbscheinsverfahren zu klären. Streitigkeiten über Auszahlungen wären dann vor den Zivilgerichten zu klären.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.



Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 62411 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,4/5,0
Die erste Antwort etwas an der Frage vorbei beantwortet; dann aber selbst bemerkt und für mich eindeutig und verständlich beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde umfangreich und vollständig beantwortet. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER