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Erbengemeinschaft - welcher Zeitrahmen? etc


| 18.01.2018 01:49 |
Preis: 60,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Meine Tochter, meine Schwester und ich haben zusammen ein Haus von unserer Mutter geerbt, das diese bis zu ihrem Tod bewohnte, bis Mitte letzten Jahres noch zusammen mit meinem Vater.- -Meine Mutter starb vor einem Monat.-

Meine Tochter wohnt am nächsten an diesem Haus und war daher auch die hauptsächlich sich um meine Mutter bis zu ihrem Tod kümmernde Person.-

Nun sagt sie, sie wolle das Haus nicht übernehmen.-

Sie sei beruflich sehr angespannt, und nach einem Streit mit meiner Schwester, ihrer Tante, sieht sie sich nun ausgenutzt, da sie unentgeltlich Renten und Versicherungen abmeldet (mein Vater, ihr Opa starb nur wenige Monate vor meiner Mutter.), in dem Haus Blumen gießt, für das Nachlaßgericht die Anfrage über Verwandtschaftsverhältnisse und Vermögensverhältnisse beantwortet, Telefon abmeldet etc etc. Die Steuer meiner Eltern für letztes Jahr ist auch noch nicht gemacht.-

Mit anderen Worten, meine Tochter verzögert, so sehr sie kann, den Hausverkauf, meine Schwester dagegen hat es extrem eilig.
Ich persönlich bin irgendwie dazwischen, und hatte mit beiden deshalb auch schon Auseinandersetzungen.

Meine Fragen:

1 Kann ein Miterbe von den anderen beiden fordern, dass schneller gehandelt wird? Also entweder eine Haushaltsauflösung professionell beauftragt wird, oder aber man räumt selber aus, ein Makler zum Verkauf beauftragt wird etc.? Welcher Zeitrahmen ist normal, oder gibt es hier kein "normal"?

2 Können zwei Miterben als Mehrheit vom dritten Miterben verlangen, dass schneller gehandelt und entschieden wird?
In welchem Zeitrahmen?

3 Oder ist es so, wer will, dass der Haushalt schnell aufgelöst - also ausgeräumt wird, muss es selber tun oder selber alleine bezahlen?

4 Kann man sich zu zweit - ggf auch gegen den dritten Miterben, darauf einigen, dass ein Makler mit dem Verkauf beauftragt wird? Oder dass z.B. eine Haushaltsauflösung professionell beauftragt wird? Dass die Immobilie geschätzt wird? etc.

5 Was tut man im Extremfall, falls keiner mehr mit den anderen kommunizieren möchte?
(soweit ist es noch nicht ganz, aber es ist nicht auszuschließen).



18.01.2018 | 07:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Eine Erbengemeinschaft ist auf Auseinandersetzung ausgerichtet. Wenn keine Regelungen im Testament vorliegen und auch kein Testamentsvollstrecker vom Erblasser vorgesehen ist sollten die Erben sich untereinander einig werden. Alles andere ist in aller Regel mit Kosten und wirtschaftlichen Einbußen verbunden.

Ich beantworte Ihre Fragen summarisch um Verweise in die jeweiligen Antworten zu vermeiden. Die meisten Möglichkeiten eine Erbengemeinschaft aufzulösen kommen nach Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht in Betracht. Wahrscheinlich müssen Sie den Weg über die zuletzt genannte Variante gehen. Ich nenne die anderen Möglichkeiten aber da die Teilungsversteigerung in aller Regel mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden ist, eine der anderen Möglichkeiten am Ende sicher mehr Geld bringt. Einfach ausgedrückt: Es lohnt sich, wenn alle sich zusammen reißen und die Sache einvernehmlich über die Bühne bringen.

1. Sie können eine Teilungsvereinbarung (Auseinandersetzungsvertrag) schließen. Da in Ihrem Fall eine Immobilie involviert ist müsste dieser Vertrag notariell beurkundet werden. Eine Vereinbarung über die Quote oder ähnliches spült allerdings noch kein Geld in die Kasse. Gerade bei den Verkaufsmodalitäten besteht ja Uneinigkeit, sodass diese Möglichkeit ausscheiden dürfte.

2. Jeder Erbe kann seinen Erbteil an einen der anderen Erben übertragen (notarielle Beurkundung erforderlich). Diese Übertragung kann entgeltlich erfolgen. Diese Möglichkeit hat den charmanten Vorteil, dass der erwerbende Erbe letztendlich in aller Ruhe als Vollerbe agieren kann.

3. Sie könnten Ihr Erbteil aufgeben (nur der Vollständigkeit halber um alle Möglichkeiten zu nennen die Erbengemeinschaft aufzulösen.

4. Der Erbteil kann auch an Dritte verkauft werden. Die anderen Erben haben dann allerdings ein Vorkaufsrecht (notarielle Beurkundung erforderlich).

5. Das Nachlassgericht kann eine Vermittlung zwischen den Erben übernehmen. Das Nachlassgericht kann aber nur von allen gemeinsam angerufen werden.

6. Wenn alle zustimmen kann auch ein Schiedsverfahren durchgeführt werden.

7. In vielen Fällen empfiehlt sich auch eine Mediation zwischen den Beteiligten, gerade weil man als Familie ja weiter zusammen gehört und sich immer wieder trifft (und sich auch nur schlecht ausweichen kann).

8. Streitige Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft. Alle Nachlassgegenstände werden nach den Vorschriften des Pfandverkaufs im Wege der öffentlichen Versteigerung verkauft (bei Grundstücken nach den Regeln der Zwangsversteigerung). Der Erlös wird dann entsprechend der Erbquoten aufgeteilt. Sollten die Erbquoten ebenfalls streitig sein käme dann eine Teilungsklage in Betracht.

Diese Variante ist die (emotional) einfachste und teuerste. Nerven kosten alle Möglichkeiten. Je nachdem wie verfahren die Situation bereits ist empfehle ich Ihnen (als Mediator nicht weiter verwunderlich) eine Mediation. Gerade in Familien liegen die Gründe für ein nicht nachvollziehbares Verhalten oftmals in ganz anderen Situationen (beispielsweise mangelnde Anerkennung für die zurückliegende Pflege). Durch eine Mediation können diese Probleme bearbeitet werden. Keine andere der einvernehmlichen Lösungen kann dies leisten. Zu guten Erfolgen führt erfahrungsgemäß aber auch ein Schiedsverfahren vor einer fachlich geeigneten Stelle.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2018 | 23:11

Vielen Dank, Herr RA Krueckemeyer!

Ich nehme an, eine Mediation gestaltet sich schwierig, wenn ein Miterbe im Ausland lebt, und nicht nach D kommen möchte.
Eine telefonische Mediation per Konferenzschaltung dürfte eher unüblich sein?

Ansonsten wüsste ich gerne, wie dieses Vorkaufsrecht der Miterben gestaltet ist, wenn ein Erbe seinen Anteil verkauft. Nr.4
Der verkaufende Erbe kann darauf bestehen, dass der ggf. am Kauf interessierte Miterbe einen angemessenen Preis zahlt, z.B. einen durch einen Fachmann ermittelten Schätzwert?

Was kann man dagegen tun, dass ein Miterbe ggf. das ganze Haus billig erwerben möchte und deshalb auf eine Zwangsversteigerung drängt? Nr. 8, streitige Auseinandersetzung.-

Nochmals vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2018 | 04:59

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Eine Telefonmediation ist grundsätzlich möglich wenn der Mediator dies anbietet. Im Rahmen einer Familienmediation halte ich es für nicht zielführend.

Der Veräußerungswillige Miterbe muss seinen gesamten Erbteil mittels notariellen Kaufvertrag an einen Dritten übertragen.
Dieser Kaufvertrag ist sodann den anderen Erben vorzulegen. Jeder Erbe kann zu den in dem Vertrag vereinbarten Bedingungen den Verkauf an sich verlangen. Er hat hierzu 2 Monate Zeit.
Sollten Sie selbst diesen Weg in Betracht ziehen, achten Sie darauf sich im Vertrag ein Rücktrittsrecht vorzubehalten, sollte einer der Miterben von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Anderenfalls werden Sie gegenüber dem Dritten Schadensersatzpflichtig.
(Ich denke die Frage nach dem angemessenen Preis hat sich damit erübrigt.)

Wenn einer der Miterben die Zwangsversteigerung beantragt, können Sie nichts dagegen tun. Die Zwangsversteigerung ist das Recht jedes Miterben.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben. Sollte etwas unklar geblieben sein, können Sie mich gerne via E-Mail kontaktieren.
Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.01.2018 | 20:36


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"Herr RA Krueckemeyer hat sehr schnell, verständlich, freundlich und kompetent meine Fragen beantwortet.- Seine Erläuterungen haben meinem Mann und mir sehr weitergeholfen.- "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.01.2018
5/5.0

Herr RA Krueckemeyer hat sehr schnell, verständlich, freundlich und kompetent meine Fragen beantwortet.- Seine Erläuterungen haben meinem Mann und mir sehr weitergeholfen.-


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