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Erbengemeinschaft setzt sich nicht auseinander

19.11.2015 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Folgende Fragen habe ich zu einem Erbfall.

Meine Großmutter hatte drei Söhne. einer davon, mein Vater, ist verstorben. ich rutsche an die Stelle meines verstorbenen Vaters als Abkömmling I. Ordnung .

Ein Haus wurde mir bereits vor fünf Jahren zur Hälfte von meiner Großmutter geschenkt. es ist das Haus, das zusammen mit meinem Vater und meinen Großeltern gebaut wurde. Allerdings war mein vater vorab nie eingetragen ins Grundbuch . Dies wurde "nachgeholt" als mein Vater verstarb und eben auf mich übertragen bzw geschenkt.

Im Testament steht, dass nach Ableben das Haus sofort zur Hälfte meinem Vater gehört, aufgrund seiner kapitalleistung und Arbeitskraft, die andere Hälfte gem Erbrecht unter den drei Söhne aufgeteilt werden soll, allerdings die Möglichkeit bestehen soll, das mein Vater seine Brüder auszahlt.(teilungsanirdnung in meinen Augen)

Somit steht eine Hälfte des Hauses zum vererben an.
Hiervon würde mir also auch noch 1/3 zustehen.

A) welche Freiheiten habe ich durch die teilungsanirdnung? Kann ich anbieten was ich will ( z.B nur in Höhe eines Pflichtteils anstatt Erbteils), müssen die Brüder diesen Angeboten folgen?
B) wenn das Haus verkauft werden soll, kann ich durch den Besitz vorschreiben , wie der Verkauf abzuwickeln ist ( ist ja immerhin mein Teil-Besitz um den es geht), wo wirddas geregelt ?
C)wann muss ich die Schenkung anteilsmäßig einbringen? Muss ich das überhaupt oder nur bei pflichtteilsansprüchen als Ausgleich?
D) ein Erbe meldet ( nur um sich zu streiten) an, es würden noch finanzielle offenstände und Verbindlichkeiten offen sein, die ich meiner Großmutter Schulden würde. Das ist Quatsch. Es gibt weder Belege noch Schuldscheine. Ich entgegnete nur, dass alle Verbindlichkeiten beidseitig ausgeglichen wurden. Reicht das?
E) sollte eine Zwangsversteigerung anstehen, weil die Auseinandersetzung nicht zustande kommt und ein Gericht eingeschsltet werden muss, was passiert mit meinem Besitz? Darüber kann doch wohl kein Zwang entstehen? Wie soll dass dann gehen? Zwang über ein zu teilendes halbes Haus?
F) der Miterbe verhält sich extrem unkooperativ und beleidigend. Wie kann ich gegen ihn Vorgehen oder ihn zur Mitwirkung zwingen?
G) womit begründe ich,dass ich die Auseinandersetzung führe ( habe bisher alles in die Wege geleitet, erschein beantragt etc, und bin Besitzer der Hälfte )
H) ein Miterbe meldet sich gar nicht oder findet immer und immer wieder Ausreden, nicht zu kommen, wie ordne ich sein erscheinen zur Auseinandersetzung in Natur an?
I) Miterbe fordert eine Summe x , weil er Versicherungsverträge usw umgerechnet hat und der Meinung ist, das Haus wäre nicht richtig versichert gewesen, was auch Quatsch ist. Auch hier würde ich lediglich entgegnen: es wurde zu Lebzeiten alles zwischen den Besitzern, meiner Großmutter und mir geregelt und gemeinsam bezahlt und ausgeglichen. Absprachen und Vereinbarungen gehen die Miterben nichts an. Reicht das so? Ic bin da doch wohl keine Rechenschaft drüber schuldig !?schon gar nicht überzusammengereimte Forderungen !
Danke für die Hilfe!

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst versuche ich die Ausgangslage zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Großmutter zu ordnen. Sollten Teile der Ausgangslage nicht zutreffend sein, bitte ich darum dies in der möglichen Nachfrage richtig zu stellen:

Sie sind Eigentümer des Hauses zu 1/2 und stehe auch so im Grundbuch.
Ihre Großmutter war Eigentümerin der anderen Hälfte.
Im Testament Ihrer Großmutter wurde verfügt, dass die Hälfte des Hauses Ihr Vater erhalten soll.

Für die Rechtsfolgen ist Kenntnis des Wortlautes des Testamentes unumgänglich, da nach Ihrer Wiedergabe des Inhalts des Testamentes dieses ausgelegt werden müsste, was Ihre Großmutter wollte.

Zum Einen könnten Sie Anspruch auf die Hälfte des zum Nachlass gehörenden Hauses haben, also auf ein weiteres 1/4 oder das Testament könnte bedeuten, dass Ihr Vater 'nur' die Hälfte des gesamten Hauses erhalten sollte und dies bereits durch die Übertragung an Sie vor dem Erbfall erfolgte.

Dazu kommt, dass anhand des Wortlautes des Testamentes geprüft werden müsste ob es sich um ein Vorausvermächtnis oder eine Teilungsanordnung handelt, was Konsequenzen auf die Anrechnung des Hausanteils auf Ihren Erbteil haben würde.

Zu Ihren konkreten Fragen:

A)
Sollte es ich um eine Teilungsanordnung handeln, werden Sie zunächst Eigentümer des Anteils. Hinsichtlich der Auseinandersetzung der Übrigen Anteile haben Sie keine 'Sonderrechte' gegenüber den Miterben. Gegen den Willen der Miterben können Sie keine Aufteilung, Auszahlung o. Ä. durchsetzen.

B)
Der Verkauf des Hauses muss einvernehmlich erfolgen.

C)
Möglicherweise haben die Miterben aus der Schenkung an Sie einen Pflichtteilsergänzungsanspruch; § 2325 BGB. Dies hängt vom Wert der Schenkung und dem Wert des Nachlasses ab.

D)
Die Erbengemeinschaft oder Teile davon müssten zunächst nachweisen, dass Ihre Großmutter Ansprüche gegen Sie hatte. Gelingt dies, müssen Sie nachweisen, dass Sie diese erfüllt haben oder das die Ansprüche verjährt sind.

E)
Die Zwangsversteigerung würde über das gesamte Haus erfolgen und der Erlös auf die Eigentümer entsprechend ihrem Eigentumsanteil aufgeteilt werden.

F)
Ist der Miterbe zur Mitwirkung verpflichtet, können Sie dies im Rahmen eines gerichtliches Verfahrens erzwingen. Andernfalls nicht.

G)
Die Erbengemeinschaft kann nur gemeinsam handeln. Sie allein nur Ihr Eigentum betreffend oder wenn Sie von der Erbengemeinschaft dazu bevollmächtigt wurden.

H)
Gar nicht. Eine Auseinandersetzung in Natur geht nur einvernehmlich. Andernfalls erfolgt die Erbauseinandersetzung durch Pfandverkauf für bewegliche Sachen und Zwangsversteigerung für Immobilien.

I)
Jeder Miterbe hat die Ansprüche gegen Sie, die auch Ihre Großmutter gegen Sie hätte, würde sie noch leben. Daher können auch Auskunftsansprüche bezüglich des Ausgleichs gemeinsamer Forderungen gem. geschlossener Vereinbarungen gehören. Darüber hinaus können auch Absprachen zwischen Ihnen und Ihrer Großmutter die Miterben 'etwas angehen', da die Erbengemeinschaft im rechtlichen Sinne an die Stelle Ihrer Großmutter tritt und auch an Absprachen und Vereinbarungen die Ihre Großmutter getroffen hat gebunden ist. Insoweit könnte auch ein entsprechender Auskunftsanspruch bestehen bzw. Sie müssten entsprechende Absprachen und Vereinbarungen im Zweifel beweisen. Unberechtigte Forderungen müssen Sie natürlich nicht erfüllen.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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