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Erbengemeinschaft aus 10 Cousins/Cousinen - erben alle gleich viel?

| 26.04.2016 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Guten Tag,

die Cousine meines Schwiegervaters ist verstorben. Sie war verwitwet, kinderlos und hatte keine Geschwister, ihre Eltern leben nicht mehr. Ein Testament gibt es nicht.

Erbberechtigt als nächste Verwandte sind dementsprechend 10 Cousinen/Cousins (väterlicher- und mütterlicherseits).

Einen Nachlassverwalter möchten die Erben nicht beauftragen, sie sind einverstanden, dass mein Mann (als Sohn eines der Erben) mit den Behörden kommuniziert und zusammen mit seinem Vater den Erbschein beantragen wird. Aktuell werden alle nötigen Geburts- und Sterbeurkunden beschafft.

Frage: Sind die 10 Cousins/Cousinen gleichberechtigt und werden zu je 1/10 erben oder kann es Unterschiede geben?

Der Vater der Erblasserin hatte nur 1 Schwester, die wiederum 3 Kinder hatte (also 3 der 10 Cousins/Cousinen). Die Mutter der Erblasserin hatte 4 Geschwister, davon sind 2 kinderlos verstorben. Eine Schwester hatte 6 Kinder, eine weitere 1 Sohn (also insgesamt 7 der 10 Cousins/Cousinen).

Spielt das bei der Verteilung eine Rolle? Es könnte ja so sein, dass das Erbe zwischen väterlicher- und mütterlicherseits je 50/50 verteilt wird. Oder dass je 1/5 auf die 5 Geschwister der Eltern der Erblasserin verteilt wird und die 2/5 die auf kinderlos Verstorbene fallen wiederum mütterlicherseits umverteilt werden. Je nach Szenarium würden auf die Erben ja sehr unterschiedliche Anteile fallen!

Aktuell gehen alle von je 1/10 aus. Um (böse) Überraschungen zu vermeiden, wenn der Erbschein dann da ist, möchte ich die Frage vorab klären und die Erben ggf. darüber schon einmal in Kenntnis setzen.

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne möchte ich zur Klärung der Situation beitragen und Ihnen die Erbanteile erläutern:

Zunächst wird im deutschen gesetzlichen Erbrecht auf die Erben der ersten Ordnung (§ 1924 BGB) verteilt, hierbei handelt sich um die Kinder und Enkel des Verstorbenen.

Sind solche nicht vorhanden, sind zunächst die Erben zweiter Ordnung (§ 1925 BGB) erbberechtigt. Dies sind die Eltern und deren Abkömmlinge, also Nichten und Neffen des Verstorbenen.

Da auch solche vorliegend nicht vorhanden sind, greift die Vorschrift des § 1926 BGB zu den Erben dritter Ordnung - Großeltern und deren Abkömmlinge, also Onkel, Tanten und nach deren Versterben eben Cousins und Cousinen.

In diesem Fall gilt die Verteilung nach Linien, das heißt das vorhandene Erbe wird gedanklich auf die mütterliche und die väterliche Seite je zu 1/2 verteilt (§ 1626 Abs. 2 BGB). Von dort aus erfolgt die weitere Aufteilung je nach Anzahl der Erbberechtigten.

In Ihrem Fall ergibt sich daher folgende Situation:
Die drei Cousinen und Cousins väterlicherseits erben je 1/3 von 1/2, also je 1/6 des gesamten Erbes.
Die sieben Cousinen und Cousins auf der mütterlichen Seite erben je 1/7 von 1/2, also 1/14 des Gesamterbes.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2016 | 12:24

Guten Tag Frau Fritsch,

vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Eine kurze Nachfrage: Bei den sieben Cousins/Cousinen auf der mütterlicher Seite macht es also keinen Unterschied, dass 6 der 7 Geschwister sind und 1 Cousin ein Einzelkind?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2016 | 12:28

Sehr geehrte Fragestellerin,

nein das macht keinen Unterschied. Entscheidend ist alleine, dass eine Aufteilung nach Hälften auf die mütterliche und die väterliche Seite erfolgt. Danach wird weiter nach Kopfteilen verteilt, so dass alle auf der jeweiligen Familienseite Beteiligten denselben Erbanteil haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 27.05.2016 | 14:32

Bezüglich des auf der mütterlichen Seite zu verteilenden Erbanteils ist zu ergänzen, dass auch hier innerhalb der familiären Linie erneut eine Verteilung nach Bruchteilen stattzufinden hat.
Die sechs Kinder der einen überlebenden Schwester teilen sich also das auf Ihre Linie entfallende 1/4, so dass jedes von Ihnen 1/24 des gesamten Erbes erhält.
Da die weitere Schwester nur einen Sohn hat, fällt das 1/4 aus dieser familiären Linie ihm alleine zu.

Bewertung des Fragestellers 29.05.2016 | 14:53

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"Frage wurde sehr schnell beantwortet, meine Verständnisnachfrage ebenfalls. Allerdings: Das Amtsgericht hat für den Erbschein dann doch andere Erbanteile ermittelt!! Ich habe mich daraufhin an den Anbieter gewandt und der Sachverhalt wurde mit der Anwältin geklärt. Die von ihr jetzt geschriebene "Ergänzung" ist daher eine "Richtigstellung" bzw. "Korrektur", der eigentliche Sinn meiner Fragestellung leider hinfällig!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Rückkopplung, leider ist eine Editierung der ursprünglichen Antwort nicht mehr möglich, sobald diese eingereicht worden ist, daher die Ergänzung.
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