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Erbengemeinschaft- Verkauf von Land

07.03.2019 15:52 |
Preis: 60,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Ich bin Mitglied einer Erbengemeinschaft von 4 Geschwistern, die seit 1995 besteht. Es handelt sich um Grundstücke ca 21 ha in Mecklenburg ( verschiedene Flurstücke unterschiedlicher Güte, Ackerland, Wiese etwas Wald...sprich also, ein Flickenteppich aus nicht zusammenhängenden Stücken mit unterschiedlichen Bodenrichtwertzahlen) Das Land ist an eine dort ansässige Agrarfirma verpachtet. Zum Ende des Jahres 2018 kam die Idee auf, diese Ländereien an die Agrarfirma zu verkaufen, alle waren sich einig ein entsprechendes Angebot wurde uns von dieser Firma gemacht und der Verkauf sollte über die Bühne gehen. Während dieser Vorbereitungen verstarben 2 Geschwister und nun vergrößerte sich die Erbengemeinschaft. Die insgesamt 5 Kinder der Verstorbenen sind damit nicht einverstanden ( verschiedene Begründungen: selbst kaufen/ keine Meinung/ zu billiges Angebot...). Mein Bruder und ich würden nun allerdings trotzdem gerne ( unsere Anteile 50%) an diese Firma verkaufen. Meine Fragen:
1. Geht das überhaupt?
2. Wenn ja, welche Möglichkeiten gibt es konkret?
3. Welche Vorgehensweise ist ratsam?
Hinweise: - eine einvernehmliche Zuordnung der Grundstücke wird höchstwahrscheinlich nicht klappen, da es diesbezüglich zu viel Missgunst und andere zwischenmenschliche Befindlichkeiten in der neuen Erbengemeinschaft gibt
- eine Neuvermessung jedes einzelnen Stückes ist glaube ich auch nicht
realistisch
Es wurde mir von der Firma nun der Vorschlag gemacht einen Erbauseinandersezungsplan anzustreben , dazu frage ich speziell, müssen alle damit einverstanden sein, dann nämlich würde es auch nicht funktionieren denn vermutlich geben nur 50% ihre Zustimmung

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Bemühungen und freue mich auf Ihre Antwort.

Sonja Klingner


Sehr geehrte Fragestellerin,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:


Für eine Antwort auf die Frage „Geht das überhaupt?" muss man zunächst wissen, was denn hier nun verkauft werden soll.

Sie als Miterben dürfen gemäß § 2040 BGB nicht ohne Zustimmung der anderen Miterben über die Grundstücke im Nachlass verfügen. Dies geht immer und ausnahmslos nur einstimmig innerhalb der Erbengemeinschaft. Sie dürfen auch nicht über Anteile an den einzelnen Grundstücken verfügen, schlicht weil es in einer Erbengemeinschaft solche Anteile nicht gibt. Die Erbengemeinschaft ist eine sog. Gesamthandsgemeinschaft. Dies bedeutet, dass innerhalb der Gemeinschaft alles allen gehört und Anteile an einzelnen Nachlassgegenständen wie etwa Grundstücke nicht existieren.

Worüber Sie als Miterbe allerdings sehr wohl verfügen dürfen, und das auch ohne Zustimmung der übrigen Miterben, ist Ihr Anteil an der Erbengemeinschaft. Diese Anteile zählen gemäß § 2033 BGB zum frei verfügbaren Vermögen jedes Miterben. Ein solcher Erbschaftskauf Vertrag müsste gemäß § 2371 BGB notariell beurkundet werden. Es gibt allerdings ein Vorkaufsrecht der übrigen Miterben, § 2034 BGB . Wenn ein Miterbe dieses ziehen wollte, dann müsste er zu gleichen Bedingungen in den Kaufvertrag eintreten. Für Sie als Verkäufer könnte das einerlei sein, Sie hätten ja dann auch Ihr Geld. Insofern wäre der Verkauf der Nachlassanteile an die Agrarfirma durchaus eine Option, jedenfalls sofern der Preis angemessen ist und der Käufer sich darauf einlässt.


Eine Zuordnung der einzelnen Grundstücke zu den Miterben wäre gleichbedeutend mit einer Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft. Dies müsste, jedenfalls soweit man ohne Gericht auskommen will, ebenfalls mit Zustimmung aller Miterben erfolgen. wenn es diese Zustimmung nicht gibt, dann bliebe nur der Weg, die Zustimmung zu einem Teilungsplan die Erbengemeinschaft betreffend gerichtlich einzuklagen. In Vorbereitung einer solchen Klage ist es häufig sinnvoll, die betreffenden Grundstücke im Wege der Teilungsversteigerung zu Geld zu machen. Dieses Geld wäre dann natürlich leichter aufzuteilen. Eine solche Teilungsversteigerung kann mit finanziellen Verlusten einhergehen, muss es aber nicht. Die Einzelheiten sind nicht unkompliziert, weswegen anwaltliche Hilfe sicher nötig sein wird. Bei einer Teilungsklage vor dem Landgericht würde ohnehin Anwaltszwang herrschen.

Bei weiterem Bedarf an Beratung oder Vertretung in der Sache können Sie sich gerne an mich wenden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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