Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft - Immobilie - Übertragung - Verkauf - Abschichtung - Steuern

| 03.04.2017 10:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park, LL.B.


Guten Tag,

folgende Frage von einer Erbengemeinschaft, die völig uneins über das weitere Vorgehen ist.

Hintergrund: der 2016 verstorbene Erblasser hat eine Immobilie im Wert von ca. 400.000 € im Wege der gesetzlichen Erbfolge an seine beiden Kinder K1 und K2 vererbt. Weitere Erben gibt es nicht.
K2 bewohnt das Haus alleine und mietfrei, zahlt nur verbrauchsabhängige Nebenkosten direkt an die Versorger. K2 ist ledig und kinderlos. Außer dem derzeit ideelen Erbanteil ist K2 mittellos, wünscht im Haus zu bleiben und versucht mit allen Mitteln, den Status Quo zu erhalten..
K1 (verheiratet/Zugewinngemeinschaft, 1 Kind) würde die Immobilie gerne in der Familie halten und verfügt auch über die nötigen Mittel, das Haus zu sanieren (EFH, Bj. 1955, komplett sanierungsbedürftig, da NIE irgendwas gemacht wurde).und ggf. umzubauen. K2 soll dabei einen dem jetzigen Wert entsprechenden Anteil erhalten, aber auch nicht mehr..

1. Ist es möglilch, dass K2 seinen 50 % Anteil an K1 überträgt (oder verkauft oder abschichtet), ohne dass Gelder bzw. eine Abfinung fließen, d.h. könnte man das vertraglich so gestalten, dass K2 ein mietfreies Wohnrecht für einen genau definierten Anteil an der Immobiie erhält?
2. Was für Auswirkungen hätte das jeweils steuerlich für K1 und K2?
3. Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, den "gordischen Knoten" zu lösen?

Wir recherchieren seit Wochen, kommen aber einfach auf keinen grünen Zweig. Was vielleicht daran liegen könnte, dass es keinen gibt...

Schon im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich kann K2 seinen Anteil des Nachlasses unproblematisch an K 1 aus § 2033 BGB verkaufen und hierfür einen gewissen Geldbetrag erhalten.

Sinnvoller erscheint mir aber eine Abschichtung dahingehend, dass K 1 der Anteil des K 2 an Nachlass anwächst und K 1 somit zum Alleinerben wird.

Vorteil ist hier insbesondere, dass Sie nicht wie beim Verkauf des Erbteiles, keine notarielle Beurkundung benötigen. Die Abschichtungsvereinbarung sollte dennoch sinnvollerweise schriftlich erfolgen.

Da hier das Grundbuch zu ändern ist, wäre aber eine notarielle Beglaubigung der Abschichtungsvereinbarung notwendig.

Was Sie als Gegenwert in die Abschichtungsvereinbarung schreiben bleibt Ihnen überlassen. Ein Wohnrecht auf Zeit als Gegenwert erscheint mir sinnvoll.

Hier wäre Ihre Wohngegend typische Monatskaltmiete zu bilden, diese auf Jahr zu rechnen und dann mit der Gesamtanzahl von Jahren zu multiplizieren, um das Wohnrecht korrekt zu bewerten.

2. In Bezug auf den Erbvorgang selber hätte dies, wenn der Nachlass mit nicht mehr als 400.000,00 EUR zu bewerten ist, keine Auswirkungen auf die Besteuerung von K 1.

Hat auch der Erblasser bis zu seinem Tode in dem Haus gelebt, so wäre hier aus § 13 Abs. 1 N r 4b ErbStG eine generelle Steuerfreiheit bei der Übertragung des Familienheims gegeben.

Eine Versteuerung eines denkbaren Veräußerungsgewinns i.S.d. § 23 EStG droht bei K 2 nicht.

3. Aus meiner Sicht macht eine Abschichtung aufgrund der Formfreiheit und der damit verbundenen geringeren Kosten Sinn. So wäre Ihr Dilemma optimal zu lösen.

4. Aus meiner Sicht gilt zu beachten:

Sie tragen vor, dass K 2 mittellos sei. Sollte dieser in absehbarer Zeit auf staatliche Unterstützungsleistung angewiesen sein, könnte die jeweilig handelnde Behörde auf die Idee kommen hier die Übertragung anzufechten, da letztendlich Vermögen bei K 2 abgeflossen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 05.04.2017 | 08:23

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die rasche Antwort, die schon sehr weitergeholfen, aber auch weitere Fragen aufgeworfen hat. Wahrscheinlich werde ich mich in den nächsten Tagen mit der Rückfrage melden."
Stellungnahme vom Anwalt:
Guten Morgen, gerne gehe ich weiter auf Ihre Fragen ein, melden Sie sich doch einfach unter mail@kanzlei-park.de, ich werde Ihnen sicher helfen können.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park
FRAGESTELLER 05.04.2017 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70110 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführliche und verständliche Antworten auf die Fragen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die schnelle Antwort, war beim Gericht und werde nun mit einem Anwalt weiter machen. Vielen Dank für den Tipp. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle, kompetente Beantwortung meines Anliegens. Sehr gut. ...
FRAGESTELLER