Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft Grundstück


10.10.2005 20:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Hallo,

ich möchte gern wissen, wie verfahren werden muss:

Der Ratsuchende (Erbeserbin) möchte Ansprüche an dem Grundstück geltend machen. Es ggf. auch verkaufen. Leider besteht hier eine Erbengemeinschaft. Ein Teil der Leute will ins Grundbuch eingetragen werden, der andere nicht.

Bisher wurde auch noch kein Erbschein beantragt.

Kann mit Hilfe eines Erbscheins der Grundbucheintrag geändert werden (auf Ratsuchenden)? Wie sieht es bei einer Erbengemeinschaft aus? Reicht vielleicht auch ein Teilerbschein?
Kann der Erbschein vom Rechtsanwalt beantragt werden?

Ist der Erbschein ggf. entbehrlich, wenn ein eigenhändiges Testament vorliegt?

Danke.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und nehme anhand Ihrer Angaben wie folgt Stellung:

Mit dem Tode des Erblassers geht sein gesamtes Vermögen(also auch das betreffende Grundstück) auf die Erben über. Die Erbenstellung und der Umfang des jeweiligen Erbes bestimmt sich vorrangig aus dem hinterlassenden Testament. Sollte der Verstorbene die Erben nicht per Testament bestimmt haben, findet die gesetzliche Erbfolge gem. §§ 1924 ff. BGB Anwendung. Hiernach geht das gesamte Vermögen zunächst auf die Kinder des Erblassers zu gleichen Teilen sowie auf den überlebenden Ehegatten zu einem Viertel über. Sollten diese nicht (mehr) vorhanden sein, geht das Vermögen auf die Erben zweiter Ordnung (Geschwister und Eltern des Erblassers) über, etc. Im Erbschein wird anschließend festgehalten, wer Erbe des Nachlasses geworden ist.

Wer in Ihrem Fall Erbe und damit (Mit-) Eigentümer an dem Grundstück geworden ist, läßt sich anhand Ihrer Angaben leider nicht beanworten. Hierzu wäre eine Sichtung der eventuell vorhanden Unterlagen und/oder eine Analyse anhand des Familienstammbaums notwendig. Insofern läßt sich auch noch nicht die Frage beantworten, ob Sie (Mit-) Eigentum am Grundstück erworben haben.

Ein Erwerb des Grundstückeigentums erfolgt nicht automatisch mittels des Erbscheins. Der Erbschein dokumentiert lediglich, wer und zu welchem Teil Erbe am Nachlass geworden ist. Wenn mehrere Erben (Erbengemeinschaft) vorhanden sind, wird auf Antrag ein gemeinschaftlicher Erbschein vom Nachlassgericht ausgestellt. Der Inhalt des Erbscheins genießt gem. § 2366 BGB öffentlichen Glauben, d.h. sein Inhalt gilt u.a. gegenüber dem Grundbuchamt als richtig. Daher wird er auch nur nach einem umfassenden Prüfungsverfahren vom Nachlassgericht erteilt.

Gem. § 35 Abs. 1 GBO sind Verfügungen der Erben am hinterlassenden Grundstück nur mit Nachweis des Erbscheins möglich. Die Vorlage des Testaments reicht nicht aus. Daher müssen die Erben beim Grundbuchamt mithilfe des Erbscheins ihre Erbschaft nachweisen, bevor sie anschließend das Eigentum am Grundstück auf sich im Grundbuch überschreiben lassen können. Wer nicht im Erbschein als Erbe des Grundstücks bezeichnet ist, kann also nicht das Eigentum am Grundstück erwerben bzw. es wirksam veräußern. Wenn in einem Erbschein mehrere Erben als Eigentümer des Grundstücks benannt werden, kann auch nur eine dementsprechende Grundstücksverfügung vorgenommen werden. Daher könnte z.B. ein Miterbe nicht wirksam das alleinige Eigetum am Grundstück zu seinen Gunsten im Grundbuch eintragen lassen bzw. benannte Erben vom Grundstückserwerb ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich kann der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins auch von einem Rechtsanwalt beim Nachlassgericht gestellt werden. Allerdings muß der vertretene Antragssteller seine Angaben hinsichtlich des Erbfalls an Eides Statt versichern. Diese Versicherung kann gem. § 2356 Abs.2 BGB nur vor Gericht oder vor einem Notar aufgenommen werden. Aufgrund dessen wird aus praktischen Gründen meistens gleich das gesamte Verfahren einschließlich der Antragsstellung von einem Notar vorgenommen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Angaben geholfen zu haben und stehe Ihnen für eventuelle Nachfragen oder eine Vertretung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Sebastian Trost
-Rechtsanwalt-
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER