Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft, Abschreibungen

08.12.2009 12:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ich habe eine Frage zur Auszahlung von Mieteinnahmen vor Steuern, bei einer Erbengemeinschaft.
Die Erbengemeinschaft besteht aus 6 Personen.
Es werden ca. 60.000€ brutto durch Vermietung
eingenommen. Vor Steuern werden ca. 30.000€als
Abschreibung (Steuermindernd) geltend gemacht.
Diese Summe von 30.000 €wird von der Haupterbin (75%) nicht
an die restlichen 5 Erben, anteilig ausgezahlt.
Sondern sie behält sie netto für sich ein.
Welche rechlichen Möglichkeiten gibt es, dass ich
meinen Anteil 5% erhalte?

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Mieteinnahmen sind sog. Früchte nach § 99 BGB. Diese fallen zunächst in den Nachlass. Jedem Miterben steht ein Anteil an dem Nachlass und daher an diesen Früchten zu, der seinem Miterbenanteil entspricht. Allerdings erfolgt eine Auskehrung der Einnahmen erst nach Auseinandersetzung des Nachlasses, d.h. mit der Auflösung der Erbengemeinschaft. Selbstverständlich wäre es der Erbengemeinschaft auch möglich, durch einstimmigen Beschluss eine Auszahlung an die Erben vorzunehmen. Im diesem Rahmen wäre auch möglich, dass die Verwaltung der Mietsache einem Erben (oder einem Dritten) übertragen wird und dieser dann die Überschüsse auszahlt. Ein Mehrheitsbeschluss reicht hier aber nicht. Falls es zu keiner Einigung kommt, so können Sie als letztes Mittel die Auseinandersetzung des Nachlasses verlangen.
Sollte es wiederum zu keiner Einigung wegen der Auseinandersetzung kommen, so ist es auch möglich diese Teilung im Rahmen der Erbauseinandersetzungsklage vor dem Gericht auszufechten. Es kann hier auch nur eine Teilauseinandersetzung erfolgen, wenn die Haupterbin nicht außergerichtlich zu einer Auszahlung und Einigung bewegt werden kann.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2009 | 10:44

vielen Dank für die gute Auskunft. Dennoch kurz nachgefragt.
Der Haupterbe entnimmt von dem Konto (Nr. ist mir nicht bekannt) Geld.
Ist das strafbar. Kann ich eine Anzeige bei der Polizei machen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2009 | 11:19

Sehr geehrter Fragesteller,

ob eine Straftat vorliegt, hängt leider zu sehr von den Umständen des Einzelfalles ab, als dass von hier aus mit Sicherheit beurteilt werden könnte, dass dem so wäre.
Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass nicht generell eine Straftat vorliegt, wenn Geld von einem Nachlasskonto entnommen wird. Wird Geld entnommen um den Nachlass zu verwalten und ist die Verwaltung ordnungsgemäß, so liegt kein rechtlich bedenkliches Verhalten vor. Selbst wenn die Verwaltung nicht ordnungsgemäß ist, bspw. die Ausgaben nicht angemessen sind, liegt noch keine Straftat vor. Allenfalls kann die Erbengemeinschaft dann gegen denjenigen, der die Entnahmen tätigt, zivilrechtlich vorgehen.
Bewegt sich die Entnahme noch im Rahmen dessen, was nach einer Auseinandersetzung dem Entnehmenden zustehen würde, so wird wohl auch keine Straftat vorliegen. Auch hier ist gegebenenfalls an zivilrechtliche Ansprüche zu denken.
Treffen die oben genannten Fälle nicht zu oder sollten die Entnahmen verschleiert werden, um bei einer späteren Auseinandersetzung keine Berücksichtigung zu finden, ist an eine Straftat zu denken. In Betracht käme hier der Tatbestand der Untreue, eventuell der des Betrugs.
Eine Strafanzeige können Sie jederzeit stellen, wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Straftat vorliegt. Dies können Sie entweder bei jeder Polizeidienststelle oder direkt bei der Staatsanwaltschaft machen.


Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER