Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erbengemeinschaft, Grundstücke

| 04.08.2020 13:20 |
Preis: 70,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Eigentümer von 2 unmittelbar benachbarten Erbgrundstücken mit je etwa 1000 qm in Brandenburg nahe Berlin ist eine Erbengemeinschaft mit unterschiedlichen Anteilen; mein Anteil daran beträgt etwas mehr als 50 %. Ein gerichtlich bestellter Gutachter hat 2010 für jedes der beiden Grundstücke etwa den gleichen Verkaufspreis ermittelt.

Ich möchte eines der beiden Grundstücke als alleiniger Eigentümer übernehmen und bin bereit, die Auswahl dieses Grundstücks den Miterben zu überlassen. Müssen alle Miterben zustimmen, oder kann ein Miterbe die Übernahme verhindern? Welche einzelnen Schritte sind zur Übernahme erforderlich?

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Leider ist es der Fluch einer Erbengemeinschaft, dass soweit eine Sache aus dem gemeinsamen Nachlass entlassen werden soll, alle daran partizipierenden Miterben zustimmen müssen.

Der Hintergrund dessen ist § 1922 BGB.

Nach diesem geht die Erbschaft im Erbfall als Ganzes auf die Erben über.

Jeder Miterbe ist damit Eigentümer an der ganzen Sache im Nachlass geworden, belastet mit dem äquivalenten Recht der übrigen Miterben.

Ihre Erbquote am Nachlass ist nur für die Verwaltung des Nachlasses bei Fällen der ordnungsgemäßen Verwaltung und für den Fall der Erbauseinandersetzung relevant.

Sie werden vorliegend also alle Miterben von Ihrer Idee der Erbauseinandersetzung überzeugen müssen.
So Sie hierfür das Konstrukt der eigentlich formfreien Abschichtungsvereinbarung nutzen möchten, bedürfen Sie dennoch eine notariellen Beurkundung (§ 311b Abs. 1 BGB) für diese, da Sie als Gegenleistung für das Ausscheiden aus der Erbengemeinschaft ein Grundstück erhalten (BGH II ZR 288/81).

Ob Sie Ihr Anliegen auf dem Wege der Teilungsversteigerung erreichen können, ist hingegen ein Risiko, da auch Dritte hier mitbieten können und Sie indes kein Vorkaufsrecht in diesem Fall hätten (§ 2034 BGB Vorkaufsrecht bei Erbteilsverkauf).
Weiterhin kann auch die Aufteilung des Versteigerungserlöses durch die fehlende Zustimmung eines Miterben vereitelt werden.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Ergänzung vom Anwalt 04.08.2020 | 16:51

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Bewertung.
Ich habe da vielleicht noch eine Idee vor einer Teilungsversteigerung, die leider auch mit erheblichen Kosten und Quälereien verbunden ist und ggf. eher Ihrem Anliegen zum erfolg verhilft.

Ggf. ist eine Mediation für sie der bessere Weg den Querulanten zum Einlenken zu bewegen. Weil wenn er nicht will, warum sollten Sie dann am Ende bei der Aufteilung des Versteigerungserlöses gewillt sein dieser zuzustimmen.

Bei einer rechtlichen Mediation suchen Sie sich (beide) einen Rechtsanwalt, der auch eine Befähigung zum Mediator hat. Dieser wird Sie beide (oder mehr) über die rechtliche Lage Beraten und die Wege aufzeigen, die Sie bestreiten können, oder aber eine gemeinsame einvernehmlich Lösung suchen/finden. Die Kosten einer Mediation orientieren sich, so Sie keine abweichende Honorarvereinbarung treffen an den gesetzlichen Gebühren nach der Nr. 2300 VV RVG (1008 VV RVG).
https://www.gesetze-im-internet.de/rvg/anlage_1.html

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres Anliegens. Ggf. lässt sich ja der Miterbe auf ein Geschäft mit Ihnen ein.

Mit freundlichen Grüßen aus Aachen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.08.2020 | 16:09

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Diese Antwort habe ich befürchtet. Leider ist in der Erbengemeinschaft ein Querulant Was sich der Gesetzgeber dabei wohl gedacht hat?
Egal, jetzt weiß ich Bescheid. Wahrscheinlich komme ich nicht um eine Teilungsversteigerung herum.

Die Antwort vom RA war klar und ausführlich. Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen.
"
FRAGESTELLER 04.08.2020 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 76372 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herzlichen Dank. Der Anwalt mir das bestätigt, was ich mir schon dachte. Prägnant und verständlich, so wie ich es mir wünschte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und sehr präzise Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die verständliche und schnelle Antwort ...
FRAGESTELLER