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Erbenaufruf nach §2358 BGB (weggefallen zugunsten Europäischen Rechts)

| 10.02.2019 15:02 |
Preis: 75,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park, LL.B.


Der Fall: Die ledig vorverstorbene Frau S. war Schwester des kinderlosen
Erblassers. Der Erbanteil ihres Bruders B. hängt davon ab, ob S. Kinder
hat(te) oder nicht. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, aber nicht
100%ig sicher, dass S. kinderlos war, da sie vor langer Zeit (1957) England
verstarb.

Ich habe Erbenaufrufe nach §2358 gelesen, die keine namentliche Nennung hatten (... diejenigen Personen, die in Frage kämen ... werden gebeten ....), so dass mir diese Möglichkeit sinnvoll erscheint. Übrigens: $1965 BGB (öffentlicher Erbenaufruf) greift nach meiner Information nicht, weil das Erbe in keinem Fall an den Fiskus geht.

FRAGEN:

(1) Durch was wurde §2358 BGB ersetzt bzw. nach welchem
Gesetz lässt sich heutzutage eine "öffentliche Aufforderung" der Erben
beantragen?

(2) Ist dies in diesem Fall (a) möglich und (b) sinnvoll?

Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Richtig gehen Sie in der Annahme, dass das Verfahren nach §§ 1964 ff. BGB keine Anwendung findet, da ein gesetzliches Erbrecht des Fiskus nicht im Raum steht.

Aus meiner Sicht erscheint in Ihrem Falle ein Aufgebot nach § 353d FamFG i.V.m. § 433 ff. FamFG sinnvoll. Hier wird durch das Nachlassgericht eine öffentliche Aufforderung veranlassen, in der sich die Erben der S in einer bestimmten Zeit melden müssen.

Sollte dies nicht geschehen, so werden diese vom Erbrecht ausgeschlossen und der Erbschein wird ohne diese ausgestellt.

Dies erscheint der aus meiner Sicht sinnvollste Weg.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.02.2019 | 15:12

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"§ 353d FamFG war ein guter Ansatzpunkt für weitere Recherchen. Vielen Dank dafür! Ggf. stelle ich noch eine Rückfrage."
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