Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erben, nur wie ?


22.12.2007 09:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Anwälte,

ich habe selber ein Haus und mir gehts einigermaßen gut, nun habe ich mich mit meiner Großmutter verstritten, diese hat mich womöglich enterbt und ich werde ihre Immobiien sicher nicht erhalten.
Können sie mir nun im Hinblick der Erbrechtsänderung sagen, was sich für Erben ergibt, die an die Stelle des Vaters rutschen, da dieser Tod ist ?
Bisher war es doch bei Pflichtteil so, dass man Geld erhaten hat und die Erben, so sie keines hatten, die Häuser verkaufen mussten, um jemanden auszuzahlen.
Ist dies bisher ähnlich und muss ich nun mehr Steuern zahlen, da die Steuer für große private Immobilienvermögen steigt ?

Meine zweite wichtige Frage ist das Verhalten bei den Anwälten selber, ich habe tierische Angst davor, eine riesige Anwaltsrechnung zu zahlen, da ja alles nach Streitwert geht und dann hinterher leer aus zu gehen.
Meine Grißmutter und deren Sippshaft macht auf mich gelinde gesagt einen zwielichtigen Eindruck, was wenn das ganze Geld weg ist, ich nix bekomme, da das Geld im Ausland ist oder sonst wo oder meine Oma es an fremde Leute verschenkt etc und ich dann auf die riesigen Anwaltskosten sitzen bleibe ?
Jeder Anwalt will sicher einen Vorschuss haben, aufgrund Schätzungen, wieviel Vermögen da ist, wenn dann nix da ist, muss ich den Anwalt zahlen, dass Erbe wäre aber weg !

Gibt es da einen Weg vorzubeugen, kann man mit einem Anwalt einen Vertrag aufsetzen, dass es ne Erfolgsgarantie oder so was gibt, dass er also nur Ged bekommt, wenn ich was Erbe oder das das abgesenkt wird etc ?
Können sie mir da vielleicht sagen, wie ich mich verhalten soll, wenn es mal so weit ist ?

Danke
22.12.2007 | 11:11

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Sofern Ihr Vater gestorben ist, sind Sie als sein Nachfolger erbberrechtigt, § 1924 Abs. 3 BGB. Sollte nun Ihr Großmutter Sie tatsächlich enterben, wofür sie ein wirksamesTestament aufsetzten müsste, so erhalten Sie den Pflichtteil, der ansonsten an Ihren Vater gefallen wäre, § 2309 BGB.
2.An der Auszahlung des Pflichtteils ändert sich nichts. Sie haben gegen die Erbengemeinschaft einen Anspruch auf Auszahlung der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Die Erbengemeinschaft muss diesen Anspruch bedienen, notfalls auch eine Immobilie aus der Erbmasse veräußern oder beleihen, sofern nicht ausreichend liquide Mittel vorhanden sind. Da Sie keine Immobilie erben, dürfte sich hier hinsichtlich Steuer, die Sie auf den Pflichtteil zu zahlen haben, nichts ändern. Es bedarf jedoch einer konkreten Ermittlung des Sachverhaltes, um Ihnen hier konkrete Aussagen zu geben.
3.Grundsätzlich richtet sich die Gebühr des Anwalts nach dem Streitwert. Sie können mit einem deutschen Anwalt keine Erfolgszahlung vereinbaren. Zwar gibt es mittlerweile Änderungsversuche für die Erfolgshonorare für Anwälte:
4.In einem am 07.03.2007 veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungs-gerichts vom 12.12.2006 hat das Gericht das in § 49 b Absatz 2 Satz 1 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) geregelt Verbot, ein Erfolgshonorar (quota litis) zwischen Mandant und Rechtsanwalt zu vereinbaren, für teilweise verfassungswidrig, weil unangemessen, erklärt. Ursächlich dafür, so das BVerfG, sei, dass das Gesetz keine Ausnahmeregelung vorsieht, die den besonderen Umstände in der Person des Mandanten Rechnung tragen und gerade dazu führen, dass dem Rechtsuchende aufgrund seiner Vermögensverhältnisse der Zugang zu den Gerichten zum Zwecke der Verfolgung seiner Rechte, verwehrt wird.
- BVerfG Beschluss vom 12.12.2006 -1 BvR 2576/04.
5.Dem Gesetzgeber gab das BVerG auf, das Verbot entweder vollständig aufzuheben oder gesetzliche Ausnahmetatbestände zu schaffen. Bis dahin bleibt es bei dem Verbot der Vereinbarung des Erfolgshonorars. Sie können höchstens vereinbaren, dass der Anwalt nach Stundenhonorar abrechnet und dies zeitnah tut, damit Sie einen Überblick über die Kosten behalten.




Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2007 | 11:19

Entschudigen sie, aber ich weiss immer noch nicht, wie sich das bemisst.
ICh meine, wie wird der Streitwert überhaupt ermittelt, wird auf dem Konto meiner dann verstorbenen Großmutter geschaut wieviel Geld sie hat, werden die Immobiien geschätzt etc ?

Ich meine, wenn ich kein Erfolgshonorsr o.ä vereinbaren kann, dann wird das ja noch teurer für mich, Gesetz den Fall, dass Vermögen ist weg und ich muss dem Anwalt für den voraussichtluchen Streitwert viel Geld zahlen, würde ich dich drauf zahlen oder ?

Das ist für mich nicht Sinn der Sache, daher möchte ich sie bitten, mir da zu sagen, was ich da machen kann, damit ich mein bisher bestehendes Vermögen NICHT verliere, denn es ist aus meiner sicht kaum absehbar, was da auf mich zukommt.
Ich möchte sie also wirkluch herzlich bitten, mir irgendeinen Ausweg zu nennen, der mir hilft, ich mache mir da wirklich Sorgen.
Und vielen Dank ür ihre bisherige Antwort.

PS.: Was die Steuern angeht, verstehe ich dies noch nicht ganz, wurde bei der Erbschaftssteuerreform nur das Geldvermögen so belassen ?

Kann man nicht irgendwas im Vorfeld mit dem Anwalt vereinbaren, dass die hohen Kosten eindämmt?
Es muss ja nicht unbedingt nen Erfolgshonorar sein, aufgrund des genn. Urteils wird dies also nicht möglich sein oder ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2007 | 12:59

Bei der Berechnung des Nachlasses werden sämtliche Vermögenswerte in einer Liste aufgeführt. DAbei sind Konten mit dem Wert anzusetzten, den sie im Todeszeitpunkt hatten. Immobilien werden meist durch private Gutachten geschätzt. Um sich hier einen Überblick zu verschaffen, können Sie den zuständigen Gutachterausschuß der jeweiligen Gemeinde, in der sich die Immobilie befindet, um Auskunft über den geltenden qm-Preis bitten. Mit diesem Wert können Sie anhand der qm- Zahl des Grundstückes einen Richtwert ermitteln.

Es gibt keinen AUsweg, den ich Ihnen nennen könnte. Wenn Sie Ihr Recht durchsetzten wollen, müssen Sie mit Ausgaben rechnen und auch das Risiko eingehen, dass Sie in Vorleistung gehen und nicht wissen, ob Sie tatsächlich von dem Erbe etwas erhalten. Sie können sich von einem Anwalt anhand des Nachlasses die Kosten für Ihre Vertretung berechnen lassen, dann können Sie das Risiko für sich konkret einschätzen. Für Prozesse gibt es so genannte Prozessfinanzierungen, die Sie in Anspruch nehmen können.

Nach der Steuerereform gilt folgendes:
Die Bewertung und Besteuerung des Grundvermögens wird mit Wirkung zum 1. Januar 2007 den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entsprechen und eine realitätsgerechte Bewertung aller Vermögensklassen nach Verkehrswerten sicherstellen.

Für Ehegatten, Kinder und Enkel wird durch eine kräftige Anhebung der persönlichen Freibeträge in der Steuerklasse I auf 500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für jedes Kind und 200.000 € für jeden Enkel sichergestellt, dass es beim Übergang des privat genutzten Wohneigentums auch künftig im Regelfall zu keiner zusätzlichen Belastung kommt. Das Erben eines normalen Einfamilienhauses bleibt damit auch weiterhin steuerfrei.

Die konkrete Bewertung können Sie hier nachlesen:

http://www.bundesfinanzministerium.de/cln_03/nn_54/sid_0588CBF0ACDF1CA274AAB07EDAB31EDB/nsc_true/DE/Aktuelles/Erbschaft__details__b,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage.

ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER