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Erben bei kürzlich erfolgter Eheschließung


21.12.2007 19:19 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Mein Vater ist am 18.12. verstorben. Am Tage seines Todes habe ich erfahren, das er noch im August geheiratet hat und laut Testament seine neue Frau alles erbt, bis auf den mir zustehenden Pflichtteil (ich bin Einzelkind).
Nun meine Frage: ist das Testament so rechtsgültig, oder gibt es wie bei der Rentenversicherung eine Wartezeit? Um eine Witwenrente zu bekommen, sind sie ja auch noch nicht lang genug verheiratet.

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

leider kann ich Ihnen keine positive Mitteilung machen.

Das Testament ist nach § 2077 BGB unwirksam,
- wenn die Ehe vor dem Tod des Erblassers aufgelöst worden ist
- wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte
oder
- wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes berechtigt war, die Aufhebung der Ehe zu beantragen, und den Antrag gestellt hatte.

Dies gilt aber nicht, wenn anzunehmen ist, dass der Erblasser das Testament auch für einen solchen Fall getroffen haben würde.

Eine Wartezeit sieht das BGB nicht vor, der Erblasser hat Testierfreiheit.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2007 | 19:55

Als Pflichtteil steht mir dann aber ein viertel zu, oder werden die Kinder aus erster Ehe von der neuen Frau auch berücksichtigt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.12.2007 | 20:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

da die Kinder aus der ersten Ehe nicht mit Ihrem Vater verwandt waren und von diesem nicht adoptiert wurden, werden sie bei Berechnung des Pflichtteils nicht berücksichtigt.

Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteil, § 2303 BGB. Der gesetzliche Erbteil der Ehefrau ist 1/4. Falls die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, kommt noch ein weiteres Viertel hinzu §§ 1931, 1371 Abs. 1 BGB. Der Rest wäre Ihr gesetzlicher Erbteil. Im Fall der Zugewinngemeinschaft beträgt Ihr Pflichtteil 1/4.

Hat Ihr Vater noch zu berücksichtigende Schenkungen getätigt, könnten Sie gegen die Erbin noch einen Anspruch auf den Pflichtteilsergänzungsanspruch (§ 2325 BGB) haben. Als Ergänzung des Pflichtteils kann der Wert beansprucht werden, um den sich der Pflichtteil rechnerisch erhöht, wenn der Wert der Schenkung dem Nachlass (fiktiv) hinzugerechnet wird. I.d.R. wird eine Schenkung nach 10 Jahren nicht mehr berücksichtigt, bei Schenkungen an den Ehegatten beginnt die 10-Jahres-Frist aber nicht vor Auflösung der Ehe zu laufen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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