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Erben Pflichtteil

| 19.08.2016 00:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Hallo, guten Abend,
der Fall: Ein Ehepaar hat zwei Kinder. Im Alter tritt der Erbfall ein.
Ein Testament vermacht Kind 1 das Haus zusammen mit dem kompletten Anwesen.
Kind 2 soll alle weiteren Werte erben: einen größeren? (unbekannten) Geldbetrag zusammen mit Aktien und weiteren, nicht bekannten Werten.
Von diesem Kompletten Erbe hat der Erbe 2 die Hälfte an vier Enkel zu gleichen Teilen abzugeben.
Nun aber wurde ein Großteil des Geldes für Altenpflege der Eltern aufgebraucht womit ein großes Ungleichgewicht gegenüber Kind 1 entstanden ist.
Nun die konkrete Frage:
Hat Kind 2 einen Anspruch auf Ausgleich gegenüber Kind 1, beispielsweise durch Auszahlung für eine Angleichung beispielsweise im Zuge des Pflichtteils?
Wird das geschriebene Testament dieses zunächst nicht vorhersehbare Ungleichgewicht dulden und verhindern?
Freue mich auf eine Antwort.
Schöne Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie könnten das Testament anfechten. Die Anfechtung muss begründet innerhalb eines Jahres nach dem Ihnen bekannt geworden ist, dass sich Ihr Anteil deutlich verringert hat, gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden.

Im § 2078 Abs. 1 und 2 BGB heißt es:

(1) Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.

(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.

Die irrige Annahme i.S. des Abs. 2 kann auch die falsche Vorstellung von der Größe des Vermögens bei Zuwendung des Überrestes sein - sog. Motivirrtum (RG Recht 1912 Nr 449 - leider etwas ältere Entscheidung des Reichsgerichts, vgl. Otte in Staudinger, § 2078 Rn. 15). Hierbei muss aber auch das tatsächlich von den Erblassern gewollte untersucht werden.

Wenn das Testament erfolgreich angefochten wurde, so tritt die gesetzliche Erfolge ein. D.h. die beiden Kinder der Erblasser werden jeweils zur Hälfte Erben des tatsächlich vorhandenen Nachlasses. Eine Aufteilung unter Enkeln ist dann auch nicht erforderlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2016 | 01:28

Hallo Guten Abend.
Zunächst darf ich Ihnen für die erhaltene Antwort herzlichst danken.
Nun aber erlauben Sie mir bitte noch eine Anschlußfragestellung:
Um das Ungleichgewicht überhaupt in Zahlen definieren zu können, setzt dies nach meinem Ermessen doch eine Schätzung aller Gebäude samt Grundstücke voraus. Wer kann eine glaubhafte Schätzung übernehmen?
(Bank oder Rathaus?)
Wie groß sollte das Ungleichgewicht sein, um überhaupt eine Klage zu führen?
Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten bei welchem Erbunterschied (in %) ein?
Nun darf ich Ihnen abschließend nochmals herzlichst danken für Ihre Mühe und Arbeit.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und schöne Grüße
Ihr Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2016 | 12:34

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nachfrage.

1. Wer kann eine glaubhafte Schätzung übernehmen?
Der Werkehrswert des Grundstücks wird in der Regel von einem Gutachter ermittelt. Sie können dies aber auch selbst tun, wenn Sie über alle benötigten Informationen Verfügen. Eine Anleitung finden Sie hier:
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Einkommenssteuer/2014-09-23-Berechnung-Aufteilung-Grundstueckskaufpreis-Anleitung.pdf?__blob=publicationFile&v=6
Ins streitige Verfahren sollte man aber mit einem Gutachten gehen, falls dies überhaupt erforderlich wird. Denn, (weiter zu Frage 2.)...

2. Wie groß sollte das Ungleichgewicht sein, um überhaupt eine Klage zu führen?
... es geht nicht vorrangig um den Gelichgewicht zwischen den Erben, sondern um die Diskrepanz zwischen dem Vermögen zum Zeitpunkt des Testierens und dem Vermögen nach Eintritt des Erbfalls. Insofern muss dahingehend argumentiert werden, dass das Vemögen zwischen zwei Kindern zum Zeitpunkt des Testierens weitgehend zu gleichen Teilen verteilt war. Dies war auch der Wille der Erblasser. Durch die Minderung des Geldvermögens aufgrund der Pflege ist keine gerechte Verteilung mehr gegeben, weshalb das Testament nicht mehr den wirklichen Willen der Eltern widerspiegelt.

3. Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten bei welchem Erbunterschied (in %) ein?
Dies ist ohne Einsicht in die Unterlagen nur bedingt möglich. Ich schätze aber, dass bei einer Minderung um 1/3 bereits die Chancen gut sind. Es spielt aber auch eine Rolle von welchem Gesamtvermögen die Rede ist. Sprich, bei 1.000.000 € sind 10%, bereits 100.000 €, was eine beträchtliche Summe ist. Bei 100 € von 1.000 € Vermögen, ist die Wertminderung aber eher gering.

Ich hoffe Ihre Frage abschließend beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Evgen Stadnik
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.08.2016 | 20:47

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