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Erbe vor Annahme zuverlässig feststellen

| 16.04.2016 15:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

unsere vor Kurzem verstorbene alleinstehende Tante hinterlässt ihr Erbe (nur Geld) qua Testament in 5 gleichen Anteilen: 1 Teil geht an die Kirche, die restlichen 4 Teile gleichermaßen an uns vier (2 Neffen und 2 Nichten).

Eine Ausfertigung des notariell festgestellten Testaments habe ich vorliegen, zwischen uns 4 Erben besteht über die Verteilung Einigkeit, allerdings kenne ich selber die Erbmasse lediglich vom "Hörensagen" - und habe keine Ahnung, was ich da genau unterschreibe und welche Auswirkungen meine Unterschrift im ungünstigsten Fall hat.

Meine Frage:
Wie kann ich VOR der Annahme des Erbes (6-Wochen-Frist) zuverlässig und rechtlich zulässig herausfinden, wie hoch genau das Erbe insgesamt ist, ob ich das Erbe ruhigen Gewissens annehmen kann - und im Fall einer Annahme definitiv KEINE Schulden oder andere Pflichten erbe?

Was gilt es außerdem noch zu beachten?

Vielen Dank und
freundliche Grüße
Gradient

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Vor Annahme der Erbschaft können Sie dies leider nicht klären. Insbesondere geben Banken nur und erst Auskunft über den Nachlass, wenn die Erbeneigenschaft nachgewiesen wird.

2.
Solltem Sie aber erst nach Annahme der Erbschaft Kenntnis davon erlangen, dass Schulden vorhanden sind, käme ein Anfechtung der Annahame der Erbschaft in Betracht.
Eine Anfechtung könnte nur innerhalb einer Frist von 6 Wochen erfolgen (§ 1954 Abs. 1 BGB ). Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem de Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat (§ 1954 Abs. 2 BGB ).

Ich bedauere, Ihnen keine positiverere Nachricht geben zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 16.04.2016 | 19:02

Sehr geehrter Herr Dr. Moosmann,

vielen Dank für Ihre zügige, in der Tat sehr zufriedenstellende und für den Laien klar verständliche Antwort - auch wenn diese weniger erfreulich ist.

Nachhaken möchte ich wie folgt:

1. Durch Vorlage des Testaments bzw. dessen beglaubigter Kopie, in welchem ja die Namen aller vier Erben erwähnt sind, und meines Personalausweises bei der Bank, ist doch der Nachweis der Erbengemeinschaft bzw. meiner Zugehörigkeit zu dieser, plus meiner Berechtigung als Erbe, rechtlich eindeutig und klar nachgewiesen, oder?
(Meine Schwester hatte in den letzten fünf Lebensjahren meiner Tante deren Vormundschaft - auch sämtliche Bankangelegenheiten - offiziell ausgeübt, da meine Tante ab dieser Zeit per Gericht als dement galt.)

2. Mit welchen Gründen (beispielsweise) kann eine spätere Anfechtung der Erbannahme, die ja nach meinem Wissen zunächst durch einen Notar geschieht, rechtlich / vor Gericht geltend gemacht werden? (Welche Gründe taugen beispielsweise, daß eine Anfechtung vom Gericht anerkannt wird?)

Vielen Dank nochmals, Ihnen ein schönes Wochenende und
ganz herzliche Grüße ins schöne Oberschwaben :-)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.04.2016 | 19:51

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Durch Vorlege einer beglaubigten Kopie des vom Nachlassgerichts eröffneten Testaments können Sie den erforderlichen Nachweis führen. Eine Bank darf keine Vorlage eines Erbscheins verlangen.

2.
Eine Annahme einer Erbschaft kann z.B. wegen Irrtums über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Nachlasses anfechtbar sein, wenn es um die Belastung des Nachlasses mit wesentlichen Verbindlichkeiten geht, deren Bestand ungeklärt ist (BGH, Urteil vom 8.2.1989 -IV a ZR 98/87 -).

Eine Anfechtung müsste gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden müssen, und zwar entweder zur Niederschrift des Nachlssgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form vor einem Notar (§ 1955 BGB iVm § 1945 BGB ).

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

Bewertung des Fragestellers 16.04.2016 | 23:40

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Sehr präzise, vollständige, unverzügliche und für den Laien sehr gut verständliche Beantwortung von Fragen in einer Erbschaftsangelegenheit.
Gerne wieder, falls irgendwann erforderlich.
Klare Weiterempfehlung für derartige Angelegenheiten.

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